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In Deutschland und Bayern ist die Todesrate für die Patienten nach einer Leberverpflanzung überdurchschnittlich hoch.

Organspende-Skandal

Hohe Todesrate nach Lebertransplantation

München - Der Organspende-Skandal um manipulierte Lebertransplantationen hat ein makabres Phänomen ans Licht gebracht: Die Todesrate bei Patienten in Deutschland ist überdurchschnittlich hoch.

Das liegt nach Einschätzung des Wiener Transplantationsmediziners Ferdinand Mühlbacher an falschen Kriterien bei der Zuteilung der knappen Spenderorgane: Neue Lebern würden den am schwersten erkrankten Patienten eingesetzt, nicht den Patienten mit den besten Gesundungschancen. „Wenn man nur Todkranke operiert, kriegt man nur todkranke oder tote Patienten“, sagte der Mediziner am Rande einer Landtagsanhörung in München.

Falsche Kriterien bei der Zuteilung

Mühlbacher hatte die Kommission geleitet, die die fünf bayerischen Transplantationszentren nach der Aufdeckung des Manipulationsskandals unter die Lupe nahm. An manchen deutschen Transplantationszentren sind nach den von Mühlbacher im Landtag präsentierten Zahlen ein Jahr nach der Operation noch etwa 70 Prozent der Patienten am Leben, im europäischen Schnitt seien es zwischen 80 und 90 Prozent.

Bei den bayerischen Transplantationszentren gab es in den von Mühlbacher untersuchten Jahren von 2007 bis 2012 große Unterschiede: In Würzburg starb im ersten Jahr nach der Operation kein einziger Patient - in Erlangen-Nürnberg dagegen lag die Sterberate bei 38 Prozent, am Münchner Klinikum Rechts der Isar bei 30 Prozent.

dpa

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