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Verliert das Gespräch mit einem Arzt an Bedeutung? Immer mehr Menschen suchen im Internet Rat über Arzneien und Krankheiten. 

Gesundheits-Websites im Internet

Was kann Dr. Google, wenn ich ihn nach meinen Symptomen frage?

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Mein Arzt heißt Dr. Google“ – das gilt für immer mehr Menschen in Deutschland. Knapp drei Viertel der Erwachsenen (73 Prozent) suchen im Internet nach Krankheiten und Symptomen. Das ergab eine Umfrage der Krankenkasse KKH.

Die „populärsten“ Leiden sind dabei die Schilddrüsenvergrößerung mit knapp 300.000 Google-Suchen im Jahr, Diabetes (140.000) und Hämorrhoiden (127.000).

Welche Medizinseiten gibt es? 

Das Angebot ist riesig. Wer nach „Diabetes“ googelt, erhält 246 Millionen Ergebnisse. Und allein in Deutschland gibt es rund 200 größere Medizinportale. 

Medizinstudenten übersetzen den Befund bei washabich.de.

Darunter sind Arztsuchen wie jameda.de und sanego.de oder Wissens-Websites wie netdoktor.de und onmeda.de. Oft finden auch Online-Sprechstunden statt, wie auf der Apotheker-Website aponet.de. Auf washabich.de können Patienten ihren Befund einsenden – Medizinstudenten übersetzen das Ärzte-Latein dann kostenlos in verständliches Deutsch. 

  • Wer im Internet nach Krankheiten sucht, achtet am besten auf folgende Punkte: Die Artikel sollten nicht älter als zwei Jahre sein. Und der Verfasser muss klar ersichtlich sein – oft zeigt das Impressum, dass der Text von einer Pharmafirma stammt, die vor allem Werbung machen will. Gütesiegel für Medizinwebsites stammen von HON (Health on the Net Foundation) und AFGIS (Aktionsforum Gesundheitsinformationssystem). Die Logos sind auf vielen Seiten abgebildet.

Wenn Patienten und Arzt sich nicht verstehen, ist das ein großes Problem. Im schlimmsten Fall ignorieren Kranke die Empfehlung des Doktors. Tipps für Patienten finden Sie bei tz.de

Wie gefährlich ist Dr. Google? 

Der Online-Arzt kann ein gewaltiger Angstmacher sein – wenn sich der rätselhafte blaue Fleck am Bein nach endloser Recherche zur Leukämie auswächst und der vergessene Hausschlüssel zur ersten Stufe von Demenz. 

Günter Feigl von der KKH empfiehlt: „Wichtig ist, sich auf einige wenige professionelle Seiten zu beschränken und sich nicht stundenlang durch subjektive Foren-Beiträge und Schreckensmeldungen zu klicken.“ 

Ärzte sehen die Online-Recherche kritisch und sprechen vom „Morbus Google“. 45 Prozent der Mediziner beklagen laut Barmer, dass die Infos aus dem Netz ihre Arbeit belasten. Die schlimmsten Auswirkungen: Patienten glauben „Dr. Google“ mehr als ihrem eigenen Arzt – oder sie trauen sich nach einer bedrohlich klingenden „Google-Diagnose“ erst gar nicht mehr in die Praxis.

Was bringt Dr. Google? 

Wichtigste Info für Ratsuchende: Auch im Internet gilt das Fernbehandlungsverbot. Es ist untersagt, einen unbekannten Patienten aus der Ferne zu untersuchen oder eine Therapie zu empfehlen. Sämtliche Infos auf den Medizinseiten sind daher immer nur allgemeiner Natur. Trotzdem rät Experte Feigl nicht generell von der Online-Recherche ab: „Seriöse Quellen im Internet ersetzen zwar nicht den Arzt, können aber eine erste Anlaufstelle sein.“ Wer vernünftig recherchiert, geht womöglich bei einem medizinischen Problem früher zum Arzt und hat damit bessere Heilungschancen. Und er ist oft besser informiert und kann deshalb beim Arzt oder in der Apotheke gezielter nachfragen.

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