+
Wer in der Freizeit täglich mehr als zwei Stunden vor einem Bildschirm sitzt, steigert laut einer Studie die Gefahr, früh an Herzproblemen oder anderen Erkrankungen zu sterben (Archivbild).

Studie: TV-Glotzen erhöht Sterberisiko

Washington - Gemütlich auf der Couch sitzen und fernsehen, klingt doch eigentlich sehr harmlos, ist es aber nicht. Wissenschaftler haben nun in einer Studie die Gewohnheit genauer untersucht.   

Mit Rücksicht auf die Gesundheit sollte man die Zeit vor Fernseher und Computer nicht übertreiben und sich lieber regelmäßig bewegen. Denn wer in der Freizeit täglich mehr als zwei Stunden vor einem Bildschirm sitzt, steigert laut einer Studie die Gefahr, früh an Herzproblemen oder anderen Erkrankungen zu sterben. Offenbar fördert die Dauerpassivität Entzündungsreaktionen im Körper.

“Es ist eine Frage der Gewohnheit“, sagt Studienleiter Emmanuel Stamatakis vom University College in London. “Viele von uns kommen nach Hause, stellen den Fernseher an und setzen sich mehrere Stunden hin. Das ist zwar bequem und einfach, aber schlecht für das Herz und die Gesundheit allgemein.“ Die Folgen solcher Passivität untersuchte der Forscher an rund 4.500 gesunden Erwachsenen. Sie gaben Auskunft über ihr Leben und wurden im Mittel 4,3 Jahre lang beobachtet.

“Wer viel Zeit vor einem Bildschirm verbringt, stirbt eher an irgendeiner Ursache und erleidet eher Herzprobleme“, fasst Stamatakis das Resultat zusammen. Dieses erhöhte Risiko beginnt demnach ab einer Zeit von zwei Stunden. Wer mindestens vier Stunden täglich vor dem Bildschirm saß, hatte im Vergleich zu jenen Teilnehmern, die damit weniger als zwei Stunden zubrachten, ein um fast 50 Prozent erhöhtes Sterberisiko. Das Risiko für Herzerkrankungen war sogar verdoppelt. Dabei berücksichtigten die Forscher andere Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck, Gewicht oder auch Bewegung.

Die Studie deutet darauf hin, dass die Passivität Entzündungsreaktionen im Körper fördert und die Blutfettwerte ungünstig beeinflusst. So waren beim Dauersitzen vor der Röhre ? im Vergleich zu aktiven Menschen ? die Werte des C-reaktiven Proteins verdoppelt. Das Eiweiß weist auf Entzündungsprozesse hin. Solche Stoffwechselveränderungen erklärten etwa ein Viertel der erhöhten Gefahr, schreiben die Forscher im “Journal of the American College of Cardiology“.

(Quelle: “Journal of the American College of Cardiology“, Online-Vorabveröffentlichung) dapd 

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Test: "Sehr gute" Zahnpasta gibt es schon für 65 Cent
Fluoridgehalt und Abrieb - darauf kommt es bei einer guten Zahnpasta an. Dass die nicht teuer sein muss, beweist der aktuelle Vergleich der Stiftung Warentest.
Test: "Sehr gute" Zahnpasta gibt es schon für 65 Cent
Gedankenkarussells mit "Power Posing" unterbrechen
Wenn sich nachts die Gedanken im Kreis drehen, fällt das Einschlafen schwer. Doch was ist zu tun, wenn das Grübeln stundenlang anhält? "Power Posing" heißt die Lösung. …
Gedankenkarussells mit "Power Posing" unterbrechen
Ohren föhnen: Wie Schwimmer der Badeotitis vorbeugen
Wenn beim Schwimmen Wasser ins Ohr dringt, ist es für viele Freizeitsportler schon unangenehm genug. Gelangen dadurch auch noch Bakterien ins Hörorgan, wird es meist …
Ohren föhnen: Wie Schwimmer der Badeotitis vorbeugen
Ein Baby trotz chronischer Erkrankung? Planung entscheidet
Auch wer eine Krankheit wie Rheuma oder Diabetes hat, wünscht sich vielleicht ein Kind. Heutzutage ist eine Schwangerschaft auch für chronisch kranke Frauen gut machbar. …
Ein Baby trotz chronischer Erkrankung? Planung entscheidet

Kommentare