L'Oréal-Milliardärin Liliane Bettencourt ist gestorben

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Eine Patientin beim Hautscreening – wenn oberflächliche Wunden binnen drei Wochen nicht heilen, sollte ein Arzt befragt werden.

Gesunde Bräune gibt es nicht

Weißer Hautkrebs – die unterschätzte Gefahr

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München - 170.000 Menschen erkranken jedes Jahr in Deutschland an weißem Hautkrebs. Was sind die Warnzeichen und wie wird er behandelt? Auf diese Fragen antwortet Dr. Hans-Ulrich Voigt im Interview.

Dr. Hans-Ulrich Voigt.

Viele Menschen haben Angst vor Hautkrebs – die meisten denken dabei an das maligne Melanom, den schwarzen Hautkrebs, der meist aus Muttermalen entsteht. Wesentlich häufiger ist jedoch der sogenannte weiße Hautkrebs. Erkranken jedes Jahr in Deutschland rund 28 000 Menschen am schwarzen Hautkrebs, gibt es beim weißen Hautkrebs sogar 170 000 Neuerkrankungen pro Jahr. Bei etwa zehn Patienten pro Tag muss der Münchner Hautarzt Dr. Hans-Ulrich Voigt einen Basaliom oder Spinaliom (Stachelzelltumor) diagnostizieren. Waren die Patienten früher typischerweise im Alter über 60 Jahre und eher Menschen, die berufsbedingt viel im Freien waren, trifft es mittlerweile immer mehr junge Menschen, die einfach gern ihre gesamte Freizeit draußen verbringen.

Was sind die Warnzeichen und wie wird der weiße Hautkrebs behandelt? Auf diese Fragen antwortet Dr. Hans-Ulrich Voigt im Interview.

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Gibt es gesunde Bräune?

Dr. Hans-Ulrich Voigt: Mittlerweile weiß man, dass die menschliche Haut nur ein gewisses Maß an Sonnenstunden verkraften kann – die Anzahl hängt vom Haupttyp ab. Wer sehr hell ist und nie braun wird, der wird mit größerer Wahrscheinlich an Hautkrebs erkranken als jemand mit dunklerer Haut. Das Maß ist auf jeden Fall zwischen 20 000 und 50 000 Sonnenstunden erreicht. Zwar braucht der menschliche Körper Sonne – zur Bildung von Vitamin D und für die Psyche, aber er muss nicht tief gebräunt sein, was für viele immer noch als Zeichen eines gelungenen Urlaubs gilt. Der klassische Kandidat für ein Melanom ist ein Büro-Angestellter, der sich im Urlaub ein- oder zweimal im Jahr von der Sonne grillen lässt. Wer sehr viel draußen unterwegs ist, weil er Golf spielt, als Bauarbeiter draußen arbeitet oder sich einfach gern im Freien aufhält, bekommt eher den weißen Hautkrebs.

Ist weißer Hautkrebs harmloser als schwarzer Hautkrebs?

Dr. Voigt: Er ist nicht so aggressiv, weil er gar keine oder erst spät Metastasen bildet, und ist daher weniger gefährlich. Aber auch weißer Hautkrebs muss früh erkannt und behandelt werden, sonst wächst er in die Tiefe, und das kann gerade im Kopfbereich entstellende Zerstörungen anrichten. Wenn Tumore wachsen und erst spät entfernt werden, kann es passieren, dass große Narben zurückbleiben oder der Patient sogar seine Nase, ein Auge oder ein Ohr verliert.

Woran erkennt man weißen Hautkrebs?

Dr. Voigt: Jede Hautveränderung oder Wunde, die nicht binnen drei Wochen abheilt, sollte vom Hautarzt begutachtet werden. Hautkrebs kann sich andeuten in geröteten, schuppenden Stellen auf Gesicht, Brust, Rücken, Händen und Handrücken oder bei Männern mit Glatze oder Halbglatze auch auf der Kopfhaut. Also an allen Stellen, die oft der Sonne ausgesetzt sind. Es kann sich auch um ein kleines hautfarbenes, leicht glasiges Knötchen oder z. B. auch um braun pigmentierte Knötchen handeln.

Wie wird der weiße Hautkrebs behandelt?

