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Die längere Verwendung eines Smartphones ist Gift für den Rücken. Der sogenannte "Handy-Nacken" droht.

Neue Studie

"Handy-Nacken": So schädlich können Smartphones sein

New York - Achtung, der "Handy-Nacken" droht: Der Blick aufs Smartphone schadet der Wirbelsäule. Eine Studie ergab, wie groß die Belastung für den Rücken ist.

"Schau mir in die Augen, Kleines." Ein Klassiker der Filmzitate. Doch warum sollte man jemanden in die Augen schauen, wenn die Neuigkeiten und Apps auf dem Smartphone doch anscheinend viel interessanter sind? Zwischen einer und eineinhalb Stunden richten die Menschen in Deutschland ihren Blick im Schnitt täglich aufs Handy. An allen Orten, in allen Situationen. Das Smartphone ist allgegenwärtig. Nicht mehr nur Gebrauchsgegenstand, sondern Teil des Lebens. Und dann plötzlich ist er da - der Schmerz. Es zwickt im Rücken oder Nacken. Der senkende Blick auf das Mobilfunkgerät ist auf einmal mehr Leid als Freud'. Warum diese Schmerzen eintreten, ergab nun eine Studie, die im Fachmagazin Surgical Technology International veröffentlicht wurde.

Die übliche Haltung bei Handy-Nutzern.

Chef-Chirurg Dr. Kenneth Hansraj vom New Yorker Klinikum für Wirbelsäulenchirugie und Rehabilitation hat die bis dato eher unbekannten Folgen der Handy-Nutzung für die menschliche Wirbelsäule untersucht. Das Ergebnis ist eindeutig: Die längere Verwendung eines Smartphones ist Gift für den Rücken. Der sogenannte "Handy-Nacken" droht.

Studie: Enorme Kräfte wirken auf Wirbelsäule

Laut der Studie wiegt der Kopf eines Erwachsenen zwischen vier und sechs Kilogramm. Je weiter der Mensch den Kopf nach vorne beugt, desto stärker zieht die Schwerkraft dieses Gewicht nach unten. Ein Kraftakt für das menschliche stabilisierende Gerüst. Denn schon bei einer leichten Neigung von 15 Grad wirken zwölf Kilo auf die Halswirbelsäule. Bei 30 Grad sind es 20 Kilo, bei 45 Grad 25. Um den Bildschirm des geliebten Smartphone in Augenschein zu nehmen, senkt der Handy-Nutzer seinen Kopf um die 60 Grad. Kräfte von 27 Kilogramm wirken auf den Nacken und Rücken. Das entspricht in etwa dem Körpergewicht eines siebenjährigen Kindes.

Smartphone-Nutzung verursacht Schmerzen

Dementsprechend gravierend sind die Folgen, die der scheinbar so lapidare Blick aufs Handy mit sich bringt: starke Verspannungen, Kopfschmerzen und ein frühzeitiger Verschleiß der Bandscheiben, welcher eine Operation nach sich ziehen kann.

Tipps, um der Belastung entgegenzuwirken

Um derlei Symptome zu verhindern, lautet die Devise: Lass' den Kopf nicht hängen! Stattdessen lieber den Blick senken. Dr. Hansraj verweist in seiner Studie außerdem darauf, seine Haltung wenigstens zu verändern, wenn man die Finger nicht von seinem Smartphone lassen kann. Heißt konkret: das Handy mal näher an den Augen, mal weiter weg, mal mehr nach rechts und mal mehr nach links. Zudem freut sich der Kopf, wenn man ihn regelmäßig mit Übungen dehnt - eine kleine Anleitung:
1. Das Ohr auf eine der beiden Schultern legen, bis ein Zug entsteht. Dieses Prozedere auf der anderen Seite wiederholen.

2. Den Nacken nach oben strecken und die Schultern nach unten ziehen.
Insgesamt ist die Zahl der Erkenntnisse zu den Konsequenzen der Smartphone-Verwendung noch überschaubar. Doch soviel steht fest: Wer dabei nicht auf seine Körperhaltung achtet, wird auf Dauer von Schmerzen wohl nicht verschont bleiben.
mas

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