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Vorsicht Zecken: Die Spinnentiere können gefährliche Erkrankungen übertragen.

Wenn die Zecken kommen

Kaum zeigt sich das erste frische Grün an den Bäumen und wärmen uns die Frühlingsonnenstrahlen, lockt es die Menschen wieder mehr in die Natur. Doch solch ein Ausflug ins Grüne kann tückisch sein, denn dort lauern Zecken, die gefährliche Krankheiten übertragen können.

Experten warnen sogar vor einer regelrechten Zeckenplage. Zudem ist in Hessen die Zahl der durch Zecken übertragenen Erkrankungen an Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) im Jahr 2009 auf 16 gestiegen (2008 waren es elf), wie die Techniker Krankenkasse berichtet. Betroffen sind allerdings meist südhessische Landkreise. Doch auch im Landkreis Fulda und in Marburg-Biedenkopf gab es je einen Fall von Frühsommer-Meningo-Enzephalitis. Wer sich beruflich oder in der Freizeit in betroffenen Gebieten viel in der Natur aufhält oder einen Urlaub in FSME-Risikogebieten, etwa in Süddeutschland oder Österreich, plant, sollte sich impfen lassen. Das empfehlen die Gesundheitsämter. Denn: Die Viruserkrankung kann eine Hirnhautentzündung auslösen.

Die Impfung gibt es auch für Kinder. Sie sei gut verträglich und werde bei der Grundimmunisierung dreimal im Abstand von je vier Wochen verabreicht. Auch eine Schnellimmunisierung sei möglich. Nach drei bis fünf Jahren sollte der Impfschutz aufgefrischt werden.

Keine Schutzimpfung gibt es jedoch bisher gegen die Lyme-Borreliose, eine bakterielle Erkrankung, die ebenfalls von Zecken übertragen wird. Und diese Bakterien sind bei Zecken in Europa – und auch in unserer Region – weit verbreitet. Bei einem Zeckenbiss können die Borrelien über den Speichel des Spinnentieres in der Blutbahn des Menschen gelangen und eine Borreliose verursachen. Symptome zeigen sich einige Tage oder Wochen nach dem Biss. Häufig zeigt sich dabei um die Einstichstelle eine Hautrötung, die sich kreisförmig ausbreitet (Wanderröte). Auch kann es zu Fieber, grippeähnlichen Symptomen, zu geschwollenen Lymphknoten, Muskel- und Gelenkschmerzen sowie einer Bindehautentzündung kommen. Bei verdächtigen Zeichen sollte man rasch einen Arzt aufsuchen, der die Erkrankung mit Antibiotika behandeln wird.

So werden Zecken entfernt

Zecken sind blutsaugende Parasiten, die Menschen und Tiere gleichermaßen befallen können. Sie leben bevorzugt auf hohem Gras, Farnen, Sträuchern im Wald, aber auch auf Feldern, in Parks und Gärten. Wenn sie im Vorübergehen abgestreift werden, setzen sie sich meist nicht gleich fest, sondern suchen häufig Körperstellen mit dünner warmer Haut wie beispielsweise die Leistengegend, Achseln, Kniekehlen oder den Haaransatz. Schützen vor den Plagegeistern können Kleidung und auch spezielle Insektenabwehrmittel. Wichtig ist es aber vor allem, nach dem Aufenthalt im Freien den Körper gründlich auf Zecken abzusuchen und diese möglichst schnell zu entfernen. Dabei darf die Zecke in keinem Fall gequetscht oder beträufelt werden. Am besten fasst man das Tier am Kopf nah an der Haut mit einer feinen, spitzen Pinzette, zieht die Zecke heraus und desinfiziert danach die Einstichstelle. (hei)

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