Wenn Rücken oder Nacken schmerzen und nichts zu helfen scheint, stecken möglicherweise psychische Ursachen dahinter. Foto: Monique Wüstenhagen
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Wenn Rücken oder Nacken schmerzen und nichts zu helfen scheint, stecken möglicherweise psychische Ursachen dahinter. Foto: Monique Wüstenhagen

Wenn nichts gegen Schmerzen hilft: Psychische Faktoren

Spritzen, Tabletten, Massagen - gegen die Schmerzen in Nacken oder Rücken hilft einfach nichts. Dann sollte man auch psychische Ursachen in Betracht ziehen. Bewegung und Entspannung können die Schmerzen lindern.

Berlin (dpa/tmn) - Physiotherapie, Schmerzmittel, Wärmflasche: Manche Menschen mit Rückenschmerzen haben schon einiges ausprobiert. Aber die Beschwerden werden sie einfach nicht los.

In einem solchen Fall können auch psychische Faktoren die Ursache sein. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) hin. "Wenn Menschen dauerhaft Stressfaktoren und psychischen Belastungen ausgesetzt sind, ohne diese bewusst wahrzunehmen oder ohne adäquat darauf zu reagieren, kann sich dies in körperlichen Symptomen äußern", erklärt Prof. Arno Deister von der DGPPN. Gerade wer depressive Symptome hat, ist meist empfänglicher für Schmerzen. Angsterkrankungen gehen häufig mit Verspannungen im Nacken oder Rücken einher. Denn Betroffene sind häufig auch muskulär angespannter.

Bei Rückenschmerzen Bewegung zu vermeiden, ist meist ein großer Fehler. "Bewegungsmangel und eine unnatürliche Schonhaltung führen zu neuen Verspannungen und somit zu neuen Schmerzen", warnt Deister. Dadurch kann ein Teufelskreis entstehen und akuter Schmerz chronisch werden. Ähnlich verhält es sich bei Depressionen: Die können Antriebslosigkeit oder Pessimismus verstärken und somit wiederum Bewegungsmangel und Anspannung zur Folge haben.

Mehr Bewegung - am besten draußen - und Strategien zur Stressbewältigung können helfen. Im Zweifel sollte man sich professionelle Hilfe suchen. Die sogenannten psychosomatischen Erkrankungen oder Störungen lassen sich mit einer Psychotherapie meist gut behandeln. Unter Umständen wird diese etwa um Bewegungstherapie ergänzt. Betroffen sind laut DGPPN sieben bis zehn Prozent der Menschen.

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