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Das ist ein wirklich guter Vorsatz fürs neue Jahr: Am besten machen Sie noch heute einen Vorsorge-Termin bei Ihrem Arzt aus und lassen sich untersuchen.

Vorsorge

Durchchecken von Kopf bis Fuß

Die guten Vorsätze sind gefasst. Jetzt heißt es: Dranbleiben – und zur Kontrolluntersuchung gehen. Die wichtigsten Vorsorgemaßnahmen auf einen Blick.

Gesundheits-Checkup

Alle zwei Jahre bezahlen die Krankenkassen ab dem vollendeten 35. Lebensjahr eine Rundum-Untersuchung. „Das klingt allerdings viel spektakulärer als es ist“, sagt Prof. Jörg Schelling, Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin an der Ludwig-Maximilians-Universität München. „Viele Patienten denken, bei dem Test würden alle technischen Möglichkeiten zum Einsatz kommen“ – sie hoffen etwa auf ein EKG zur Ermittlung der Herzfrequenz. So etwas beinhaltet diese medizinische Kontrolle aber nicht, vielmehr besteht sie aus einer körperlichen Untersuchung, einer Blutdruckmessung, einer Blutentnahme zur Prüfung der Cholesterin- und Blutzuckerwerte sowie einem Urin-Streifen-Test. Zudem wird bei einem Gespräch „die eigene Krankengeschichte aufgenommen“, sagt Schelling – es werde nach Familienkrankheiten und Beschwerden gefragt. Nur wenn sich bei Gespräch und Schnelltests mögliche Krankheiten herausstellen, schließen sich weitere Untersuchungen an.

Hautkrebs

Ist das Alter für den Gesundheits-Checkup erreicht, geht es auch mit den Hautkrebsuntersuchungen los – alle zwei Jahre beim Haus- oder Hautarzt. Bei dieser kostenlosen Untersuchung kontrolliert der behandelnde Arzt den Körper von oben bis unten, und zwar so gründlich wie möglich. „Auch an den Schleimhäuten, zwischen den Zehen und in der Analfalte schauen wir nach“, erklärt Schelling. Kurz: Alles, was mit bloßem Auge untersucht werden kann, wird untersucht. Technische Hilfsmittel kommen dabei nicht zum Einsatz – vor allem aus diesem Grund ist das sogenannte Hautkrebs-Screening umstritten. Die zusätzliche Verwendung von Vergrößerungsgläsern ist kostenpflichtig. Zwar müssen alle Ärzte, die es anbieten, eine achtstündige Fortbildung besuchen, doch die Zahl von Fehl-Diagnosen ist hoch.

Krebs

Für die allgemeine Krebsfrüherkennung ist für die Frauen ein Gang zum Gynäkologen Pflicht, Männer können zwischen ihrem Urologen, Chirurgen, Internisten und ihrem Hausarzt wählen. Auch das Alter, in denen die Untersuchungen beginnen, ist unterschiedlich: Frauen sollten sich ab 20 jährliche Untersuchungen in den Kalender schreiben, Männer erst mit 45.

Die Krebsvorsorge der Frauen betrifft vor allem Veränderungen am Gebärmutterhals, dem Muttermund sowie den inneren und äußeren Geschlechtsorganen. Ab dem 30. Lebensjahr können sich Frauen zusätzlich ihre Brust und Achsellymphknoten abtasten lassen. Zwischen 50 und 69 intensiviert sich die Vorsorgeuntersuchung erneut: Alle zwei Jahre erfolgt dann eine weitere Untersuchung zur Brustkrebsvorsorge – bei diesem Mammographie-Screening werden die Brüste geröntgt, um bestehende Knoten frühzeitig zu erkennen.

