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Sind die Linien gerade? Der Amsler-Gitter-Test.

Degeneration der Makula: Wenn die Welt verschwimmt

4065 Noch immer raubt sie vielen älteren Menschen das Augenlicht: die Degeneration der Makula.

Vor allem in fortgeschrittenen Jahren passiert es, dass auf der Netzhaut der Ort des schärfsten Sehens geschädigt wird. Die Welt verschwimmt oder verdunkelt sich am Ende sogar.

Sind die Linien gerade? Der Amsler-Gitter-Test.

Dabei unterscheidet man bei der Makuladegeneration zwei Formen: die trockene und die feuchte. Die meisten Patienten – etwa 80 Prozent – leiden an der trockenen Makuladegeneration. Dabei bilden sich im Auge sogenannte Drusen. Stoffwechselprodukte werden nicht richtig abtransportiert und bilden kugelförmige Ablagerungen in der Netzhaut. Zudem ist die Durchblutung der Aderhaut gestört. Im fortgeschrittenen Stadium kann das dazu führen, dass immer mehr Sehzellen absterben. Doch schreitet die Erkrankung meist langsam voran und kommt auch manchmal zum Stillstand. Zu einem völligen Erblinden kommt es eher selten. Untersucht man Patienten über 70, findet man bei mehr als 70 Prozent Frühformen einer trockenen Makuladegeneration.

Trockene Form der Makuladegeneration

Bei der trockenen Form der Makuladegeneration hat die Medizin bisher keine Möglichkeit gefunden, die Ursache zu beheben. Einige erfolgversprechende Behandlungsmöglichkeiten sind allerdings in der Entwicklung. Um den Verlauf der Erkrankung zu verlangsamen, erhalten Patienten in der Regel hoch dosierte Vitamin-Medikamente, sogenannte Anti-oxidantien,die Vitamin C, E, Beta-Karotin, Lutein und Zink enthalten, wodurch das Risiko der raschen Verschlechterung gemildert werden kann.

Feuchte Form der Makuladegerneration

Rasch schreitet der Sehverlust dagegen häufig bei der feuchten Makuladegeneration voran: Die Ursache der Erkrankung sind neue Blutgefäße, die sich unter der Netzhaut ausbreiten. Diese neigen dazu, durchlässig zu werden. Tritt Flüssigkeit aus, kommt es zu einer Schwellung der Netzhaut. Diese führt dazu, dass die Betroffenen plötzlich in der Mitte des Gesichtsfeldes verschwommen sehen. Gerade Linien erscheinen krumm. Auch Farben und Kontraste lassen sich nicht mehr so gut unterscheiden. Die Betroffenen reagieren zudem meist empfindlich auf blendendes Licht.

Entscheidend ist dann eine rechtzeitige Behandlung. Eine gute Möglichkeit, die Augen von Zeit zu Zeit selbst zu überprüfen, ist der Amsler-Gitter-Test. Dieses zeigt ein schwarzes Gitter auf weißem Grund. In der Mitte befindet sich ein dunkler Punkt. Dann deckt man ein Auge ab und fixiert den Punkt. Sollten Löcher, graue Schleier, verzogene Linien, verschwommene Stellen oder unterschiedlich große Kästchen zu sehen sein, sollte man unbedingt sofort den Augenarzt aufsuchen.

Früh erkannt, lässt sich die feuchte Form der Makuladegeneration oft gut behandeln. Eine Rolle bei der Entstehung spielt der Wachstumsfaktor VEGF (Vascular Endothelial Growth Factor). Ist dieser in zu großer Menge vorhanden, lässt er neue Blutgefäße wachsen. Ein relativ neues Medikament kann das Wachstum hemmen. Es handelt sich dabei um Antikörper, Bevacizumab oder Ranibizumab genannt, die den unerwünschten Wachstumsfaktor quasi einfangen. Das Medikament wird hierzu direkt in den Glaskörper des Auges gespritzt. Rechtzeitig verabreicht, bessert sich bei etwa 40 Prozent der Patienten die Sehkraft wieder erheblich. Bei etwa einem Drittel genügen einige wenige Injektionen, um diese stabil zu halten. Bei einem weiteren Drittel müssen die Injektionen regelmäßig wiederholt werden. Das restliche Drittel benötigt am Anfang eine intensive Therapie. Dann genügt immer mal wieder eine Injektion zwischendurch.

Damit das Medikament wirken kann, ist aber vor allem eines wichtig: Die Behandlung muss frühzeitig, das heißt am besten innerhalb von sechs Wochen nach Beginn der Beschwerden, erfolgen. Bestehen diese bereits drei Monate oder länger, hat die Therapie kaum mehr Aussicht auf Erfolg.

Vorbeugen kann man der Makuladegeneration nur, indem man Risiken meidet. Zu diesen zählt neben einer persönlichen Veranlagung vor allem das Rauchen. Auch wer unter Bluthochdruck und vermutlich auch Übergewicht leidet, erkrankt öfter. Eine Rolle spielt wohl auch die UV-Strahlung.

Sonja Gibis

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