Weniger Tote durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Wiesbaden - Deutschland sind im vergangenen Jahr weniger Menschen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestorben als 2009, die Zahl der Krebstoten ist aber gestiegen.

An Herz-Kreislauf-Erkrankungen starben laut dem Statistischen Bundesamt 352 689 Menschen, das waren fast 4000 weniger als 2009 (356 462), wie das Amt am Freitag in Wiesbaden berichtete. 218 889 Menschen starben im vergangenen Jahr an Krebs, fast 3000 mehr als im Jahr davor. Möglicher Grund für diese Entwicklung könnte der Rückgang der Bevölkerung sein, sagte eine Sprecherin.

Mit einem Anteil von 41,1 Prozent blieben die Herz-Kreislauf-Erkrankungen trotz des leichten Rückgangs die häufigste Todesursache, besonders bei Älteren: 92 Prozent der Menschen, die daran starben, waren älter als 65 Jahre. 59 107 Menschen erlagen 2010 einem Herzinfarkt - Männer mit 56 Prozent etwas häufiger als Frauen.

An Krebs - der zweithäufigsten Todesursache - starb 2010 rund ein Viertel (218 889 Menschen). Männer starben meist an bösartigen Wucherungen der Verdauungs- oder der Atmungsorgane. Bei den Frauen waren am häufigsten die Verdauungsorgane und die Brust befallen.

3,9 Prozent aller Todesfälle (33 312) waren auf eine nicht natürliche Todesursache wie Verletzungen oder Vergiftung zurückzuführen. Bei 30 Prozent dieser Fälle handelte es sich um Suizid. 10 021 Menschen nahmen sich das Leben. Dabei war der Anteil der Männer mit 74 Prozent fast dreimal so hoch wie der der Frauen.

Insgesamt starben im vergangenen Jahr in Deutschland 858 768 Menschen, das waren 0,5 Prozent mehr als im Vorjahr. 2009 hatte das Plus 1,2 Prozent betragen. Einen Grund für die Abschwächung konnte die Destatis-Sprecherin nicht nennen. Änderungen bei diesen Zahlen seien aber nicht ungewöhnlich.

dpa

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