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Wer öfters mal barfuß geht und auf enge Schuhe verzichtet, tut seinen Füßen viel Gutes.

Ratgeber

Verflixte Füße - so bringt man sie wieder zum Laufen

Kaum einem Körperteil schenken wir so wenig Beachtung wie den Füßen. Dabei tragen Sie uns täglich durch die Welt. Doch was tun, wenn sie nicht mehr wollen?

Sie sind das Fundament unseres Körpers, tragen uns durch den Alltag: Auf unseren Füßen legen wir im Laufe des Lebens durchschnittlich etwa 130.000 Kilometer oder 200 Millionen Schritte zurück – rein rechnerisch laufen wir drei bis vier Mal um den Erdball. Dabei wirken enorme Belastungen auf die Füße ein.

Sie müssen bei jedem einzelnen Schritt das Dreifache des Körpergewichts aushalten. Damit die Füße in allen Lebenslagen funktionieren, hat sie die Natur unter anderem mit 26 Knochen, 32 Muskeln und Sehnen sowie 107 Bändern ausgestattet. Entsprechend groß ist aber auch die Gefahr, dass das komplexe Zusammenspiel gestört wird.

Und zwar entweder durch Verletzungen oder durch Verschleiß. Ein Prozess, der sich häufig über Jahrzehnte hinzieht. "Der Fuß verliert seine ursprüngliche, längsgewölbte Form – und daraus kann eine Fülle von Beschwerden entstehen", erklärt Professor Dr. Martin Jung vom Ärztezentrum Orthopädische Chirurgie München (OCM) in Sendling. "Dabei können die erbliche Veranlagung und das Körpergewicht eine Rolle spielen, aber auch das Schuhwerk."

Gerade modebewusste Damen tun einiges, um den Füßen als Wunderwerk der Schöpfung Knüppel zwischen die Beine zu werfen. So befeuern enge Schuhe mit hohen Absätzen die Entstehung von sogenannten Knick-, Senk- und Spreizfüßen, wie die Fachbegriffe für bestimmte Formveränderungen heißen.

"Beim Knickfuß neigt sich der Innenknöchel nach innen, beim Senkfuß geht das Längsgewölbe verloren, und beim Spreizfuß verbreitert sich der Vorfuß", so der Orthopädie-Professor. "Daraus entstehen häufig Fehlstellungen wie der Hallux valgus oder Krallenzehen."

Verflixte Füße – wie kann man sie wieder zum Laufen bringen? Der Münchner Fußspezialist erklärt Ihnen bekannte Erkrankungen beziehungsweise Verletzungen und die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten dazu.

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Hallux valgus

Die Erkrankung: 

Sie gilt als Klassiker unter den Problemen am Vorfuß und kommt bei Frauen viel häufiger vor als bei Männern. Hallux (lateinisch für Großzehe) valgus (nach außen gerichtete Fehlstellung) ist der medizinische Fachausdruck für eine Achsabweichung der großen Zehe in Richtung der kleinen Zehen. "Dabei krümmt sich die Zehe nach außen, und der Ballen wölbt sich nach innen hin zum anderen Fuß. Das kann weitere Probleme nach sich ziehen. So trägt eine Verbreiterung des Vorfußes auch zu einer Überlastung des zweiten, dritten und vierten Mittelfußkopfes bei", berichtet Jung. Experten schätzen, dass ungefähr jede dritte Frau einen mehr oder minder ausgeprägten Hallux valgus aufweist.

Die Symptome: 

Die Patienten klagen oft über einen Druck- und Entzündungsschmerz am Ballen, die abgeknickte große Zehe kann zudem die Nachbarzehe irritieren. Das Gelenk selbst ist meist noch beweglich. Viele Frauen stören sich auch am äußeren Erscheinungsbild der verkrümmten Zehe.

Die Ursachen: 

In den meisten Fällen sind die Patienten schon von ihrer genetischen Veranlagung her anfällig für einen Hallux valgus – das heißt: Sie haben ein vergleichsweise schwaches Bindegewebe, auch ihre Muskeln und Sehnen geben leichter nach. "Wer oftmals und lange hochhackige und enge Schuhe trägt, die vorne spitz zusammenlaufen, der fördert damit entscheidend die Entstehung des Hallux valgus", sagt Jung.