Dr. Voigt: Der Goldstandard für die Behandlung von weißem und schwarzem Hautkrebs ist die vollständige operative Entfernung. Besonders im Gesicht sollten die Tumore so schnell wie möglich operiert werden, um zu verhindern, dass sie zwar vielleicht oberflächlich abheilen, aber darunter weiter in die Tiefe wachsen. An anderen Stellen des Körpers kann man mit anderen Verfahren behandeln, wie mit einer Creme, die das Immunsystem anregt, den Tumor zu zerstören, oder einer photodynamischen Lichttherapie oder einer Lasertherapie. Eine Vereisung der aktinischen Keratosen, einer Vorstufe des Stachelzellkrebses, wie sie häufig noch praktiziert wird, weil sie kostengünstig ist, halte ich persönlich für nicht mehr angebracht. Alle Eingriffe werden übrigens ambulant unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Eine Vollnarkose ist dafür nicht erforderlich.

Wie schützt Sonnenschutzmittel am besten?

Dr. Voigt: Wer es richtig macht, muss sich nur einmal am Tag – nämlich eine halbe Stunde vor dem Rausgehen einschmieren. Gute 30 Milliliter sollte man für den ganzen Körper nehmen. Eine 200-ml-Flasche reicht also für circa sechsmal komplett eincremen. Die Creme muss großzügig aufgetragen werden und einziehen, sodass der ganze Körper mit einem Film bedeckt ist. Etwa 20 Minuten dauert es, bis der chemische Lichtschutzfaktor in der Creme wirkt. Zudem ist es empfehlenswert, in der Mittagszeit die Sonne zu meiden und sich generell viel im Schatten aufzuhalten.

Der Experte Dr. Hans-Ulrich Voigt ist Inhaber der Praxis Dermatologie am Dom, Weinstraße 7a, 80333 München. Telefon: 089/29 96 57; www.dermatologie-am-dom.

15 von 100 Menschen haben Krebsvorstufen

Die beiden am häufigsten vorkommenden Arten des weißen Hautkrebs sind die Basalzellen-Tumore bzw. Basaliome sowie die Stachelzelltumore, diese entstehen meist aus einer Vorstufe, den aktinische Keratosen. Bei etwa 15 Prozent der Erwachsenen lässt sich eine solche Vorstufe finden, meist im Gesicht. Diese Vorstufen können sehr gut behandelt und geheilt werden. Ein Tumor entsteht, wenn eine Zelle des Körpers beginnt, sich unkontrolliert zu teilen. Basaliome, die in der Epidermis entstehen, bilden zwar nur ausnahmsweise Tochtergeschwülste, aber sie fressen sich langsam durch Haut und Knochen. Stachelzelltumore können ab einer Größe von einem Zentimeter auch Metastasen bilden. Übrigens: Aus weißem Hautkrebs kann kein schwarzer Hautkrebs werden, es handelt sich um zwei völlig verschiedene Tumorarten.

Hautkrebs - die unterschätze Gefahr

Hautkrebs - die unterschätze Gefahr

Hautkrebsscreening – neue Methoden

Ab 35 zahlen die gesetzlichen Krankenkassen alle zwei Jahre ein Screening der Haut, um krankhaft veränderte Stellen zu finden. Dr. Voigt: „Die Krankenkassen bezahlen eine Blickdiagnose ohne technische Hilfsmittel.“ Er empfiehlt jedoch gerade Patienten mit einem erhöhten Risiko (viele Muttermale, Hautkrebs in der Familie oder sonnengeschädigte Haut), sich nicht nur auf das Auge des Arztes zu verlassen. Es gibt mittlerweile moderne Untersuchungsmethoden, die eine genauere Diagnose zulassen. Dazu gehört z. B. die Videoauflicht-Mikroskopie, mit der Muttermale in Vergrößerung an einem Bildschirm betrachtet, automatisch analysiert und bewertet werden können. Bilder verdächtiger Muttermale werden für eine Verlaufskontrolle gespeichert. Mit einer Trefferquote von 98,3 Prozent ist die Multispektralanalyse (Melafind) das derzeit genaueste Verfahren zur Bewertung von pathologischen Muttermalen.

Eigenschutz nur für kurze Zeit

Hauttyp Beschreibung Eigenschutz
I Helle Haut, Sommersprossen, sehr schnell Sonnenbrand, kaum Bräune 5 bis 10 Minuten
II Helle Haut, neigt zu Sonnenbrand, wenig Bräunung 10 bis 20 Minuten
III Gelegentlich Sonnenbrand, gute Bräunung 15 bis 25 Minuten
IV Selten Sonnenbrand, dunkler Teint 20 bis 30 Minuten

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