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Die Verbraucherzentrale Hamburg hat 20 vegane Lebensmittel getestet.

Zu salzig, zu fettig

Vegane Lebensmittel nicht besser als andere

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München - Wer auf tierische Lebensmittel verzichtet, möchte gesunder und nachhaltiger leben. Doch die Verbraucherzentrale Hamburg hat herausgefunden, dass vegane Lebensmittel auch nicht besser sind als andere.

Ein hoher Fleischkonsum beeinflusst den Klimawandel, verursacht  Krankheiten wie Herzstörungen und Übergewicht sowie nicht artgerechte Haltung von Tieren. Für immer mehr Menschen ist das ein Grund, ihre Ernährungsgewohnheiten komplett umzustellen und auf Fleisch und alle anderen tierischen Produkte zu verzichten. Sie leben vegan. In den Supermärkten finden sie gute Unterstützung: Das Angebot an veganen Lebensmitteln wächst stetig. Doch sind die wirklich besser als die herkömmlichen?

Die Verbraucherzentrale Hamburg hat 20 vegane Lebensmittel untersucht und kommt zu dem Ergebnis: Bei vielen veganen Alternativprodukten besteht noch Verbesserungsbedarf. Viele sind zu salzig, zu fettig, betreiben Etikettenschwindel und sorgen beim Verbraucher für Verwirrung.

Lebensmittel zu fettig und zu salzig

Von den 20 untersuchten veganen Lebensmitteln weisen vier zu viel Fett und fünf zu hohen Salzgehalt auf. Obwohl Veganer durch ihre Ernährung weniger Fette aufnehmen, sollten sie auf solche Produkte verzichten, empfiehlt die Verbraucherzentrale Hamburg. Außerdem beanstanden die Verbraucherschützer, dass auf vielen Produkten die Nährwertangaben nur lückenhaft seien. Die komplette Auflistung werde erst im Jahr 2016 Pflicht.

Die Untersuchung beschäftigte sich auch mit Zusatzstoffen und Aromen. Wenn tierische Produkte nachgeahmt werden, werden oft mehr Zusatzstoffe hinzugefügt, um den richtigen Geschmack herzustellen. Daher sind viele vegane Lebensmittel auch keine naturreinen Produkte.

Etikettenschwindel bei veganen Lebensmitteln

Ein weiterer Kritikpunkt: Auch bei veganen Produkten wird Etikettenschwindel betrieben. Die Abbildungen auf der Verpackung stimmen oft nicht mit den tatsächlichen Inhaltsstoffen oder der Herkunft der Zutaten überein. So ist etwa auf einem "Cereal Drink" eine Alpenkulisse zu sehen. Doch die Hirse kommt aus Ungarn, die Haselnüsse aus Italien oder der Türkei. Ein anderer Hersteller wirbt für seinen Brotaufstrich mit Walnüssen auf der Verpackung. Doch in Wirklichkeit enthält das Lebensmittel lediglich zwei Prozent Walnussöl. Diese Abbildung führt Verbraucher in die Irre, urteilt die Verbraucherzentrale.

Viele Einkäufer orientieren sich am Supermarktregal an Gütesiegeln auf den Lebensmitteln. Erkennen sie ein veganes Label, gehen sie davon aus, dass sie ein veganes Produkt kaufen. Doch ein einheitliches Siegel, das Verbrauchern mehr Sicherheit geben würde, gibt es nicht. Viele Unternehmen kreieren sich ihre Siegel selbst. Das wiederum sorgt bei den Verbrauchern für Verwirrung. Die Verbraucherschützer fordern daher auch mehr Transparenz von den Unternehmen. Diese haben daran aber wohl nur wenig Interesse: Lediglich 40 Prozent der kontaktierten Firmen antworteten auf Fragen der Verbraucherzentrale.

lot

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