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Die besten pflanzlichen Mittel gegen Rückenschmerzen: Roter Sonnenhut.

Die Heilkraft der Pflanzen

Wenn der Rücken Probleme macht, suchen viele Patienten ihr Heil in Schmerzmitteln. Sie sind oft unverzichtbar – insbesondere bei starken Beschwerden. Andererseits gilt aber auch: Nicht immer, wenn das Kreuz zwickt, müssen gleich große Geschütze her.

„Bei Verspannungen oder Blockaden können Sie es auch erst mal mit der Kraft der Natur versuchen“, rät der Münchner Wirbelsäulen-Profi Dr. Martin Marianowicz. „Es gibt pflanzliche Präparate, die bei leichteren Beschwerden prima helfen – ganz ohne Nebenwirkungen. Sie können eine gute Alternative zu chemischen Mitteln sein.“ In der tz stellt der Mediziner bewährte Arzneien auf pflanzlicher Basis vor, die häufig eine entzündungshemmende Wirkung haben.

Arnika

In der Apotheke gibt es Salben und Öle mit dem Extrakt der gelben Wiesenpflanze. Sie werden direkt auf die schmerzenden Stellen aufgetragen und leicht einmassiert. Das Extrakt enthält ätherische Öle, Flavonoide und Cumarine. Diese Inhaltsstoffe lindern Schmerzen und hemmen Entzündungen. Allerdings sollten Allergiker mit Arnika-Produkten eher vorsichtig sein: Wer auf Korbblüter reagiert, zu denen übrigens auch Kamille, Beifuß und Schafgarbe gehören, der besorgt sich besser andere Naturheilmittel.

Teufelskralle

In dieser Pflanze findet sich Harpagosid. Der Wirkstoff beeinflusst den sogenannten Arachidonsäure-Stoffwechsel und fördert die Produktion von schmerz- und entzündungshemmenden Botenstoffen. Die Wirkung von Teufelskralle lässt sich noch steigern, indem Sie zusätzlich hoch dosiertes Vitamin E einnehmen – am besten 800 mg pro Tag. Die Präparate sind vor allem bei der Behandlung von Arthrose, Rheuma und chronischen Rückenschmerzen einen Versuch wert. Allerdings braucht man etwas Geduld: Wie bei vielen pflanzlichen Mitteln, muss der Patient die Substanz rund drei Wochen verwenden, bis er eine Besserung spürt.

Weidenrinde

Das ist sozusagen die Ursubstanz des klassischen Schmerzmittels ASS (Acetylsalicylsäure). Sie senkt Fieber, schwächt Entzündungen und Schmerzen ab. Hauptwirkstoff der Weidenrinde ist das sogenannte Salicin. In der Leber wird es zu Salicylsäure umgewandelt. Der große Vorteil des Weidenrindenextrakts: Anders als die chemische Substanz ASS schädigt es die Magenschleimhaut nicht. Viele Patienten vertragen Weiden­rindenextrakt besser als ASS – vor allem, wenn sie es über einen längeren Zeitraum einnehmen. Entsprechende Tabletten bekommen Sie in der Apotheke.

Johanniskraut

Die Pflanze lindert Schmerzen und entspannt die Muskulatur. Die Inhaltsstoffe aus den Blüten gibt es als Öl zum Einreiben. Man kann Johanniskraut jedoch auch in Form von Tabletten schlucken – insbesondere, wenn Ihnen Ihre Rückenschmerzen die Konzentration oder sogar den Schlaf rauben. Die Dosis sollte hoch genug sein, das heißt: 900 Milligramm pro Tag, verteilt auf drei Portionen zu je 300 mg. Allerdings macht Johanniskraut die Haut auch lichtempfindlicher. Deshalb gilt für Sonnenanbeter: Unbedingt Creme mit einem hohen Lichtschutzfaktor von 50 oder mehr auftragen.

Beinwell

Diese Pflanze wird traditionell bei Venenproblemen und schweren Beinen verwendet. Sie fördert die Durchblutung, wirkt entzündungshemmend und abschwellend. In Beinwell stecken Rosmarinsäure, Cholin und spezielle Schleimstoffe. Entsprechende Salben sollten die Patienten aber maximal vier bis sechs Wochen im Jahr benutzen. Das Extrat kann Studien zufolge bei längerer Anwendungen Schäden an der Leber hervorrufen.

