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Abhängigkeit: Wie eine Sucht entsteht, welche Formen sie annimmt und was wir dagegen tun können

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Von: Nicolai Hackbart

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Wissen Sie, wie viele Millionen Menschen abhängig von Tabak sind? Lesen Sie alle wichtigen Fakten und Informationen zum Thema „Abhängigkeit“.

Etwa 7,8 Millionen Menschen in Deutschland haben einen riskanten Alkoholkonsum, 10,8 Millionen sind abhängig von Tabak und für 4,6 Prozent der Bevölkerung lässt sich ein problematischer Konsum von Internetanwendungen feststellen. Das ist nur ein kleiner Ausschnitt aus einer Studie des Fachverbands Sucht e.V. aus dem Jahr 2018. Doch was steckt eigentlich hinter den Begriffen Sucht, und Abhängigkeit? Wann ist man abhängig und wann nur harmloser Konsument? Viele Fragen um dieses wichtige Thema sollen in diesem Artikel beantwortet werden.

Abhängigkeit: Bedeutung und Definition

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist eine Sucht oder Abhängigkeit ein seelischer und/oder körperlicher Zustand, in dem Menschen trotz eigener sozialer, körperlicher und seelischer Nachteile ein unüberwindbares Verlangen nach bestimmten Substanzen oder Verhaltensweisen haben. Menschen werden von diesem Verlangen regelrecht beherrscht und haben die Kontrolle darüber verloren. Außerdem sind die meisten Abhängigkeiten davon geprägt, dass über einen längeren Zeitraum die Dosis gesteigert wird und die Toleranz gegenüber den süchtig machenden Stoffen zunimmt. Seit 1968 ist eine Abhängigkeit in Deutschland als Krankheit eingestuft.

Die Begriffe „Sucht“ und „Abhängigkeit“ können als Synonyme gesehen werden. Jedoch wird „Sucht“ nur noch umgangssprachlich verwendet, da mit diesem Begriff häufig eine Stigmatisierung der Betroffenen stattfindet. Zum Schutz der Abhängigen und zum Deutlichmachen, dass es sich hierbei um eine Krankheit handelt, sollte deshalb besser der Begriff „Abhängigkeit“ genutzt werden.

Lesen Sie auch: MS-Symptome rechtzeitig erkennen: Diese Frühwarnzeichen sollten Sie nicht ignorieren

Was sind Anzeichen für eine Abhängigkeit?

Die Caritas nennt zehn Punkte, die bei einer ersten Einschätzung helfen sollen, ob jemand von einer Abhängigkeit betroffen ist. Auf diese Warnsignale sollten Sie achten:

Formen der Abhängigkeit

Die Abhängigkeit nach Alkohol ist allgemein bekannt. Nicht selten hört man deshalb auch den Namen „Volksdroge“. Doch hinter dem Sucht-Begriff verbirgt sich eine Vielzahl an Ausprägungen. Generell gilt die Einteilung in psychische und physische Abhängigkeit und in stoffgebundene und nicht-stoffgebundene Abhängigkeit.

Beispiel-Substanzen bzw. -Handlungen, die abhängig machen können
stoffgebundene AbgängigkeitAlkohol, Tabak (Nikotin), Kaffee (Koffein), Cannabis, Nasenspray, andere Medikamente, andere (illegale) Drogen), usw.
nicht-stoffgebundene AbhängigkeitGlücksspiel, PC-/Online-Konsum, Arbeiten, Kaufzwang, Kleptomanie (Stehlen), Machtverlangen, Gegenstände sammeln, exzessiver Sport, usw.

Quelle: drogenberatung-wolfsburg.de

Zwei Frauen rauchen einen Joint.
Zwei Frauen rauchen bei einer Protestaktion für legalen Cannabis-Konsum im Görlitzer Park einen Joint. © picture alliance/dpa/Paul Zinken

Ursachen für Abhängigkeit: Was macht einen süchtig?

Im Mittelpunkt der Entwicklung einer Abhängigkeit steht das Belohnungssystem unseres Hirns. Es ist etwas ganz natürliches und hilfreiches: wenn wir etwa einen süßen Keks essen oder nach einem durstigen Tag endlich eine kühle Limo trinken können, fühlen wir uns glücklich. Unser Körper belohnt uns also dafür, dass wir überlebensnotwendige Dinge erledigen, wie Essen, Trinken und auch Fortpflanzen, damit wir das auch gerne wieder machen.

Leider lösen jedoch nicht nur lebenswichtige Substanzen oder Handlungen dieses Glücksgefühl aus. Auch berauschende Stoffe machen uns glücklich und motivieren uns, solche Stoffe erneut zu konsumieren. Häufig nutzen diese Substanzen dem Körper jedoch gar nichts oder sind sogar schädlich, wie etwas Alkohol und viele synthetische Drogen.

Bei vielen Handlungen funktioniert unser Belohnungssystem ähnlich. Das Hirn schüttet das Glücksgefühl bei vielen Menschen beispielsweise bei Glücksspielen, waghalsigen Aktionen, Macht und PC-Konsum aus.

Dass sich aus solchen Stoffen oder Handlungen eine Abhängigkeit entwickeln kann, wird von drei Faktoren beeinflusst, wie „drogenberatung-wolfsburg.de“ schreibt:

Sucht-Beratung: Wege aus der Abhängigkeit

Sie haben eine Konsum-Abhängigkeit erkannt? Dann ist der erste und wohl auch wichtigste Schritt, sich das selbst einzugestehen und den Willen zu haben, etwas daran zu ändern. Die gute Nachricht ist, dass Sie den Weg ab jetzt nicht alleine gehen müssen. Es gibt zahlreiche Programme und Beratungsstellen, die einem den Weg aus der Abhängigkeit zeigen können und Sie in allen Schritten professionell begleiten. Auf der Webseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gibt es eine Liste vieler örtlicher Beratungsstellen in ganz Deutschland. Auch der Fachverband Sucht e.V. bietet Hilfe und Informationen für alle Sitationen an.

Wenn Sie eine erste Beratung hinter sich gelassen haben, beginnt in der Regel bald die Entzugsphase, in der Sie professionell über den gesamten Zeitraum geleitet werden. Der Ausstieg aus einer Abhängigkeit ist nicht einfach und auch nicht schnell erledigt. Ausdauer ist das A und O. Auch nach dem Entzug sollten Sie den Kontakt zu Ihrer Beratungsstelle nicht aufgeben, um einen möglichen Rückfall zu verhindern oder schnell genug zu behandeln. *merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Zentral-Redaktionsnetzwerks.

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