Unfruchtbar: Oft liegt es am Mann

Teil 2 unseres Expertengesprächs zum Thema Kinderwunsch.

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Eine 27-jährige Anruferin hat ihr erstes Kind im Alter von 22 Jahren durch Kaiserschnitt bekommen. Jetzt ist sie wieder schwanger und fragt, ob es möglich ist, das Kind diesmal auf natürliche Weise zu entbinden.

Prof. Öney: Grundsätzlich ist es möglich, auch nach einer Kaiserschnittoperation das nächste Kind auf gewöhnlichem Weg zu bekommen. Wichtig ist es dabei, in Erfahrung zu bringen, weswegen der erste Kaiserschnitt durchgeführt wurde. Die Möglichkeit, weitere Kinder auf natürliche Weise zur Welt zu bringen, hängt gewissermaßen von den Gründen ab, die beim ersten Mal einen Kaiserschnitt erforderlich gemacht haben.

Prof. Öney

Sollte sich etwa das erste Kind in einer Steißlage befunden haben, könnte sie ihr zweites Kind – sofern dieses in Schädellage ist – mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 50 Prozent auf natürlichem Wege entbinden. Ein erneuter Kaiserschnitt wäre hingegen dann angebracht, wenn das Kind wegen einer krankhaften Veränderung ihres knöchernen Beckens durchgeführt worden ist.
Eine 28-jährige Anruferin ist zum zweiten Mal schwanger geworden und hat nun die Sorge, dass ihr Kind nicht gesund sein könnte. Hintergrund ist ein Fall aus der Nachbarschaft, wo eine gleichaltrige Mutter ein Kind mit Down Syndrom (Mongolismus) auf die Welt gebracht hat.

Prof. Öney: Wir sind heute in der Lage, in verschiedenen Phasen der Schwangerschaft durch geeignete Untersuchungen Schäden beim ungeborenen Kind festzustellen. Das gilt insbesondere für Schäden, die auf so genannte chromosomale Fehlbildungen zurückzuführen sind.

Die sogenannte Nackenfaltenmessung etwa lässt sich in der Frühschwangerschaft durch Ultraschall durchführen. In der etwas späteren Schwangerschaft bietet sich eine Fruchtwasseruntersuchung an. Ich habe der Anruferin geraten, sich zunächst mit ihrem Frauenarzt in Verbindung zu setzen. Sofern er es für notwendig erachtet, wird dieser eine Untersuchung entweder selber durchführen oder die Patientin an einen Spezialistenkollegen weiterleiten.

Das Ehepaar M. plant bereits seit längerer Zeit, ein Kind zu bekommen. Doch obwohl sie nicht verhüten, ist bislang noch keine Schwangerschaft eingetreten. Zwar wurde bei Frau M. vor ein paar Jahren eine Zyste am Eierstock entfernt – doch versicherten ihr die Ärzte damals, dass dieser Eingriff keine Auswirkungen auf ihre Fruchtbarkeit habe. Sie fragt nun, ob ihre Fruchtbarkeit vielleicht nicht doch beeinträchtigt sein könnte und was in diesem Fall zu tun wäre.

Dr. Drost: Ich empfehle Frau M. dringend, einen Gynäkolgen aufzusuchen. Dort sollte Sie einen Hormonstatus vornehmen lassen. Dass die vergangene Zysten-Operation im direktem Zusammenhang mit der ungewollten Kinderlosigkeit steht, ist allerdings eher unwahrscheinlich.

Zunächst sollte Frau M. morgens unmittelbar nach dem Erwachen die Körpertemperatur messen. Diese wird sich um den Zeitpunkt des Eisprungs herum verändern. Nach dem Eisprung steigt die Temperatur minimal an. Eine weitere Möglichkeit besteht in Ovulationstests. Diese sind in Apotheken erhältlich.

Mit einem Ovulationstest kann Frau M. testen, ob sie in der Mitte des Zyklus einen Eisprung hat. Sinnvoll wäre darüber hinaus, wenn Herr M. bei einem Urolgen eine Samenprobe untersuchen lassen würde um abzuklären, ob er zeugunsfähig ist. In vielen Fällen liegt die ungewollte Kinderlosigkeit nicht alleine an der Frau.

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