Die Behandlung: 

"Der Hallux valgus wird in der Regel zunächst konservativ behandelt", erläutert Jung. "In frühen Stadien kann Krankengymnastik helfen, speziell die sogenannte Spiraldynamik. Dabei wird die Muskulatur gekräftigt, um der Fehlstellung entgegenzuwirken."

Es gibt auch mechanische Hilfsmittel wie Einlagen, Schienen für die Nacht oder Zehenspreizer. Der Nutzen ist allerdings nicht unumstritten. Die Patientinnen sollten insbesondere auch gesündere Schuhe tragen beziehungsweise auf enge, hochhackige Modelle verzichten. "Die konservativen Maßnahmen helfen aber nur bis zu einem gewissen Grad und oft auch nur für einen beschränkten Zeitraum", weiß Jung.

Wenn die Fehlstellung und die damit verbundenen Schmerzen zu groß werden, macht eine Operation Sinn. Diese erfolgt in aller Regel in Vollnarkose. "Dabei wird in fast allen Fällen der erste Mittelfußknochen durchtrennt und in Richtung des zweiten Mittelfußknochens verschoben. Ziel ist es, den Vorfuß wieder zu verschmälern", erklärt Jung.

Dafür gibt es verschiedene Techniken, unter anderem die Austin-Osteotomie oder die Scarf-Osteotomie. Osteotomie ist der Fachbegriff für Knochendurchtrennung. Ist der Knochen entsprechend ausgerichtet, wird er mit kleinen Schräubchen fixiert.

"Bei einem sehr ausgeprägten Hallux valgus kann es auch erforderlich sein, das Gelenk zwischen der Fußwurzel und dem ersten Mittelfußknochen in einer korrigierten Position zu versteifen. Denn in diesem Gelenk entsteht die Fehlstellung des ersten Mittelfußknochen", sagt Jung.

"Die Beeinträchtigung nach diesem Eingriff ist gering, weil dieses Gelenk wenig bewegt wird." Eine Hallux valgus-Operation dauert im Durchschnitt etwa 35 Minuten, der Patient bleibt anschließend zwei bis drei Tage in der Klinik. Er läuft etwa eine Woche an Gehstützen und trägt ungefähr vier Wochen lang einen speziellen Verbandsschuh.

"In der Regel ist man nach sechs bis acht Wochen wieder arbeitsfähig, das hängt allerdings auch von der Belastung des Fußes im Beruf ab", erläutert der Mediziner. "Die Schwellung kann jedoch noch für zwei bis drei Monate anhalten."

Krallen- und Hammerzehen

Die Erkrankung: 

Vereinfacht gesagt, handelt es sich um gekrümmte kleine Zehen. "Meist sind die zweite und dritte Zehe betroffen, seltener die vierte", berichtet Fußspezialist Jung. Bei der Hammerzehe ist das Grundgelenk wie bei der Krallenzehe überstreckt, das Mittelgelenk steht gebeugt und das Endgelenk in gerader Position. Bei Krallenzehen hingegen steht das Endgelenk ebenso in einer Beugestellung. "Beide Fehlstellungen kommen oft in Verbindung mit einem Hallux valgus vor", erörtert Jung.

Die Symptome: 

Auf dem Mittelgelenk kann sich ein Hühnerauge bilden. Das bei der Krallenzehe nach unten gerichtete Endglied bohrt sich in die Schuhsohle und bereitet dadurch häufig Beschwerden. Es können Schwielen und Druckstellen auch unter dem Mittelfußköpfchen entstehen.

Manchmal werden die Schmerzen so stark, dass die Betroffenen keine normalen Schuhe mehr tragen können. Zudem besteht die Gefahr, dass durch die Fehlstellung andere Zehen bedrängt und irritiert werden können. Oft stört die Patientinnen aber auch das äußere Erscheinungsbild der Hammer- und Krallenzehen.

Die Ursachen:

Wie beim Hallux valgus haben die Betroffenen oft Knick-, Senk- und Spreizfüße, die dann zu Zehenfehlstellungen führen. "Bei der Entwicklung spielt auch das Tragen von hohen und zu engen Schuhen eine wesentliche Rolle. Die kleinen Zehen krallen wegen Platzmangels ständig und werden verstärkt belastet", sagt Jung. Eine mögliche Ursache für Hammer- und Krallenzehen können aber auch neurologische Erkrankungen oder Unfälle sein.

