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Weniger Bewegung und mehr Zeit an Bildschirmen mache mehr Menschen kurzsichtig, schreibt die WHO zum Welttag des Sehens. Foto: Sebastian Kahnert/zb/dpa

Weltgesundheitsorganisation

Veränderter Lebens- und Arbeitsstil macht Augen schlechter

Immer mehr Menschen werden in der Zukunft auf Sehhilfen, wie beispielsweise Brillen, angewiesen sein, warnt die WHO. Warum nehmen die Sehprobleme zu und warum liegt das auch am Lebensstil?

Genf (dpa) - Mehr Menschen auf der Welt werden schlechte Augen haben. Diesen Trend sagt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wegen veränderter Lebens- und Arbeitsgewohnheiten der Menschen voraus.

Zum einen wachse der Anteil der Menschen mit Sehbeeinträchtigungen durch die höhere Lebenserwartung, weil Sehprobleme mit dem Alter zunähmen. Zum anderen mache aber auch weniger Bewegung im Freien und mehr Zeit an Bildschirmen - Computer, Fernseher, Spielekonsolen, Handys - mehr Menschen kurzsichtig, schreibt die WHO zum Welttag des Sehens (10. Oktober). Auch die wachsende Zahl der Diabetes-Kranken sorge für mehr Augenkrankheiten: Zuckerkranke entwickelten oft Schäden an der Netzhaut.

Mehr als eine Milliarde Menschen weltweit muss nach Angaben der WHOmit Sehbeeinträchtigungen leben, die mit teils simplen Mitteln beseitigt oder durch Eingriffe hätten verhindert werden können. Dabei handelt es sich etwa um Kurz- oder Weitsichtigkeit, einem grauen oder grünen Star. Der Produktivitätsverlust im Jahr allein durch unkorrigierte Kurzsichtigkeit werde auf 244 Milliarden Dollar (222 Milliarden Euro) geschätzt. Viele Kurzsichtige können bestimmte Tätigkeiten ohne Korrektur nicht verrichten.

In vielen Ländern mit niedrigen Einkommen mangelt es an Augenärzten und Behandlungsmöglichkeiten. Insgesamt haben 2,2 Milliarden Menschen - mehr als jeder vierte - nach dem Bericht Sehbeeinträchtigungen oder sind blind. 65 Millionen sind wegen unbehandeltem grauen Star erblindet, und mindestens 800 Millionen Menschen bräuchten eine Brille, Kontaktlinsen oder andere Sehkorrekturhilfen, damit ihre schlechten Augen ihr Leben möglichst wenig beeinträchtigen.

WHO-Faktenblatt

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