Stuttgart: Gericht will Diesel-Fahrverbot ab Januar

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Die Prüfung der Experten hat bei den 2011 neu zugelassenen Medikamenten enttäuschende Ergebnisse erbracht. Nur drei Präparate waren besser als eingeführte Arzneien.

TK-Report

Neue Pillen ohne Mehrwert

Patienten knüpfen an neue Medikamente häufig große Hoffnungen. Die Mittel sollen schneller, schonender oder effektiver wirken, weniger Nebenwirkungen haben. Doch der Fortschritt ist eher selten.

Die erwünschten Erwartungen bleiben – zumindest nach Erkenntnissen der Techniker Krankenkasse (TK) – jedoch oft unerfüllt. Gestern stellte die Kasse ihren diesjährigen Innovationsbericht vor. Das Ergebnis: Nur drei der 20 Medikamente, die 2011 auf den deutschen Markt kamen, stellen nach Ansicht der Studien-Autoren tatsächlich eine Innovation dar. Sieben bewerteten sie gar als nicht innovativ. Die Forscher der Universität Bremen, die den Bericht im Auftrag der TK erstellt hatten, sahen in den Mitteln keinen entscheidenden Mehrwert im Vergleich zu vorhandenen Therapien.

Der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) setzt dagegen, dass sich auch kleine Verbesserungen über die Jahre zu großen Fortschritten summieren.

Der Leiter des TK-Innovationsberichts, Gerd Glaeske von der Universität Bremen, unterstreicht die neuen Risiken, die neue Mittel mit sich brächten. So seien unter den 20 analysierten Medikamenten sieben gewesen, zu denen die Hersteller nach Markteinführung „Rote-Hand-Briefe“ verschickt hätten. Mit solchen Briefen informieren die Unternehmen Ärzte über Risiken, die noch nicht bekannt waren, als das Präparat zugelassen wurde. „39,5 Prozent der niedergelassenen Ärzte sind grundsätzlich positiv eingestellt bei neuen Arzneimitteln, ohne zu wissen, ob das Ganze eine wirkliche Innovation ist oder nicht“, erklärt Glaeske. „Das heißt: Fast 40 Prozent verordnen gerne Neues, weil sie meinen, damit wäre auch etwas Besseres verbunden.“

Ein Beispiel, dass das nicht stimmen muss, sei ein neues Therapeutikum gegen ADHS, das Zappelphilipp-Syndrom. Den TK-Forschern zufolge gibt es bessere Arzneistoffe, zudem könne der neue Stoff abhängig machen. Und: Das Mittel ist relativ teuer.

Krebs- oder Multiple-Sklerose-Therapie

Gerne werde gezielt in lukrative Märkte hinein produziert. Gut ein Drittel der neuen Präparate aus dem Jahr 2011 kamen aus den Bereichen der Krebs- oder Multiple-Sklerose-Therapie. In der Onkologie liegen die Jahrestherapiekosten zwischen 50.000 und 100.000 Euro. Der Preis orientiere sich häufig nicht an den Entwicklungs- oder Forschungskosten, sondern daran, was der Markt bereit ist, für eine Neuheit auf dem Gebiet auszugeben. 2013 sind die Kosten der gesetzlichen Krankenkassen für Arzneimittel um 2,4 Prozent auf 32,2 Milliarden Euro gestiegen.

tz/dpa

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