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Die Gene bestimmen, wie oft man zur Zigarette greift.

Neue Studie: Gene steuern Rauchverhalten

Greifswald - Kettenraucher, Gelegenheitsqualmer oder Nichtraucher? Einer Studie zufolge bestimmen Erbfaktoren, ob und wie oft man zur Zigarette greift. Wozu diese Forschungserkenntnisse beitragen können:

Die Gene steuern laut einer neuesten wissenschaftlichen Studie das Rauchverhalten. Erstmals sei es einem internationalen Forschungskonsortium gelungen, eine erbliche Veranlagung der Abhängigkeit und des Rauchverhaltens in den Nikotinrezeptoren nachzuweisen, erklärte der Wissenschaftler Hans-Jörgen Grabe von der maßgeblich an der Studie beteiligten Universität Greifswald am Montag. Zwar gebe das soziale Umfeld in der Regel vor, ob junge Menschen den Weg zum Raucher einschlagen; mit Beginn des Nikotinkonsums beeinflussten aber die Gene, ob Jugendliche etwa zu Gelegenheitsrauchern oder Kettenrauchern mit besonders hohem Suchtpotenzial würden, sagte Grabe weiter.

Nikotin entfalte im Gehirn innerhalb kürzester Zeit seine stimulierenden Effekte wie Erhöhung von Aufmerksamkeit, Konzentration und kreativem Denken bei gleichzeitiger Beruhigung und Steigerung des Wohlbefindens über die Aktivierung von so genannten Nikotinrezeptoren. Diese befänden sich im Gehirn, nähmen die Suchtstoffe unmittelbar auf und setzten anschließend zügig Glückshormone wie die Neurobotenstoffe Dopamin und Serotonin frei.

Medikamente können Suchtanfälligkeit mindern

“Die Anzahl der gerauchten Zigaretten pro Tag wird durch bestimmte Variationen in exakt diesen Genen der Nikotinrezeptoren beeinflusst“, versichert Grabe. Bislang sei man vor allem davon ausgegangen, dass das Suchtverhalten durch einen unterschiedlichen Abbau von Nikotin durch Enzyme in der Leber beeinflusst werde. Die Forschungsergebnisse können seiner Ansicht nach dazu beitragen, schneller Medikamente zu entwickeln, die gezielt diese Wirkmechanismen direkt an den Rezeptoren im Gehirn aufgriffen und die Suchtanfälligkeit verminderten.

Für die Studie unter Koordination von Wissenschaftlern der Oxford University wurden weltweit 41.150 Menschen aus 20 Bevölkerungsgruppen untersucht. Darunter befanden sich auch 4.000 Probanden aus der Greifswalder SHIP-Studie (Study of Health in Pomerania) des Forschungsverbundes Community Medicine.

AP

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