Für Männer gilt indes Folgendes: „Der Mediziner untersucht die Prostata, die äußeren Genitalorgane, die benachbarten Lymphknoten sowie die Haut des Patienten“, sagt Prof. Schelling. „Hinzu kommen ein Vorgespräch zu Veränderungen und Beschwerden sowie eine abschließende Beratung.“ Prostata- und Hodenkrebs stehen im Zentrum der Männer-Untersuchung, dabei können auch andere Krankheiten und Beschwerden auffallen. Viele Mediziner bieten zusätzlich die kostenpflichtige Untersuchung des sogenannten PSA-Wertes an. Er misst die Konzentration eines Eiweißes, das die Prostata bildet, und gibt Auskunft über Veränderungen des Organs. Die Krux: Diese Veränderungen können entweder ganz natürlich oder eben bösartiger Natur sein. Ist der PSA-Wert erhöht, gilt daher zunächst: Ruhe bewahren.

Chlamydien

Frauen bis 25 Jahren wird zudem empfohlen, jährlich eine vaginale Abstrich-Untersuchung durchführen zu lassen. Sie dient dem Erkennen sexuell übertragbarer Krankheiten – vor allem von Chlamydien; derzeit zahlen die gesetzlichen Krankenkassen Frauen diesen Test bis zum 25. Lebensjahr einmal jährlich. Besagte Infektion gehört zu den häufigsten sexuell übertragenen Krankheiten weltweit. Sie ist deshalb so tückisch, weil man keine Symptome hat. Die Langzeitfolgen reichen jedoch bis hin zur Unfruchtbarkeit. Meist erkrankt auch der Partner.

Darmkrebs

Auch erste Anzeichen einer Darmkrebs-Erkrankung sind zunächst nicht erkennbar. „Deshalb bezahlen die Krankenkassen Männern und Frauen ab dem 50. Lebensjahr einen Schnelltest, mit dem sich Blut im Stuhl feststellen lässt“, sagt Prof. Schelling. „Daran kann man Darmkrebs oft schon erkennen.“ Zudem wird bei der Untersuchung durch den Hausarzt oder einen Gastroenterologen der Enddarm mit dem Finger ausgetastet. Ab 55 Jahren kann zusätzlich eine Darmspiegelung durchgeführt werden. Wird bei der Untersuchung nichts festgestellt, folgt der nächste Termin in zehn Jahren. „Findet man Polypen oder Vorstufen eines Tumors, muss die Krankheit im Auge behalten werden – und die Darmspiegelungen erfolgen in schnelleren Rhythmen“, sagt Schelling. Einer britischen Studie zufolge kann dank dieser Früherkennung das Darmkrebsrisiko um bis zu 33 Prozent gesenkt werden.

Osteoporose

„Nach den Wechseljahren würd ich es einmal machen“, sagt Prof. Schelling – und meint damit eine Untersuchung der Knochendichte. Mit ihr kann das Risiko für Osteoporose, eine Krankheit, die Knochen schneller brechen lässt, relativ gut bestimmt werden. „Wer dann tolle Knochen hat, kann sich weitere Untersuchungen sparen. Vorbelastete Menschen hingegen sind alarmiert.“ Anders als die vorherigen Leistungen, ist eine Knochendichte-Messung kostenpflichtig.

Grüner Star

Diese Vorsorgekontrolle ist ab dem 40. Lebensjahr in Abständen von zwei bis fünf Jahren sinnvoll – wenn auch ebenfalls kostenpflichtig. Die Augenerkrankung Grüner Star lässt Patienten zunächst symptomfrei erblinden. Erste Anzeichen können über den Test des Augendrucks und eine Untersuchung von Sehnerv, Augenhintergrund sowie Hornhaut erkannt und behandelt werden. Vor allem Menschen aus vorbelasteten Familien oder mit ohnehin schwachen Augen sollten sich einer solchen Untersuchung unterziehen.

Weitere Tests

Die Zahl möglicher Vorsorgeuntersuchungen ist groß. Weitere Kontrollen sollten daher nur in Absprache mit dem jeweiligen Hausarzt erfolgen. Gemeint sind damit etwa Leber- oder Nierenwerte bzw. eine Untersuchung des Schlaganfallsrisikos anhand eines Halsschlagader-Ultraschalls.

Von Julius Heinrichs

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