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Tests auf sexuell übertragbare Krankheiten gehören zu den individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL). Sie werden nicht von den Gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Foto: Andrea Warnecke

Teure Extras beim Frauenarzt: Was ist sinnvoll?

Ultraschalluntersuchung, Krebsvorsorge, Test auf sexuell übertragbare Krankheiten: Über Zusatzleistungen beim Gynäkologen, die "IGeL", entscheiden Patientinnen selbst. Dabei müssen sie Nutzen und Risiken abwägen.

Berlin (dpa/tmn) - In der Praxis beim Gynäkologen angekommen, gibt es für Patientinnen oft gleich eine Liste von möglichen kostenpflichtigen Extras. Die individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) müssen Patientinnen selbst zahlen - und entscheiden, ob sie die Leistungen möchten.

Nutzen und Risiken abwägen: Patientinnen sollten sich vorab informieren, was bei einer Untersuchung genau gemacht wird und welchen Nutzen die Untersuchung haben kann, rät Elisabeth Buchinger von der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD). Auch wie gut die Methode geprüft ist, welche Risiken möglich sind und welche Folgen sich aus dem Ergebnis ergeben, sollten sie in ihre Entscheidung einbeziehen.

Bedenkzeit nehmen:Generell rät Buchinger, sich nicht zu einer Untersuchung überreden zu lassen. "Es ist immer möglich, eine zweite Meinung von einem anderen Arzt einzuholen." Dringend sind IGeL nie.

Schriftlichen Vertrag abschließen: Unbedingt sollte die Patientin vor der Behandlung nach den Kosten fragen und einen schriftlichen Behandlungsvertrag mit dem Arzt schließen, empfiehlt Buchinger.

Weitere Hilfe bietet der IGeL-Monitor: Dort werden auf Grundlage wissenschaftlicher Studien Nutzen und Schaden von Selbstzahlerleistungen bewertet - ein Überblick:

Ultraschalluntersuchung der Eierstöcke:Frauen haben keinen Nutzen davon, wenn sie ihre Eierstöcke ohne konkreten Verdacht per Ultraschall untersuchen lassen, wie Christian Weymayr, Projektleiter des IGeL-Monitors vom Medizinischen Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS), sagt. Dagegen kann der Schaden massiv sein: Frauen werden durch die Untersuchung fälschlicherweise als Krebspatientinnen behandelt. Laut einer Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften, der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Krebshilfe sollten auch Frauen mit erhöhtem Risiko keine Untersuchungen zur Früherkennung von Eierstockkrebs durchführen.

ThinPrep-Test (Dünnschichtzytologie): "Der ThinPrep-Test wird vom Berufsverband der Frauenärzte nicht empfohlen, da er keine besseren Resultate zeigt als die konventionelle zytologische Untersuchung," sagt Albring. Zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs sei die Dünnschichtzytologie im Vergleich zum herkömmlichen Zellabstrich (Pap-Test) im Nutzen und Schaden gleich, sagt Weymayr.

HPV-Test: Der Test auf humane Papillomviren (HPV), die sexuell übertragen werden und von denen einige Virentypen zur Entstehung von Gebärmutterhalskrebs beitragen können, habe für Frauen ohne auffälligen Krebsabstrich keinerlei Aussagekraft, sagt Albring.

Hormonanalysen wie Menopausen-Test und Hormonstatus: Hat die Patientin keine Beschwerden und mit keinen Veränderungen des Körpers wie Müdigkeit und sexueller Unlust zu kämpfen, sei ein Hormontest sinnlos, sagt Albring. Die Probleme, die durch einen solchen Test gefunden werden, seien nur behandlungsbedürftig, wenn die Patientin unter Beschwerden wie Blutungsstörungen und Hitzewallungen leidet.

Service:

Bundesweites Beratungstelefon der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD): +49 (0)800 0 11 77 22 (Montag bis Freitag 10 bis 18 Uhr, Donnerstag bis 20 Uhr; kostenfrei im deutschen Festnetz)

Bewertungen im IGeL-Monitor zu IGeL beim Gynäkologen

Tipps zum Verhalten bei IGeL-Angeboten

Bundesweites Projekt "IGeL-Ärger" der Verbraucherzentrale NRW

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