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Eine aktuelle Studie hat ergeben, dass 1,6 Millionen Deutsche bereits Nebenwirkungen nach Einnahme von Schmerzmitteln erlebt haben.  

"Patienten-Radar 2018"

Studie deckt Alarmierendes über Ibuprofen & Co. auf

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Jeder zweite Deutsche soll bereits mit Medikamenten-Nebenwirkungen zu kämpfen gehabt haben. Manche landeten sogar im Krankenhaus. Das hat jetzt eine Studie ergeben.

Hamburg – Kopfschmerzen, Übelkeit, Hautausschlag – laut der bevölkerungsrepräsentativen Studie "Patienten-Radar 2018" des MedTech-Unternehmens vitabook haben 51 Prozent der Bundesbürger schon einmal unter Nebenwirkungen nach einer Medikamenteneinnahme gelitten. Fast die Hälfte der 2.000 Befragten prangert eine unzureichende Aufklärung an.

"Patienten-Radar 2018": Immer mehr Deutsche kommen wegen Schmerzmittel-Nebenwirkungen in Klinik

Eine Studie im Auftrag des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte brachte ebenfalls alarmierende Zustände zutage: Demnach kommen jährlich 1,6 Millionen Bundesbürger wegen Medikamenten-Nebenwirkungen in die Notaufnahme. Schätzungen zufolge sterben 30.000 Menschen pro Jahr sogar an Nebenwirkungen.

Auch interessant: Dieser Arzt warnt jetzt und behauptet, dass Schmerzmittel sogar gefährlicher als Morphium sein sollen.

Im "Patienten-Radar 2018" geben vier von zehn Befragten an, parallel Medikamente eingenommen zu haben, die von unterschiedlichen Ärzten verschrieben wurden. "Mit großer Wahrscheinlichkeit waren diese Medikationen nicht aufeinander abgestimmt", so vitabook-CEO Markus Bönig. Abhilfe soll nach Willen des Gesetzgebers der bundeseinheitliche Medikationsplan schaffen.

Gefährlich: Viele nehmen mehrere Arzneimittel gleichzeitig

Hier sind Wirkstoff, Arzneimittel, Stärke, Form, Einnahmezeit und andere Informationen vermerkt. Anspruch darauf haben alle, die mehr als drei Medikamente täglich einnehmen. Fakt ist aber, dass nur wenige tatsächlich einen Medikationsplan besitzen. "Viele wissen nichts von ihrem Recht, andere trauen sich nicht, darauf zu beharren", erklärt Bönig. "Und von denjenigen, die über einen Medikationsplan verfügen, hat ihn kaum jemand auch dabei, wenn es nötig ist."

Erfahren Sie hier, wie Ibuprofen & Co. im Stiftung Warentest-Check abgeschnitten haben.

"Nicht zu Ende gedacht" findet Bönig, dass der Medikationsplan ab 2018 auf die elektronische Gesundheitskarte soll, auf die aber Apotheker keinen Zugriff haben. Dabei sind rund ein Drittel der Medikamente ohne Rezept erhältlich. "Apotheker sollten eine aktive Rolle in der Erstellung und Fortschreibung des Medikationsplans einnehmen", fordert er. "Ein vollständiger und damit sinnvoller Medikationsplan kann nur entstehen, wenn Arzt, Patient und Apotheker Zugang dazu haben."

Lesen Sie auch: Eine neue Studie will enthüllt haben, dass Ibuprofen aufs Herz gehen soll.

jp

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