+
Für manche wird das Rauschen in ihrem Ohr zur ständigen Qual.

Zur Ruhe kommen

Therapie gegen Tinnitus: Was Betroffenen hilft 

Das ständige Rauschen im Ohr ist für Betroffene eine ständige Qual. Es gibt verschiedene Therapie gegen den Tinnitus, um dem Hirn das Zuhören abzugewöhnen.

Jeder kennt das: Auf einer Party reden Dutzende Menschen durcheinander. Dennoch versteht man den Gesprächpartner gegenüber recht gut. Und das, obwohl seine Worte eigentlich in dem lauten Wirrwarr aus Tönen und Stimmen untergehen müssten. Doch unser Gehirn weiß, das Wichtige herauszufiltern. Wenn wir uns auf etwas konzentrieren, nehmen wir es verstärkt wahr.

Genau hier geht bei Tinnitus-Patienten oft etwas schief. Sie lauschen den störenden Geräuschen aus ihrem Inneren. Für das Gehirn heißt das: Das Geräusch muss sehr wichtig sein. Es verstärkt daher die bewusste Wahrnehmung – und lässt das Ohrensausen für die Betroffenen zu einem Leiden werden, vor dem sie nie Ruhe finden.

Permanente Qual

Genau hier setzen wirksame Therapien an. Denn nicht jeder empfindet das Klingeln im Ohr als permanente Qual. Viele schaffen es, ihm wenig Aufmerksamkeit zu schenken. Wie andere Geräusche nehmen sie es schließlich bewusst kaum mehr wahr. Mediziner sprechen dann von einem kompensierten Tinnitus. Das sollen auch Patienten wieder lernen, deren Tinnitus dekompensiert und damit zum Lebensproblem geworden ist. Um dem Hirn das Zuhören abzugewöhnen, gibt es verschiedene verhaltenstherapeutische Ansätze.

Verhaltenstherapie

Im ersten Schritt lernen die Patienten meist zu verstehen, woher das Ohrensausen kommt. Das nimmt die Angst. Zum Einsatz kommt in einem zweiten Schritt manchmal ein Tinnitus-Noiser. Dieser erzeugt ein angenehmes Geräusch, auf das sich die Patienten konzentrieren sollen.

Doch gibt es auch andere Methoden, die inneren Geräusche umzubewerten. Denn oft ist es die negative Einstellung, die das Sausen oder Klingeln zum Problem werden lässt. Nicht selten leiden die Patienten zudem an einer allgemeinen Überempfindlichkeit gegenüber Geräuschen. Eine weitere wichtige Säule der Behandlung ist dann die Verhaltenstherapie. Hier lernt der Betroffene Techniken, die ihm helfen, sich nicht auf das Ohrgeräusch zu konzentrieren. Oft werden die Patienten zudem psychotherapeutisch begleitet. Auch Entspannungsübungen gehören zur Therapie. Denn Stress erhöht das Leiden am inneren Lärm. Am Ende schweigt der Tinnitus zwar nicht. Doch hat der Betroffene gelernt, ihm nicht mehr ständig zu lauschen.  

sog

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Ziehen oder veröden: Besenreiser und Krampfadern loswerden
Sichtbare Äderchen an den Beinen sehen unschön aus, müssen aber nicht gefährlich sein. Wie unterscheidet man die harmlosen von den behandlungsbedürftigen? Und was tun …
Ziehen oder veröden: Besenreiser und Krampfadern loswerden
Zecken-Alarm: Dieses Lebensmittel ist mit FSME-Viren infiziert
Sie sind lästig, fast überall und richten gesundheitlichen Schaden an: Zecken übertragen FSME. Die Viren werden aber auch durch ein Lebensmittel übertragen.
Zecken-Alarm: Dieses Lebensmittel ist mit FSME-Viren infiziert
Reform: 80 000 Menschen erhalten zusätzlich Pflegeleistungen
Darauf haben viele Menschen gewartet, die allein nicht zurecht kommen. Seit Jahresbeginn können sie mehr Hilfe aus der Pflegeversicherung erhalten. Zehntausendfach haben …
Reform: 80 000 Menschen erhalten zusätzlich Pflegeleistungen
Schock: Wodka Red Bull hat die gleiche Wirkung wie Kokain
Für viele Feierwütige gehört Alkohol auf Partys einfach dazu. Wodka Red Bull zählt dabei zu den beliebtesten Party-Getränken - doch mit üblen Langzeit-Folgen.
Schock: Wodka Red Bull hat die gleiche Wirkung wie Kokain

Kommentare