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Gegen die Weihnachtsgans ist nichts einzuwenden, jedoch sollte man das Schlemmen nicht eskalieren lassen.

Festessen:

Frohes Fest für Leib und Magen?

Eines wollen Ernährungsexperten in keinem Fall: Mit erhobenem Zeigefinger den Menschen ein schlechtes Gewissen einreden. Dennoch gibt es auch für das Festessen Ernährungstipps.

„Weihnachten ist nicht nur eine Zeit der Muße und der Besinnung, sondern auch eine Zeit des Genusses“, sagt Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung und fügt hinzu: „Es ist völlig in Ordnung, wenn man in Maßen schlemmt.“

Schönes Essen macht Fest erst zum Fest

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Ähnlich klingt der Göttinger Ernährungspsychologe Volker Pudel: „Schönes Essen macht das Fest erst zum Fest“, betont er. „Zwischen Heiligabend und Neujahr ist noch keiner dick geworden.“ Doch dann folgt die Mahnung: „Aber es sollte nicht eskalieren. „Eskalieren – das meint die nahtlose Aneinanderreihung von Kalorienbomben, die vielerorts ebenso untrennbar zum Weihnachtsfest gehören wie Tannenbaum und Geschenke: Eine sahnige Suppe vorneweg, die deftige Weihnachtsgans mit Klößen als Hauptgang, Mousse au Chocolat als Nachspeise und zwischendurch Lebkuchen, Marzipan und Weihnachtsgebäck.

Fett macht nicht richtig satt

Die Folgen solcher Völlerei zeigen sich nicht nur nach den Festtagen auf der Waage. Sie sorgen mitunter auch akut in Form von Völlegefühl, Sodbrennen, Magenschmerzen oder Schlafstörungen für Reue. Pudel warnt vor drei Grundübeln: „Zu viel Fett, zu viel Alkohol, zu wenig Bewegung. Und alles zusammen potenziert sich.“ Fett etwa sei, maßvoll genossen, kein Problem. „Das Stück Butter am Gemüse ist unverzichtbar“, betont er, „aber zehn Stück Butter schmecken nicht zehn Mal so gut.“ Neben der hohen Kaloriendichte habe Fett im Gegensatz zu Kohlenhydraten einen weiteren entscheidenden Nachteil: „Es macht nicht richtig satt.“

Pute, Lamm oder Fisch statt Gans

Also raten Pudel und Gahl übereinstimmend, schon bei der Menüplanung den Fettanteil bewusst zu berücksichtigen. „Wenn schon die Hauptspeise fettreich ist, muss es nicht unbedingt noch eine fettige Vor- und Nachspeise sein“, mahnt Gahl. „Wer die traditionelle Weihnachtsgans als Hauptspeise nicht missen möchte, der kann die Soße erkalten lassen und das oben schwimmende Fett abschöpfen. So wird der Gänsebraten bekömmlicher“, weiß die Ernährungsexpertin. Und wenn Tradition nicht oberstes Gebot ist, so raten die Experten statt zur fettreichen Gans zu Pute, Lamm, Roastbeef oder Fisch, jeweils mit reichhaltiger Gemüsebeilage.

Ein Wein darf sein, Schnaps lieber nicht

Gegen Wein zum Essen hat Pudel nichts einzuwenden. Den Verdauungsschnaps nach dem Essen sehen die Experten dagegen mit gemischten Gefühlen: „Alkohol regt zwar die Magensäure an, aber er täuscht mit seiner betäubenden Wirkung über die Sättigung hinweg“, sagt Gahl. Pudel nennt einen weiteren Einwand: „Der Körper kann Alkohol nicht speichern.“ Alkohol werde daher sofort verbrannt, was die Verbrennung von Fett verzögere und dessen Einlagerung, etwa an der Taille, fördere.

Keine Bedenken gegen Kaffee

Keine Bedenken haben die Ernährungsforscher gegen Kaffee nach dem Essen. Dessen verdauungsfördernden Effekt hält Gahl allerdings für begrenzt. Das Getränk fördere die Arbeit von Magen und Dünndarm nicht, lediglich die Motorik des Dickdarms werde angeregt. Ratsamer ist da schon Bewegung: „Wenn man sich zwischendurch bewegt, kann der Körper besser verdauen“, betont Gahl. Deshalb sei jeder Kilometer wichtig.

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