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Fälle von Vogelgrippe gibt es aktuell nicht nur in Deutschland. Auch in Großbritannien ist die Geflügelpest nachgewiesen worden. Die Gefahr für Menschen ist jedoch sehr gering. Foto: Patrick Seeger

Vogelgrippe auch in England - Entwarnung für Deutschland

London/Amsterdam/Berlin (dpa) - Innerhalb weniger Tage hat der Vogelgrippe-Erreger in drei Ländern zugeschlagen. Die lokalen Ausbrüche sind offenbar rasch eingedämmt worden. Wildgänse könnten das Virus übertragen haben.

Nach Fällen in Deutschland und den Niederlanden hat sich die Vogelgrippe bis nach Großbritannien ausgebreitet. Die auch für Menschen potenziell gefährliche Geflügelpest wurde auf einer Farm in der Grafschaft East Yorkshire nachgewiesen. In den betroffenen Ländern wurde das Virus bislang aber nur in jeweils einem Agrarbetrieb festgestellt. Für Deutschland gab es am Montag (17. November) weitgehend Entwarnung. Experten vermuten, dass Wildgänse den Erreger verbreitet haben könnten.

Es ist der erste Fall von Vogelgrippe in Großbritannien seit 2008. Alle 6000 Tiere des betroffenen Hofes sollen gekeult werden. Anders als in Deutschland und Holland wurde die Erreger-Variante H5N8 in England noch nicht bestätigt; Indizien deuteten aber darauf hin. Eine H5N8-Übertragung auf den Menschen kann nach Angaben von Experten grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden. Dies sei aber bislang bei diesem Subtyp nie beobachtet worden. Fachleute warnen vor Panik.

Das Virus könnte über Wildvögel verbreitet worden sein, sagte der Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI), Thomas Mettenleiter. Alle drei Betriebe lägen auf Zugrouten von Wildgänsen. Nachweise des H5N8-Erregers in europäischen Wildvogelbeständen habe es aber noch nicht gegeben.

Das jetzt in Europa aufgetauchte Virus H5N8 war zuvor nur aus Asien bekannt. "Wie jedes andere hochpathogene Virus hat es eine Veränderung im Genom, so dass es sich schnell im gesamten Tier ausbreitet und dann zum Tod führt", erläuterte FLI-Chef Mettenleiter. Das FLI auf der Ostseeinsel Riems ist das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit.

Nach Angaben der Bundesregierung geht von dem befallenen Putenbetrieb in Heinrichswalde in Mecklenburg-Vorpommern keine Gefahr mehr aus. Alle Tiere seien dort gekeult worden, sagte ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums in Berlin. Es seien keine weiteren Erkrankungen bekanntgeworden. Zudem gehe von dem Betrieb in den Niederlanden, der ebenfalls von dem Subtyp H5N8 befallen wurde, keine unmittelbare Gefährdung für Deutschland aus.

In den Niederlanden sei die Vogelgrippe allein in einem Geflügeltrieb in Hekendorp unweit von Gouda aufgetreten, teilte das Wirtschaftsministerium in Den Haag mit. Benachbarte Agrarunternehmen seien verschont geblieben. In Hekendorp wurden sämtliche rund 150 000 Legehennen getötet. Nach dem Ausbruch der Krankheit hatten die Behörden für die gesamten Niederlande ein kurzzeitiges Verbot aller Transporte von Geflügel und Eiern sowie Dung und gebrauchtem Streu aus der Geflügelhaltung verhängt.

Die EU-Kommission bestätigte, dass in den betroffenen Orten in den Niederlanden und in Großbritannien Sicherheitsmaßnahmen ergriffen wurden. Damit solle eine Ausbreitung verhindert werden, teilte die Behörde in Brüssel mit. Experten der Mitgliedstaaten werden am Donnerstag (20. November) über die Lage beraten.

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