+
Ein Fitnessstudio-Mitglied muss bei dauerhafter Sportunfähigkeit seinen Vertrag kündigen dürfen, befanden die Rostocker Richter. Foto: Jens Kalaene

Urteil zu Fitnessstudios: Sonderkündigungsrecht muss sein

Rostock (dpa/tmn) - Wer ernsthaft krank wird, kann oder sollte in vielen Fällen nicht mehr zum Sport. Fitnessstudios müssen dann ein Sonderkündigungsrecht gewähren, urteilte das Landgericht Rostock.

Verbraucher dürfen durch die Allgemeinen Geschäftsbedingungen in Fitnessstudio-Verträgen nicht unangemessen benachteiligt werden. So ist es nicht ohne weiteres zulässig, Mitgliedern bei nachgewiesener, längerfristiger Sportuntauglichkeit das Recht zur Sonderkündigung zu verwehren. Gegen entsprechende Vertragsklauseln war die Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern vor das Landgericht Rostock gezogen (Az.: 3 O 528/14).

Ein Fitnessstudio verlangte von den Mitgliedern bei voraussichtlich längerer Sportuntauglichkeit ein ärztliches Attest, aus dem sich die voraussichtliche Ausfalldauer ergibt. Dieses sollte spätestens eine Woche nach Beginn der Sportuntauglichkeit vorgelegt werden. Weiter hieß es in den Geschäftsbedingungen: "In diesem Fall verlängert sich die Mitgliedschaft entsprechend der gewährten Auszeit. Dies entbindet das Mitglied jedoch nicht von seinen Zahlungsverpflichtungen."

Die Kritik der Verbraucherschützer: Hierdurch werde dem Mitglied keine Möglichkeit eingeräumt, trotz Sportuntauglichkeit, zum Beispiel auch wegen einer Schwangerschaft, den Vertrag endgültig zu kündigen. Das betroffene Fitnessstudio änderte seine Klauseln freiwillig, ohne die Entscheidung des Gerichts abzuwarten.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Grippewelle 2017/2018: So ist die aktuelle Lage in Deutschland
Die Grippewelle hat die Deutschen nun in der kalten Jahreszeit im Griff. Doch wo wütet sie bundesweit in der Influenzasaison 2017/2018 besonders schwer?
Grippewelle 2017/2018: So ist die aktuelle Lage in Deutschland
Krass: Phosphat bleibt im Döner - obwohl es herzkrank machen soll
Kürzlich bestimmte Brüssel, dass Acrylamid in Pommes und Chips reduziert werden soll. Der Grund dafür: mögliche Krebsgefahr. Doch Phosphate im Döner dürfen bleiben.
Krass: Phosphat bleibt im Döner - obwohl es herzkrank machen soll
Streit um Homöopathie bei Krankenkassen
Obwohl homöopathische Therapien laut großen Studien keine Wirkung besitzen, zahlen viele Krankenkassen sie. Damit müsse Schluss sein, fordern Kritiker.
Streit um Homöopathie bei Krankenkassen
Vorsätze für 2018: Weniger Stress und Handy
Die Wünsche für das neue Jahr ähneln denen vergangener Jahre: Weniger Stress erhoffen sich viele. Vor allem Jüngere denken dabei an ihr Handy und wünschen sich mehr …
Vorsätze für 2018: Weniger Stress und Handy

Kommentare