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Blaue Trauben enthalten durch die Fruchtfarbe mehr Flavonoide als weiße. Flavonoide können die Gefäße schützen.

Weintraubenkerne stärken die Gesundheit

Die Saison für Weintrauben läuft derzeit auf Hochtouren. Besonders erpicht sind deutsche Verbraucher auf weiße Tafeltrauben.

Die gibt es hier allerdings kaum, denn in unseren Regionen wachsen vornehmlich Keltertrauben. Sie sind durch den hohen Gerbsäuregehalt für den Frischverzehr ungeeignet. Es muss also Exportware her und die kommt von Mitte Juni bis Januar hauptsächlich aus südeuropäischen Ländern. Für ein ganzjähriges Angebot sorgt dazwischen Importware aus Übersee.

Heidrun Schubert Ernährungsexpertin bei der Verbraucherzentrale Bayern.

Leider wird beim Einkauf der enorme Energieaufwand durch Art und Wege des Transports viel zu selten berücksichtigt. Nicht nur die weißen Tafeltrauben sind beliebt, sie sollten zudem möglichst auch kernlos sein. Wer jedoch seiner Gesundheit Gutes tun will, sollte klassische kernige Trauben wählen und sich an das Aufbeißen einzelner Kerne gewöhnen. Ein Drittel der wertvollen Inhaltsstoffe steckt nämlich direkt in den Kernen.

Blaue Trauben haben den Vorteil, dass durch die Fruchtfarbe mehr Antioxidantien wie beispielsweise Flavonoide enthalten sind, die unter anderem gefäßschützend wirken. Der Vitamin-C-Gehalt ist unauffällig, dafür sind Trauben gute Kalium-, Phosphor-, Calcium-, Eisen- und Vitamin-B-Lieferanten. Eine Portion Weintrauben (125 Gramm) enthält rund 85 Kalorien.

Die Wachsschicht auf der Schale, der sogenannte Duftfilm, ist ein Zeichen guter Qualität. Sie entsteht durch den Wechsel zwischen der Luftfeuchtigkeit in der Nacht und der Zufuhr warmer Luft am Tag. Der Kondens-Niederschlag zeigt sich wie bei Zwetschgen und Pflaumen als weißer, mehlartiger, abwischbarer Reif. Die Früchte sollten grundsätzlich lauwarm gewaschen werden, aber erst unmittelbar vor dem Verzehr.

In den letzten Jahren wurden immer wieder Pestizide nachgewiesen. Durch das Waschen lässt sich die Belastung deutlich verringern. Trauben enthalten Frucht- und Traubenzucker. Reiner Traubenzucker wird auch als Glucose oder Dextrose bezeichnet. Er ist wie Fruchtzucker ein Einfachzucker, der zur rapiden Erhöhung des Blutzuckers führt und Karies verursachen kann. Der als Pulver oder in Tablettenform gehandelte Traubenzucker wird industriell aus Kartoffel- oder Maisstärke hergestellt. Traubenzucker erhöht zwar den Blutzuckerspiegel sehr schnell, der sackt daraufhin aber postwendend wieder ab. Nur Diabetiker sollten wegen der Gefahr eines Unterzuckers immer ein Bonbon oder ein Stück Traubenzucker in der Tasche haben.

Ganze Weintrauben lassen sich einfrieren. Sie schmecken halb gefroren interessant, ähnlich wie Fruchteis.

Trauben-Nuss-Torte

Als Boden einen Schoko-Biskuit-Teig mit etwas Orangenschale backen.

Belag: 250 Gramm Ricotta, 150 Gramm Creme fraîche, 50 Gramm Zucker, eine Vanilleschote, 500 Gramm blaue und 500 Gramm weiße Trauben (hier ohne Kerne), ein Becher Sahne, 100 Gramm Walnusskerne

Zubereitung: Ricotta, Creme fraîche, Zucker und das Mark der Vanilleschote vermischen, geschlagene Sahne und gehackte Walnusskerne unterheben, die Masse auf dem ausgekühlten Teig verstreichen und mit den Trauben belegen.

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