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Der Physiker und Biomechaniker Prof. Ewald Hennig von der Universität Duisburg-Essen untersucht seit vielen Jahren Laufschuhe aller Preisklassen.

Tipps vom Experten

Barfußschuhe sind nichts für Lauf-Anfänger

Wer regelmäßig joggen geht, braucht die richtigen Schuhe. Wichtig ist, sich beim Kauf beraten zu lassen - und nicht nur auf klangvolle Namen zu setzen. Ein Experte hat auch Barfußschuhe getestet.

Bunter, leichter, schneller: Hobbyläufer stehen regelmäßig vor der schwierigen Entscheidung, mit welchem Schuh sie am besten unterwegs sind. Gute Anhaltspunkte können Expertentests geben.

Der Physiker und Biomechaniker Prof. Ewald Hennig von Universität Duisburg-Essen untersucht seit vielen Jahren Laufschuhe aller Preisklassen, beispielsweise seit Mitte der 1980er Jahre für die Stiftung Warentest.

Jedes Jahr kommen viele neue Laufschuhe auf den Markt. Sind denn auch bahnbrechende Neuerungen dabei?

Laufschuhe sind im Grunde ausentwickelt. Grundsätzlich verändert sich also beim Aufbau nicht mehr viel. Dennoch gibt es von den Firmen immer wieder Neuerungen, die wir dann in unseren Labors testen. Wir machen dabei immer wieder die Erfahrung, dass die Firmen ihre Neuheiten vorher nicht wissenschaftlich überprüft haben.

Welche Fortschritte gibt es dennoch bei Laufschuhen?

Neu entwickelte Laufschuhe werden in der Regel immer leichter, bei gleicher Stabilität und Funktion. Wo ich noch Luft nach oben sehe, ist beim Komfort. Die Ideologien beim Laufschuh wechseln auch regelmäßig. Vor ein paar Jahren wurde gesagt, ein Schuh dürfe nicht zu sehr dämpfen, dann verlasse sich der Körper zu sehr auf den Schuh, so dass die schützende Muskulatur verkümmert. Aus diesem Trend zum "natural running" heraus wurden dann auch die so genannten Barfußschuhe auf den Markt gebracht, die den Fuß vor Verletzungen schützen sollen.

Und? Hat sich das neue Barfußlaufen durchgesetzt?

Im Grunde war das kein schlechtes Konzept, es ist nur schlecht vermarktet worden. Jeder Anfänger dachte, er muss das haben und bekam dann Probleme etwa mit der Achillessehne oder mit den Knien. Mit der Einführung dieser Minimalschuhe nahm die Zahl der Verletzungen zu. Für geübte Läufer mit einer gut ausgebildeten Muskulatur sind diese Laufschuhe allerdings durchaus geeignet.

Welche Kunden kaufen Laufschuhe?

Viele Laufschuhe werden nicht wegen ihrer guten Eigenschaften fürs Laufen gekauft, sondern wegen des Namens und des Aussehens. Nur 20 Prozent werden wirklich zum Laufen eingesetzt. Ich habe beobachtet, das Frauen oft Männerlaufschuhe kaufen, weil sie glauben, dass diese besser sind. Und tatsächlich haben nur die großen Firmen eigene Frauenleisten.

Mal angenommen, ich will wirklich laufen mit meinen Laufschuhen. Was muss ich beachten?

Egal, ob Einsteiger oder Routinier, eine fachkundige Beratung in einem Geschäft ist wichtig. Am besten wird auf einem Laufband geschaut, ob ein Läufer im Sprunggelenk in eine bestimmte Richtung ungewöhnlich stark abknickt. Gibt es keine Auffälligkeiten, ist oft ein sogenannter Neutralschuh eine gute Lösung. Bei anderen Kunden könnten dagegen Schuhe die richtige Wahl sein, die den Fuß innen mehr unterstützen.

dpa/tmn

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