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Gedächtnissprechstunde: Nicht jede Vergesslichkeit ist eine Demenz-Erkrankung.

Wenn das Gehirn krank ist

Nein, von einer Demenz-Sprechstunde will Dr. Achim Bäcker, Oberarzt an der Hephata-Klinik in Treysa, nicht sprechen. Er spricht lieber von Gedächtnissprechstunde. Schließlich ist nicht jede Vergesslichkeit oder Störung eine Demenz.

Seit Februar dieses Jahres gibt es eine solche Sprechstunde an der Treysaer Klinik. Dort arbeiten Psychiater unter der Leitung von Oberarzt Becker und der Psychologin Galena Hasenzahl, Hand in Hand in der psychiatrischen Ambulanz. Ihr Ziel: Hilfe für Menschen mit Gedächtnisproblemen. Aber auch, um die Diagnose Demenz abzuklären. Dazu arbeiten die beiden Disziplinen zusammen, um die Ursachen der komplexen Krankheit zu erforschen. Seit Februar dieses Jahres stellten sich 20 Patienten in der Sprechstunde vor. In der überwiegenden Zahl der Fälle stand nach umfangreichen Untersuchungen die Diagnose: Demenz. Geheilt werden kann die Krankheit nicht, „in einem frühen Stadium ist es möglich, mit Medikamenten den Verlauf zu beeinflussen“, sagt Bäcker.

Bei den Patienten, die in die Sprechstunde kommen unterscheiden Hasenzahl und Becker zwei Gruppen: die eine mit einer vorhandenen Diagnose, die zur weiteren Behandlung abzuklären ist. Und jene, deren Angehörige Veränderungen in der Gedächtnisleistung festgestellt haben und nach Ursachen suchen. Drei Termine mit neurologisch-psychologischen Untersuchungen durchlaufen die Patienten. Beim ersten geht es vor allem darum, möglichst viel über den Patienten zu erfahren, über frühere Krankheiten, Operationen und darüber, wie sich Störungen im Alltag niederschlagen. Untersucht wird auch das Blut. Wenn nötig, wird ein CT angefertigt, um so zu erkennen, ob im Gehirn Wasser eingelagert wurde oder sich ein Tumor ausgebreitet hat. Psychologische Tests stehen im Mittelpunkt des zweiten Untersuchungstermins. Dabei geht es unter anderem darum Sprach- und Merkfähigkeit zu überprüfen, Konzentration zu testen, räumliche und planerische Fähigkeiten zu bewerten, das Kurz- und Langzeitgedächtnis zu prüfen und herauszufinden, ob der Patient Inhalte von Texten erfassen und wiedergeben kann. Auch die Feinmotorik spielt bei den Tests eine Rolle. Ziel sei dabei, sogenannte kognitive Störungen zu erkennen und einzuordnen.

Gemeinsam bewerten Arzt und Psychologin die Ergebnisse, um dann zur Bewertung zu kommen. Frühformen der Gedächtnisstörung könnten mit Medikamenten behandelt, aber nicht geheilt werden, erklärt Dr. Bäcker. Hilfe gibt es auch für die Angehörigen. Sie erhalten Informationen über die mögliche Entwicklung der Krankheit sowie Hilfsangebote im Umfeld. (ras)

Der Verlust des Gedächtnisses

Eine Demenz (lat. Dementia „ohne Geist“), ist ein Defizit in kognitiven, emotionalen und sozialen Fähigkeiten, das zu einer Beeinträchtigung sozialer und beruflicher Funktionen führt. Betroffen sind vor allem das Kurzzeitgedächtnis, das Denkvermögen, die Sprache und die Motorik. Maßgeblich ist der Verlust erworbener Fähigkeiten. Heute sind verschiedene Ursachen von Demenzen geklärt. Einige Formen können in gewissem Umfang behandelt werden. (red)

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