Die Behandlung:

Bei Hammer- und Krallenzehen wird der Patient in der Regel erst einmal konservativ behandelt. Er bekommt beispielsweise spezielle Einlagen mit sogenannten Zehenbänkchen oder Bandagen. "Zum Schutz vor Druckstellen eignen sich Hühneraugenpflaster", rät Jung.

Wenn die Beschwerden zu stark werden, kann eine Operation helfen. Der Fußspezialist erklärt den Ablauf: "Wenn die Strecksehnen verkürzt sind, werden sie verlängert. Falls die Gelenkkapsel des Grundgelenks steif ist, wird sie wieder beweglich gemacht. Das gebeugte Zehenmittelgelenk wird gerichtet und meist in einer nur leicht gebeugten Form versteift. Hierzu wird die Zehe mit einem Draht aufgefädelt und bis zur Ausheilung stabil gehalten. Alternativ können auch kleine metallische Implantate in das Mittelgelenk eingebracht werden. Sie müssen im Gegensatz zu einem Draht nicht mehr entfernt werden. Liegt, wie bei der Krallenzehe, eine kombinierte Fehlstellung am Mittel- und Endgelenk vor, werden beide Gelenke zusammen mit einer kleinen Schraube stabilisiert. Die Schraube wird vollständig in die drei Zehenknochen eingedreht und versenkt."

Oft werden in einer OP gleichzeitig ein Hallux valgus und Krallen- beziehungsweise Hammerzehen gemeinsam therapiert. Wenn man nur eine gekrümmte Zehe begradigt, dauert dieser ambulante Eingriff etwa 15 Minuten.

Er wird in Vollnarkose vorgenommen, kann aber auch mit einem sogenannten Fußblock gemacht werden – das ist ein regionales Anästhesieverfahren, bei dem nur der Fuß betäubt wird. Hinterher muss der Patient abhängig von der OP-Technik für zwei bis vier Wochen einen Verbandsschuh tragen. Er ist nach circa vier bis sechs Wochen wieder arbeitsfähig und muss für zwei bis drei Monate mit einer Schwellung rechnen.

Metatarsalgie

Die Erkrankung:

Dieser medizinische Sammelbegriff setzt sich aus den griechischen Wörtern Metatarsus (Mittelfuß) und Algos (Schmerz) zusammen. Er umfasst Beschwerden im Bereich des Mittelfußes, die in der Regel bei Belastung auftreten. Betroffen sind meist der zweite und dritte sogenannte Zehenstrahl – so nennt man die Einheit aus den jeweiligen Zehen und den dazugehörigen Mittelfußknochen.

Die Symptome: 

Schmerzen beim Laufen. Es bildet sich Hornhaut unter den Mittelfußköpfen, die zusätzlich Beschwerden bereiten kann.

Die Ursachen:

"Meist geraten durch einen Spreizfuß die Mittelfußköpfe des zweiten und dritten Zehenstrahls vermehrt unter Druck. Die Zehengrundgelenke schwellen an, schmerzen und werden zunehmend instabil“, erklärt Jung. Auch hier wirken sich hochhackige und enge Schuhe ungünstig aus.

Die Behandlung:

Hier helfen oft spezielle, maßangefertigte, langsohlige orthopädische Einlagen. Dabei wird der betroffene Mittelfußkopf weich gebettet. "Auch nach einer Hallux valgus-Korrektur werden die Beschwerden im Mittelfußbereich oft besser, da die Großzehe im Anschluss wieder belastbarer ist“, sagt Jung.

Bei ausgeprägter Metatarsalgie könne es sinnvoll sein, die betroffenen Mittelfußknochen in einer OP anzuheben, so der Experte weiter. Bei diesem Eingriff werden die Knochen mit Schräubchen in ihrer neuen Position befestigt. Er dauert 15 Minuten und wird mit einem Fußblock (siehe Krallenzehen) oder in Vollnarkose durchgeführt. Der Heilungs- und Nachsorgeplan ist ähnlich wie bei der Hallux valgus-OP.

Morton Neurom

Die Erkrankung:

Unter einem Morton Neurom verstehen Mediziner eine entzündliche Verdickung der Nerven zwischen den Mittelfußknochen. Betroffen sind die sogenannten Zwischenzehennerven, die die Zehen mit Gefühl versorgen – häufig zwischen dem dritten und vierten oder dem zweiten und dritten Zeh.

