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Kieferfehlstellung: Rückenschmerzen können im Kiefer beginnen. Deshalb nimmt Dr. Eberhard Rusch einen Biss-Gipsabdruck von Zahnarzthelferin Sarah Schmidt.

Kopf- und Rückenschmerzen können ihren Ursprung im Mund haben

Knacken im Kiefergelenk, Ohrgeräusche, Kopfschmerzen, Gleichgewichtsstörungen, Augendruck, Gesichtsverspannungen, Nackenschmerzen, Schluckbeschwerden, Schnarchen:

Die Liste der möglichen Symptome einer Cranio-Mandibulären-Dysfunktion (CMD), einer Funktionsstörung des Kiefergelenks, ist lang. Viele Betroffene suchen lange nach dem Grund für ihre Leiden.  „Eine kleine Ursache mit großer Wirkung“, sagt Ingmar Rusch, Zahnarzt aus Gensungen. Einige Patienten hätten eine Odyssee hinter sich, bevor sie kämen, erzählte dessen Vater, Zahnarzt Dr. Eberhard Rusch.

Schon durch kleine Veränderungen im Gebiss kann es zu einer falschen Bisslage kommen: Verändert sich die Höhe der Zähne etwa durch Abrieb, Fehlstellung oder einen Unfall, kann sich die Position des Unterkiefers zum Oberkiefer verschieben. Weitere Ursache sei, dass viele Menschen unter Stress oder bei Kraftanstrengungen unbewusst die Kiefer aufeinander pressten und mit den Zähnen knirschten. Durch die Abnutzung der Zahnoberflächen senke sich der Biss ab. In Folge der veränderten Bisslage käme es zu Verschiebungen der Gelenkköpfe auf der Bandscheibe des Kiefergelenks und damit zu einer Störung des Muskel-Nervenapparates rund um das Kiefergelenk. Bei fortgeschrittener Erkrankung gleite der Gelenkkopf beim Öffnen des Mundes sogar von der Bandscheibe ab, was sich durch ein Gelenkknacken bemerkbar mache.

Bisslage kann Hüftstellung beeinflussen

Da Muskulatur, Sehnen und Nerven rund um das Kiefergelenk in direkter Verbindung stünden, erstreckten sich auch die Beschwerden auf etwa Ohren, Gesicht, Kopf, Halswirbelsäule und Schultern. Sogar die Hüftstellung und das Laufen könnten von einer veränderten Bisslage beeinflusst werden.

Abhilfe schaffe eine speziell angefertigte Stabilisationsschiene, durch die das Kiefergelenk in seiner richtigen Lage gehalten werde. Die Schiene sollte nachts getragen werden und tagsüber, wenn sie nicht stört. Bei regelmäßiger Anwendung verändere das Gelenk dauerhaft seine Lage, sodass einigen Patienten später das gelegentliche Tragen in Stresszeiten ausreiche. Bei manchen Patienten sei aber auch eine Behandlung der Zähne nötig, damit die Bisslage dauerhaft beschwerdefrei eingestellt werden könnte. (yma)

Hier gibt es Hilfe bei Beschwerden

Patienten können sich beider Kassenzahnärztlichen Vereinigung erkundigen, welche Zahnärzte eine entsprechende Ausbildung für die funktionstherapeutische Behandlung der CMD haben. Die Kosten für eine Repositionierungsschiene werden nicht von der Krankenkasse übernommen. (yma)

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