Wir nehmen die bunten Bären unter die Lupe

Darum gibt es kaum blaue Gummibärchen

München - Es gibt sie in fast allen Farben, Formen und Geschmacksrichtungen: Gummibärchen machen laut Slogan nicht nur Kinder froh. Wir haben uns die Süßigkeit genauer angesehen.

Ältere Semester essen Gummibärchen wegen der maroden Gelenke, Kinder weil sie dadurch froh werden sollen. Sogar der letzte deutsche Kaiser hatte ein inniges Verhältnis zu dem süßen Naschwerk. Erfunden wurden die Gummibären im Jahr 1922 von Hans Riegel aus Bonn, abgekürzt Haribo. Heute gibt es unzählige Nachahmer. Sie produzieren konventionell, bio, mit Gelatine oder Pektin, mit Fruchtsaft, Gewürz- und Kräuterextrakten, Aromen bis hin zu künstlichen Farbstoffen.

Darum gibt's kaum blaue Bären

Blaue Bären tummeln sich allerdings selten in den Tüten. Für blau gibt es nämlich keine passende Färbepflanze. Konventionelle Hersteller greifen hie und da zu E 132, dem synthetischen Farbstoff Indigotin. Am beliebtesten sind aber ohnehin die Roten mit dem Himbeergeschmack.

So ist die Farbverteilung einer Packung

In einer Packung der Klassiker liegen fünf verschiedene Farben in unterschiedlicher Menge: 1/3 rote und jeweils 1/6 grüne = Erdbeere, gelbe = Zitrone, orangefarbene = Orange und weiße = Ananas. Fruchtsaftkonzentrate werden heute gerne verwendet.

Allerdings leiden die beim Herstellungsprozess oft geschmacklich, weil sie meist mitgekocht werden. Deshalb kommen Aromastoffe zum Einsatz – künstlich oder natürlich. Das elastische Gefühl bewirken die Eiweißstoffe, das Kollagen in der Gelatine. Es ist für die Struktur von Haaren, Haut und Knorpeln verantwortlich.

Wer jetzt wegen seiner Gelenke an einen Freibrief für Gummibärchen denkt, muss enttäuscht werden: Die Gelatine in der Süßigkeit wird auch in hoher Dosierung keinen positiven Einfluss auf die Beschwerden haben können. Für die Wirksamkeit einer speziellen Gelenk-Eiweißnahrung ob in Form von Süßigkeiten, Pulver oder Kapseln gibt es bislang keine wissenschaftlichen Belege.

44 Zuckerwürfel

Dazu kommt, dass Gummibärchen zu den hochkalorischen Süßigkeiten zählen. Sie enthalten zwar tatsächlich kein Fett, aber ungeahnt viel Zucker: durchschnittlich 132 Gramm, das sind 44 Zuckerwürfel. Insgesamt kommen Gummibärchen auf 1032 Kilokalorien pro 300-Gramm-Tüte. Gummibärchen sollten eine gewisse Wertschätzung genießen: Vielleicht hilft eine entspannte Mediation: einen „Schatz“ von 15 Gummibärchen, die Süßigkeiten-Tagesration, auf einen kleinen Teller legen. Der Rest in der Tüte darf im Schrank auf den nächsten Tag warten. Jetzt die Augen schließen und Bärchen für Bärchen auf der Zunge zergehen lassen.

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