Die Symptome:

Wenn die Patienten enge Schuhe tragen, bekommen sie massive Schmerzen am Vorfuß und oft zusätzlich ein pelziges Gefühl. Meistens lassen die Beschwerden nach, sobald man die Schuhe ausgezogen hat.

Die Ursachen: 

"Häufig wird das Morton Neurom durch einen Spreizfuß oder Hallux valgus begünstigt. Durch eine Verdickung und Schwellung des Schleimbeutels zwischen den Mittelfußköpfchen entsteht zusätzlicher Druck auf den Nerv", erklärt der Orthopädie-Professor.

Die Behandlung:

Häufig hilft eine Kortison-Spritze gegen die Entzündung. Auch orthopädische Einlagen werden oft verordnet. Die Patienten sollten zu enge Schuhe meiden. Man kann den verdickten Nerv auch bei einer Operation entfernen.

"Dadurch werden die Schmerzen gut behandelt, allerdings bleibt dauerhaft ein pelziges Gefühl zwischen den Zehen." Die OP dauert circa 20 Minuten und erfolgt in Vollnarkose. Hinterher muss der Patient zwei Wochen lang einen speziellen Verbandsschuh tragen, er kann nach zwei bis drei Wochen wieder arbeiten.

Achillessehnenentzündung

Die Erkrankung:

Die Achillessehne oder ihr Ansatz am Fersenbein werden gereizt und entzünden sich.

Die Symptome: 

Schmerzen beim Sport und beim normalen Gehen, häufig mit sogenannten Anlaufschmerzen – das heißt: Die Beschwerden sind beim Losgehen besonders heftig, lassen aber nach einiger Zeit wieder etwas nach. Manchmal wird die Achillessehne dick und fühlt sich überhitzt an.

Die Ursachen:

"Eine Achillessehnenentzündung entsteht häufig in Folge einer Überlastung, beispielsweise beim Joggen durch eine zu schnelle Steigerung des Trainingsprogramms", erläutert Jung. Auch Fehlstellungen am Rückfuß wie ein Knick- oder Hohlfuß können durch einen veränderten Sehnenzug Auslöser sein.

Die Behandlung:

In der Regel wird die Erkrankung konservativ behandelt. Dazu gehört Physiotherapie, unter anderem mit Dehnungsübungen und Eispackungen. Außerdem können spezielle Röntgenbestrahlungen, Einlagen und andere orthopädische Hilfsmittel wie Fersenkissen oder Bandagen helfen. "Nur selten ist es nötig, das entzündete Gewebe bei einer Operation zu entfernen", berichtet Jung.

Achillessehnenriss

Die Verletzung: 

Die Achilessehne reißt oft beim Sporteln. Der Patient spürt die Verletzung meistens sofort – und er hört es auch. Genauer gesagt einknallartiges Geräusch, das an Peitschenschnalzen erinnert.

Die Symptome:

Schmerzen und Schwellung an der Achilessehne und an der Wade. Die Lücke der gerissenen Sehne lässt sich mit dem Finger tasten. Der Patient kann sich nicht mehr auf die Zehenspitzen stellen.

Die Ursache: 

Häufig schnelle Antritte beim Sport, beispielsweise bei Ballsportarten. "Oft war die Achillessehne schon vor der Verletzung gereizt beziehungsweise entzündet", weiß der Orthopäde.

Die Behandlung: 

Man kann die Verletzung konservativ behandeln, wenn die beiden Enden der gerissenen Sehne nicht zu weit auseinanderliegen. Dazu dient ein spezieller Stiefel. Er hat eine Fersenerhöhung, zwingt den Patienten praktisch auf die Zehenspitzen. Dadurch können die sogenannten Sehnenstümpfe wieder zusammenwachsen.

"Diesen Spezialstiefel muss der Patient sechs Wochen lang tragen, die Fersenerhöhung von anfangs drei Zentimetern wird nach und nach verringert", erläutert Jung. Stehen die Sehnenenden weit auseinander, werden sie in einer Operation wieder vernäht.

Dabei gilt die Grundregel: Frische Verletzungen können minimalinvasiv versorgt werden, also mit einem sehr kleinen Hautschnitt. Der Operateur verwendet Spezialinstrumente. Dieser Eingriff ist auch ambulant möglich. Bei älteren Verletzungen muss der Arzt offen operieren, also einen längeren Hautschnitt setzen.

