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Werbe-Schummelei: Ab dem 14.12.2012 müssen Werbe-Slogans auf Lebensmitteln wissenschaftlich nachgewiesen sein.

"Stärkt Abwehrkräfte"

Verbot von Werbe-Lügen auf Lebensmitteln

Berlin - Cranberrysaft der gegen Blasenentzündungen hilft oder ein Joghurt der vor Erkältungen schützt - Werbeslogans dieser Art sind künftig auf Lebensmitteln EU-weit verboten.  

Ab dem 14. Dezember gilt eine neue Verordnung der Europäische Lebensmittelbehörde (EFSA). Lebensmittel dürfen dann nur noch mit gesundheitsbezogene Werbeaussagen verkauft werden, wenn die Angaben wissenschaftlich nachgewiesen werden konnten. Was nicht erlaubt ist, ist ohne Genehmigung der EFSA ab jetzt verboten.

Verbraucher sollen durch die sogenannte Health-Claims-Verordnung besser vor Irreführung und Fehlkäufen geschützt werden. 

241 Gesundheits-Botschaften auf Lebensmitteln wurden von der EFSA bislang zugelassen, 1796 schafften die Aufnahme dagegen nicht.  Beispielsweise darf laut Anne Markwardt von der Lebensmittelorganisation „Foodwatch“ nicht mehr behauptet werden, dass probiotische Joghurts die Abwehrkräfte so stärken, dass sie vor Erkältung schützen. Auch die Behauptung, dass Milchprodukte die Zahngesundheit fördern, hielt der wissenschaftlichen Überprüfung ebenfalls nicht stand. Angaben wie „fettarm“ oder „ohne Zuckerzusatz“ unterliegen künftig bestimmten Grenzwerten.

Die Liste erlaubt nach der sogenannten Health-Claims-Verordnung beispielsweise folgende gesundheitsbezogene Angaben: 

  • "Calcium wird für die Erhaltung normaler Knochen benötigt"
  • "Vitamin A trägt zur Erhaltung normaler Sehkraft bei"
  • "Vitamin B12 hat eine Funktion bei der Zellteilung" 
  • "Vitamin C trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei"
  • "Zuckerfreier Kaugummi trägt zur Neutralisierung der Säuren des Zahnbelags bei"

Verbraucherschützer kritisieren die Regelungen als zu lasch. Zuckrige Softdrinks würden durch Beimischung geringer Mengen Vitamin C noch nicht zu gesunden Lebensmitteln, auch wenn das Vitamin das Immunsystem stärke, sagte Markwardt von der Lebensmittelorganisation „Foodwatch“. Gleiches gelte für Mineralstoffe. Gesundheitsbezogene Werbeaussagen setzen falsche Anreize, sie führen nicht zu einem besseren, gesünderen Lebensmittelangebot.

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dpa

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