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So sieht Rachel nach der Berührung mit Wasser aus.

Sex geht nur eingeschränkt

Seltene Krankheit: Für sie ist Küssen verboten

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Nottingham - Nüsse, Laktose - es gibt verschiedenste Allergien, die einem das Leben erschweren können. Die Engländerin Rachel hat jedoch eine ganz besondere Krankheit - die ihr das Küssen verbietet.

Seit Jahren sind Rachel Prince und Lee Warwick aus England ein Paar. Er hat ihr einen Heiratsantrag gemacht, nun planen sie eine Familie. Eigentlich ein ganz normales Paar, wie ein Galileo-Report über die beiden zeigt - doch eines ist bei den beiden Engländern anders: Sie verzichten auf das Küssen. Nicht, weil einer der beiden das nicht mag - sondern weil Rachel allergisch auf Lees Speichel reagiert. Grund ist eine seltene Allergie: Sobald Rachel in Kontakt mit Wasser kommt, schwillt ihre Haut an, in Mund und Rachen bekommt sie ein kratziges Gefühl. "Es fühlt sich an wie ein Nesselbrand", sagt die freiberufliche Grafikerin, "aber hundert Mal schlimmer".  

Wie erklären Ärzte die Krankheit?

Vor zwei Jahren lernten sich die beiden Turteltäubchen übers Internet kennen - seither haben sie ihren Alltag perfekt auf Rachels Allergie angepasst. Lees alleiniges Reich ist die Küche, denn dort lauert überall Rachels größter Feind: das Wasser. Die junge Frau muss auf einiges verzichten: Sie trinkt nur Milch, putzt sich die Zähne ohne Wasser und wäscht sich täglich mit Babytüchern den Körper. 

Seit ihrem zwölften Lebensjahr leidet Rachel unter der Allergie, ihre Ärzte sind ratlos: Kein Medikament konnte der jungen Frau bisher helfen. Für ihr Immunsystem ist Wasser ein giftiger Eindringling - es wird von Abwehrzellen bekämpft. Die Folge: Juckreiz und Quaddeln am ganzen Körper.

Einmal die Woche muss Rachel aus hygienischen Gründen baden. Während das Wasser in die Wanne läuft, wird sie immer nervöser. "Ich versuche, mich zusammenzureißen", sagt sie. Doch die Angst vor dem bevorstehenden Bad ist Rachel ins Gesicht geschrieben. Sie zieht es durch. Danach ist ihr Körper rot und angeschwollen. "Es brennt wie Feuer", sagt sie. 

"Es ist schon möglich, intim zu werden"

In Lee hat sie einen verständnisvollen und hilfsbereiten Partner gefunden: Er übernimmt den gesamten Haushalt, putzt die Wohnung und wäscht die Kleidung.

Ob die beiden sich trotzdem mal geküsst haben? "Ein paar Mal haben wir es versucht", erzählt Rachel. "Aber ich konnte es einfach nicht ertragen". Lee konnte sehen, was nach einem Kuss passiert - und verzichtete fortan darauf. Intim können die beiden wohl trotzdem werden: "Ich kann natürlich nicht alles mit ihr machen", sagt Lee. "Und ich muss sehr vorsichtig sein. Aber solange ich das bin und nicht schwitze oder Rachel mit etwas Flüssigem in Kontakt kommt, ist es schon möglich für uns, intimer zu werden". 

Was sagt der Experte?

Galileo hat nach einem Experten für Hautallergien recherchiert - und wurde in Berlin fündig. Dr. Metz von der Charité sieht sich Rachels Krankheit an. 20 Minuten lang muss sie beim Provokationstest einen feuchten Lappen auf ihrer Haut lassen. Der Doktor erkennt: Es handelt sich hier nicht um eine Wasserallergie. Die Ursache für Rachels Ausschlag ist ein "aquagener Juckreiz". Der Arzt verschreibt ihr einen Allergieblocker. Ob der jungen Frau die Medikamente helfen, wird sich zeigen. Zumindest hat Rachel neue Hoffnung auf Heilung geschöpft.

sb

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