Der Grund: "Bereits entstandenes Narbengewebe liegt zwischen den Sehnenenden. Dadurch ist ein Zusammenführen der Sehne mit einer kleinen Schnittführung nicht mehr möglich", erklärt Jung. Anschließend bleibt der Patient in der Regel zwei bis vier Tage lang in der Klinik. Nach der OP wird genauso wie bei der konservativen Therapie besagter Unterschenkelstiefel eingesetzt.

Nach der sechswöchigen Versorgung mit dem Unterschenkelstiefel muss der Patient noch für weitere sechs Wochen ein Fersenkissen zur Entlastung der Achillessehne im Schuh tragen. Insgesamt ist der Patient sechs bis acht Wochen krankgeschrieben, er darf 16 Wochen lang keinen Sport treiben, der die Achillessehne belastet – beispielsweise Ballsportarten wie Tennis, Fußball oder Volleyball.

Knöchelverletzung

Die Verletzung:

Experten sprechen von einer Distorsion (Verstauchung) des oberen Sprunggelenks – häufig verbunden mit dem Riss eines oder zweier Außenbänder.

Die Symptome: 

Schmerzen und Schwellung bzw. Bluterguss über dem Außenknöchel, Druckschmerzen über dem Außenband.

Die Ursache:

Umknicken des Sprunggelenks. Das passiert häufig beim Sport. Manchmal sind die Patienten aber auch gestolpert, beispielsweise über einen Bordstein, eine Treppenstufe oder über einen Ast.

Die Behandlung: 

In aller Regel wird die Verletzung konservativ behandelt. Der Patient muss für sechs Wochen eine Knöchelbandage tragen, die auch ein erneutes Umknicken verhindern soll. Jung: "Dadurch heilen 90 Prozent der Bänder wieder stabil aus."

Wenn dies nicht der Fall ist, der Patient dadurch wiederholt umknickt oder weiterhin Schmerzen hat, steht eine Operation an. "Dabei werden die ausgeheilten Bänder heute meist mittig durchtrennt und mit verbesserter Spannung wieder vernäht", erklärt Jung.

Anschließend wird der Fuß sechs Wochen lang ruhig gestellt – nachts mit einer Unterschenkelschiene und tagsüber mit einem speziellen Stiefel. Die OP erfolgt in Vollnarkose und dauert circa 35 Minuten. Der Patient ist etwa sechs bis acht Wochen arbeitsunfähig und darf bis zu 16 Wochen lang keinen Sport treiben.

Wadenbeinbruch

Die Verletzung: 

"Wenn man heftig umknickt und auch noch stürzt, kann das Wadenbein auf Höhe des Sprunggelenks brechen", erläutert Jung. "Häufig passieren solche Verletzungen auch beim Skifahren, die Betroffenen haben sich dann meist bei Stürzen das Bein im Skischuh verdreht, der Ski kann wie ein großer Hebel wirken."

Die Symptome:

Schmerzen und Schwellung am Außenknöchel, Druckschmerzen über dem Wadenbein und Beschwerden beim Auftreten. Manchmal kann auch der Knochen verschoben sein.

Die Ursache: 

Unfälle, insbesondere verbunden mit Stürzen.

Die Behandlung:

Die Knochenbruchstücke werden bei einer Operation wieder in ihre ursprüngliche Position gebracht und mit einer Kombination aus einer Platte und Schrauben stabilisiert. "Es ist wichtig, den Bruch präzise einzurichten. Denn wenn eine Fehlstellung des Knochens zurückbleibt, können daraus weitere Probleme entstehen, beispielsweise Schmerzen oder ein späterer Gelenkverschleiß", sagt Jung.

Für den Eingriff in Vollnarkose veranschlagt der Operateur 40 Minuten. Der Patient muss zwei bis drei Tage lang in der Klinik bleiben. Prof. Jung: "Für sechs Wochen trägt der Patient dann wieder den bereits genannten speziellen Unterschenkelstiefel. Währenddessen läuft er mit Gehstützen und darf sein Bein nicht voll beziehungsweise nur leicht belasten."

Sport ist nach acht bis zehn Wochen wieder erlaubt. Bei normalem Heilungsverlauf behält der Patient keine Bewegungseinschränkungen oder Beschwerden zurück.

Gesunde Füße: Fehlstellungen

tz

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