+
Die Belastung mit Chemikalien nimmt zu. Gesundheitsschädlichen Chemikalien finden sich in Plastikspielzeug. Weichmacher oder sogenannte hormonwirksame Schadstoffe gelangen durch die Atemluft, Haut oder Nahrung in den Körper.

Experten warnen

Chemikalien machen Männer und Frauen unfruchtbar

Pestizide, Kunststoffe und Lösungsmittel -  Menschen kommen mit zahlreichen chemischen Schadstoffe in Kontakt. Wissenschaftler warnen nun ausdrücklich vor den Folgen.  

Giftige Chemikalien können laut einer Studie die menschliche Fortpflanzungsfähigkeit massiv beeinträchtigen. Die Belastung des Menschen mit Chemikalien sei in den vergangenen 40 Jahren "dramatisch" angestiegen, heißt es in einer Stellungnahme der Internationalen Föderation für Gynäkologie und Geburtshilfe (Figo), die am Donnerstag in der Fachzeitschrift "International Journal of Gynecology and Obstetrics" veröffentlicht wurde. Schadstoffe wie Pestizide, Luftschadstoffe, Kunststoffe und Lösungsmittel bedrohten nicht nur die Gesundheit, sondern "speziell die Fortpflanzungsfähigkeit von Männern, Frauen und Kindern".

Chemikalien werden nach Angaben der Figo, die ihren Sitz in London hat und in der sich Gynäkologen und Reproduktionsmediziner aus 125 Ländern zusammengeschlossen haben, mit zahlreichen Gesundheitsstörungen in Verbindung gebracht: Die Mediziner zählen in ihrem Bericht unter anderem Fehlgeburten und Totgeburten, fötale Wachstumsverzögerungen, angeborene Fehlbildungen sowie eine Zunahme an Krebserkrankungen und Aufmerksamkeitsstörungen wie ADHS und Hyperaktivität bei Kindern auf. Der Bericht warnt insbesondere vor hormonaktiven Substanzen, die in Alltagsprodukten wie Verpackungen und Kosmetikartikeln vorkommen.

"Wir ertränken unsere Welt in ungetesteten und unsicheren Chemikalien, und der Preis, den wir in Bezug auf unsere reproduktive Gesundheit zahlen, ist Anlass zu ernster Sorge", warnte der Hauptautor des Appells, Gian Carlo Di Renzo. Die Chemikalienproduktion wird dem Bericht zufolge in den kommenden fünf Jahren am schnellsten in den Entwicklungsländern zunehmen. Schon jetzt seien arme Menschen giftigen Chemikalien unverhältnismäßig stark ausgesetzt.

Die Gynäkologen-Vereinigung fordert Ärzte, Hebammen und andere Gesundheitsexperten dazu auf, sich auch persönlich dafür einzusetzen, "um die Belastung von Patienten und Gemeinschaften zu reduzieren", wie Figo-Präsident Sabaratnam Arulkumaran erklärt. Sie sollen unter anderem für eine Politik eintreten, "die unsere Patienten und Gemeinschaften vor den Gefahren einer unfreiwilligen Exposition gegenüber giftigen Chemikalien schützt." Verfasst wurde der Appell von Gynäkologen, Geburtshilfemedizinern und Wissenschaftlern aus den USA, Großbritannien und Kanada sowie von der Weltgesundheitsorganisation WHO.

AFP

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Die Diät-Lüge: Warum Low-Carb Sie krank und dick machen kann
Schnell zur Bikinifigur: Das verspricht die Diät Low-Carb. Doch Ärzte warnen davor, zu wenig Kohlenhydrate zu essen. Wie gesund ist die Ernährung wirklich?
Die Diät-Lüge: Warum Low-Carb Sie krank und dick machen kann
So hoch geht es bei Frauen untenrum her, während sie schlafen
Im Schlaf regeneriert sich unser Körper. Aber wer glaubt, dass er ruht, irrt gewaltig. Besonders während der REM-Phase geht es in den unteren Regionen mächtig ab.
So hoch geht es bei Frauen untenrum her, während sie schlafen
20-Jährige lässt Pediküre machen - wenig später lösen sich ihre Fußnägel ab
Eine 20-jährige Amerikanerin hat sich eine besondere Pediküre gegönnt – doch nur wenige Monate später erlebt sie einen Schrecken. Eine Ärztin warnt jetzt davor.
20-Jährige lässt Pediküre machen - wenig später lösen sich ihre Fußnägel ab
Spendenaktion: Achtjähriger kämpft gegen Krebs, der nur Kinder befällt
Lukas ist gerade einmal acht Jahre alt und muss gegen einen übermächtigen Gegner kämpfen. Der quirlige Junge hat einen Tumor im Hirnstamm und braucht eine spezielle …
Spendenaktion: Achtjähriger kämpft gegen Krebs, der nur Kinder befällt

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.