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Down-Syndrom: Trisomie 21 führt meist zur Abtreibung

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Es ist ein merkwürdiger Gegensatz: Menschen mit Down-Syndrom sind auf Plakaten und bei Kampagnen für mehr Inklusion sehr präsent - dabei gibt es immer weniger von ihnen. Nicht nur in Deutschland.

Immer besser lässt sich schon in der Schwangerschaft erkennen, ob es im Erbgut des Fötus schwere Störungen gibt. Eine Folge: In Deutschland kommen kaum noch Babys mit Trisomie 21, auch als Down-Syndrom bekannt, zur Welt.

Babys mit der Erbgutstörung Trisomie 21 haben zwar bessere Lebenschancen als je zuvor - doch nur noch selten werden sie ihnen gewährt. Etwa neun von zehn Schwangere lassen hierzulande bei einer Trisomie einen Abbruch machen.

Trisomie 21: Es werden kaum mehr Babys mit Down-Syndrom geboren

Im vergangenen Jahr wurde die Geburt eines Down-Syndrom-Kindes gar als Arztfehler vor Gericht verhandelt - die Klage auf Schmerzensgeld wurde abgewiesen. In den meisten Nachbarländern gibt es ähnliche Entwicklungen. Ein Überblick zum Welt-Down-Syndrom-Tag am 21. März:

«Die Schweiz ist in der Praxis noch sehr separativ unterwegs, nicht integrativ und schon gar nicht inklusiv», sagt Barbara Habegger von der Elternvereinigung Insieme21. Die Kinder hätten Anspruch auf den Besuch einer Regelschule. Aber oft lehnten Schulen sie unter fadenscheinigen Gründen ab, etwa, weil angeblich das Klassenzimmer nicht groß genug für ein Kind und seine Heilpädagogin sei. Ihr Sohn gehe in die Regelschule, «weil wir dafür kämpfen». Er koche und bediene gerne. «Mein Mann träumt davon, später mal mit ihm ein Restaurant aufzumachen.»

Wie in anderen europäischen Ländern werden Menschen mit Down-Syndrom in Polen im Bildungsbereich an Spezial-Einrichtungen und Inklusionsschulen gefördert sowie mit Sozialleistungen unterstützt.

Down-Syndrom: Was bedeutet Trisomie 21 

Menschen mit Down-Syndrom haben in jeder Zelle ein Chromosom mehr als andere Menschen. Das Chromosom 21 ist dreifach vorhanden, daher auch die Bezeichnung Trisomie 21. Die Folge sind körperliche Auffälligkeiten und eine verlangsamte motorische, geistige und sprachliche Entwicklung. Die Ausprägungen sind aber sehr unterschiedlich. Häufige organische Probleme sind angeborene Herzfehler, Schwerhörigkeit oder eine Anfälligkeit für Infekte.

Statistisch gesehen kommt bei etwa 600 bis 700 Geburten ein Baby mit Down-Syndrom zur Welt. Benannt ist das Down-Syndrom nach seinem Entdecker, dem englischen Arzt John Langdon Down (1828-1896).

dpa

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