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Stromwellen erhöhen Reaktionsgeschwindigkeit im Hirn - Forscher untersuchen möglichen Einsatz bei Schlaganfall und Alzheimer.

Strom stimuliert Nervenzellen 

Darmstadt - Mit Strom wollen Hirnforscher das Reaktionsvermögen von Alzheimer- und Schlaganfallpatienten verbesseren. Die Technik ist harmlos und schmerzfrei.

Diese These vertreten Neurophysiologen aus Göttingen nach einem Lernexperiment mit gesunden Probanden. Über erste Studienergebnisse berichtet die Deutsche Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und funktionelle Bildgebung (DGKN) mit Sitz in Darmstadt in einer Pressemitteilung.

Die Hirnforscher vergleichen nach ersten Erkenntnissen die Auswirkung der Stromstöße auf Konzentration und geistige Leistungsfähigkeit mit der von Koffein oder Nikotin. Sie gehen davon aus, dass der Strom die Bildung neuer Kontakte zwischen Nerven im Gehirn stimulieren oder ruhende Synapsen aktivieren könnte. „Die Therapie könnte überlebende Hirnzellen trainieren, verloren gegangene Aufgaben zu übernehmen und dadurch etwa Lähmungen lindern“, ergänzt Professor Walter Paulus von der Universität Göttingen. Gleichzeitig schränkt er jedoch ein, dass standardisierte Behandlungsmethoden noch in weiter Ferne lägen.

In einem Merktest mit 18 gesunden Probanden wurde zunächst die normale Reaktionszeit ihres Kurzzeitgedächtnisses überprüft. Ein Elektroenzephalogramm (EEG) maß über Elektroden spezifische Hirnströme. Um die Reaktionsgeschwindigkeit im Merktest zu erhöhen, verstärkten die Neurophysiologen anschließend genau diese Hirnströme mittels Wechselstromstimulation. „Die Technik ist absolut harmlos und schmerzfrei“, sagt Paulus. Die Reaktionszeit bei den Studienteilnehmern habe dadurch um etwa fünf Prozent verkürzt werden können. Eine ähnliche Technik, die transkranielle Gleichstromstimulation, werde derzeit bereits an Schlaganfall-Patienten erprobt.

dapd

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