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Wer zu lange aufs Smartphone starrt, riskiert auf Dauer, kurzsichtig zu werden.

Blind vom Smartphone?

Wenn das Handy kurzsichtig macht: So rette ich meine Augen

Die Hälfte der jungen Erwachsenen in Europa ist bereits kurzsichtig. Als einzig mögliche Ursache sehen Ärzte die zunehmende Nutzung von Smartphones. 

Was macht das Smartphone mit den Augen?

Generell werden die meisten Menschen mit leichter Tendenz zur Weitsichtigkeit geboren. Denn für uns war es immer wichtig, gut zu erkennen, was in der Ferne passiert. Bei häufiger Nutzung von Smartphones oder ähnlichen Geräten muss das Auge aber ständig auf die Nähe fokussieren – und daran passt es sich mit der Zeit an.

Der Augapfel verlängert sich und die Fernsicht wird immer schlechter. Bei Kindern und Jugendlichen, deren Augen sich etwa bis zum 15. Lebensjahr noch entwickeln, sind die Auswirkungen besonders stark. Doch auch Erwachsene bemerken die zunehmende Kurzsichtigkeit (Myopie).

In Asien, wo das Smartphone besonders intensiv genutzt wird, hat sich die Zahl der Kurzsichtigen in großen Städten in den letzten Jahren auf 80 Prozent vervierfacht. "Das kann auf keinen Fall eine genetische Entwicklung sein, sondern eine Veränderung der Lebensumstände", warnt Wolfgang Wesemann, Leiter einer Fachschule für Augenoptik in Köln. Rückgängig machen lässt sich die Kurzsichtigkeit nicht mehr.

Kurzsichtigkeit: Schon Kinder betroffen

Das merkt man vor allem am schlechteren Sehen in die Ferne, aber auch an Augen- und Kopfschmerzen. Wer diese Phänomene an sich oder an seinen Kindern beobachtet, sollte unbedingt zum Augenarzt gehen.

Denn die Auswirkungen können weitaus schlimmer sein als nur eine leicht verschwommene Fernsicht. Durch das Wachstum des Augapfels wird die Netzhaut dünner. Sie kann Löcher und Risse bekommen und im Extremfall sogar reißen. Das kann bis zur Erblindung führen.

Trotz Sehschwäche: Wie die Sehkraft bewahren?

Vor allem Kinder und Jugendliche sollten Smartphones und vergleichbare Geräte maximal zwei Stunden am Tag nutzen. Diese Zeitspanne ist aber auch für Erwachsene empfehlenswert. Als bedenklich gelten vor allem Leseabstände zum Auge von weniger als 30 Zentimeter.

Wer das Smartphone weiter weghält und dann noch gut lesen kann, entlastet seine Augen. Wenn Sie dann nichts mehr erkennen, lesen Sie längere Texte besser auf einem großen Computerbildschirm.

Tipp: Nicht ständig aufs Display starren, sondern zwischendurch immer wieder in die Ferne schauen, das hält den Augenmuskel aktiv. Hilfreich ist auch häufigeres Blinzeln, das die Augen befeuchtet. Ganz wichtig ist es, sich mindestens eine Stunde pro Tag draußen im Hellen aufzuhalten.

Denn der Blick in die Ferne entlastet die Augen und der Botenstoff Dopamin, der draußen vermehrt freigesetzt wird, hemmt das Wachstum des Augapfels. In Asien träufeln sich Kurzsichtige oft eine Belladonna-Lösung (0,01 Prozent) ins Auge. Selbst Anselm Jünemann, Direktor der Augenklinik Rostock, staunt: "Es funktioniert tatsächlich, wir wissen nur nicht, wieso."

tz

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