Warum Kombi-Arznei im Test schlecht abschneidet

München - Kombinierte Grippemittel haben in der Bewertung laut Stiftung Warentest immer wieder schlecht abgeschnitten. Wir erklären das Ergebnis. Die Wirkung ist wie bei einem Schrotschuss.

Solche Mittel sollen gleichzeitig gegen die wichtigsten Erkältungsbeschwerden helfen: Kopf- und Gliederschmerzen, Schnupfen, Husten. Ob es sinnvoll ist, verschiedene Substanzen für diesen Zweck zu kombinieren, haben die beteiligten Experten mithilfe international festgelegter Kriterien geprüft.

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Ergebnis: Kombinierte Grippemittel werden durchweg als „wenig geeignet“ angesehen, weil die Wirkung ähnlich einem Schrotschuss ungezielt ist und sich die Nebenwirkungen schlecht überschauen lassen. Die Kombimittel enthalten in der Regel Stoffe zum Einnehmen, die angeschwollene Schleimhäute abschwellen sollen. Diese Substanzen können entweder müde machen und beim Autofahren oder beim Arbeiten an Maschinen ein Risiko darstellen (Chlorphenamin, Doxylamin). Oder sie regen den Kreislauf übermäßig an und führen im ungünstigen Fall zu Herzrasen oder sogar Halluzinationen (Phenylephrin, Pseudoephedrin). Je nach Zusammensetzung sind weitere Nebenwirkungen möglich.

Kombi-Mittel für den Tag – wie Aspirin Complex, Grippostad C, WickDayMed Erkältungskapseln: Diese Mittel enthalten jeweils ein Schmerz- und Fiebermittel (ASS bzw. Parazetamol) und außerdem einen Wirkstoff, die bei verstopfter Nase die Schleimhaut abschwellen soll. Bewertung der Stiftung Warentest: „Wenig geeignet bei Erkältungen, weil die Mittel nicht sinnvoll zusammengesetzt sind.“ Um Schmerzen zu lindern und Fieber zu senken, genügen Azetylsalizylsäure, Ibuprofen oder Parazetamol allein. Eine verstopfte Nase behandelt man am besten kurzzeitig mit Nasentropfen oder -spray.

Kombi-Mittel für die Nacht – wie Wick MediNait: Der Klassiker enthält vier Erkältungswirkstoffe und ist zusätzlich problematisch, weil es auf der Basis von 18%igem Alkohol zusammengemixt ist. Der neue WICK MediNait Erkältungssirup mit Honig- und Kamillenaroma hat „nur“ noch drei synthetische Wirkstoffe und keinen Alkohol. Er ist aber keineswegs natürlich, wie es der Name suggeriert. Bewertung jeweils: „Wenig geeignet bei grippalen Infekten, weil das Mittel nicht sinnvoll zusammengesetzt ist. Die einzelnen Erkältungssymptome sollten besser jeweils für sich behandelt werden.“

DAC

Rubriklistenbild: © obs/Bayer HealthCare Deutschland/Getty Images

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