Bockshornklee

Darin finden sich Stoffe, die den Körper zur Bildung von entzündungshemmenden Botenstoffen anregen. Noch dazu enthält es Saponine (ein heuartiges Kraut). Diese sorgen dafür, dass die Wirkstoffe auch in tiefere Gewebeschichten vordringen. Gemahlene Bockshornkleesamen eignen sich besonders für Umschläge. Und so werden sie gemacht: Die Samen mit kochendem Wasser zu einem Brei vermengen, abkühlen lassen und auf die Haut streichen. Der Brei sollte mindestens 30 Minuten lang auf der Haut bleiben. Besonders wirksam ist die Therapie, wenn Sie die Umschläge mindestens zwei Wochen lang täglich anwenden.

Borretschöl

Es ist reich an ungesättigten Fettsäuren, unter anderem der Omega-6-Fettsäure Gammalinolsäure. Die Säuren können entzündliche Prozesse im Körper unterdrücken. Man kann Borretschöl in Salbenform kaufen, es aber auch zum Kochen hernehmen. Wer beispielsweise unter Rheuma oder entzündlichen Rückenerkrankungen leidet, sollte bis zu sieben Gramm des Öls pro Tag zu sich nehmen. Im Gegensatz zu Borretschkraut enthält Borretschöl keine leberschädigenden Alkaloide. Sie können es guten Gewissens auch über längere Zeit verwenden.

Brennnessel

Brennnessel

Wer auf einer Wiese aus Versehen in Brennnesseln greift, der wird vor allem ein sprichwörtliches Brennen spüren. Aber bei der Behandlung von rheumatischen Beschwerden wird diese Pflanze bereits seit Jahrhunderten eingesetzt. Sie kann auch den Rücken glücklich machen. Dafür sorgen Mineralsalze, ungesättigte Fettsäuren und Kieselsäure. Diese Substanzen hemmen Entzündungen und wirken ­abschwellend. Studien haben ­gezeigt, dass Brennnesselextrakt in Form von Frischsaft oder Tee die Schmerzen wegen ab­genutzten Bandscheiben und Knorpeln lindern können.

Cayennepfeffer

Er enthält Capsaicin – einen Scharfmacher, der sich nicht nur zum Würzen, sondern auch zur Therapie von Wirbelsäulenproblemen eignet. Er hemmt nämlich die Freisetzung eines Schmerzbotenstoffes, sodass die entsprechenden Signale nicht mehr im Gehirn ankommen. Capsaicin oder die chemische Alternative Nonivamid werden bei der Herstellung von Salben und speziellen Wärmepflastern verwendet. Achtung: Für Patienten mit einer empfindlichen Haut eignen sich Wärmepflaster eher nicht, weil die Reizwirkung manchmal zu stark ist. Bei offenen Wunden sind Salben und Pflaster nicht sinnvoll.

Kampfer

Seine ätherischen Öle erzielen bei Verspannungen und Gelenkschmerzen eine positive Wirkung. Kampfer steckt daher in Salben mit durchblutungsfördernder Wirkung, oft in Kombination mit anderen ätherischen Ölen wie Eukalyptus, Nelke, Rosmarin oder Menthol. Diese Salben kann man zwei Mal pro Tag auf die schmerzenden Stellen auftragen. Asthmatiker sollten lieber die Finger von Präparaten mit Kampfer lassen. Im schlimmsten Fall kann er eine Verkrampfung der Bronchialmuskeln und Atemnot hervorrufen.

Roter Sonnenhut

Diese Substanz hilft bei chronischen Rückenschmerzen in Verbindung mit einer Entzündung besonders gut. Echinacea – so der lateinische Name – gibt es beispielsweise als alkoholhaltige Tinktur. Allerdings kann sie Allergikern Probleme machen.

ANDREAS BEEZ

Quellenhinweis: Mit Passagen aus dem Buch „Aufs Kreuz gelegt“ von Dr. Martin Mariano­wicz, Verlag Goldmann Arkana, München.

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