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WhatsApp-Video über „Ingrids Schlaganfall“ sorgt für Verwirrung

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Von: Martina Lippl

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Immer wieder verbreitet sich ein Video über den Messenger-Dienst WhatsApp. Es geht um eine Ingrid und das Thema Schlaganfall. Ist das Video sinnvoll oder einfach grober Unfug?

Immer wieder tauchen via WhatApp Botschaften auf, die Empfänger weiterleiten sollen. Die Gründe, warum wir eine Audiodatei, einen Kettenbrief oder ein Video verteilen sollen oder es gedankenlos dann auch tun, sind recht unterschiedlich. Das Teilen verspricht Glück, ein neues Smartphone oder könne sogar Leben retten. 

In den meisten Fällen handelt es sich aber bei diesen „Warnungen“ um sogenannte Hoaxes. Der Begriff Hoax stammt aus dem englischen Wort „hoax“ (zu deutsch: Scherz) und altenglischen „hocus“ (zu deutsch: Falschmeldung). So ist ein Hoax ist eine Falschmeldung, die sich schnell verbreiten soll.

Hilft die Geschichte von Ingrid gegen Unwissen?

In dem aktuellen Clip wird die Geschichte von einer Ingrid erzählt, die bei Grillen plötzlich umgefallen sei, dann fröhlich weiterfeierte und später an einem Schlaganfall starb.

Das Video ist mit Musik unterlegt, und der Text läuft in weißer Schrift über ein Foto mit knackigen Grillwürstchen.

Am Ende wird im Clip behauptet, dass jeder mit einem einfachen Test einen Schlaganfall sicher erkennen könne. Um nun dieses Wissen zu verbreiten, sollen alle Empfänger das Video mindestens an zehn Leute schicken. 

„Wir senden täglich so viel ‘Schrott‘ durch die Gegend, da können wir auch die Leitungen mal mit etwas Sinnvollem verstopfen, findet Ihr nicht auch??“, heißt es am Ende des Clips. 

Ist dieses Ketten-Video sinnvoll? 

Schon 2007 setzte die Technische Universität Berlin eine Mail mit dem Titel „Schlaganfallerkennung“ auf seine Hoax-Liste. Und warnt Leute davor, diese Mail gutgläubig zu teilen. 

Das Urteil über diesen Kettenbrief ist hart: Niemandem wäre mit dieser Mail zur „Schlaganfallerkennung“ geholfen. Im Gegenteil. 

Die ausführliche Begründung der TU Berlin finden Sie hier.

Zwar ist es diesmal keine Mail, sondern ein Video, das WhatsApp-User teilen. Aber Textinhalt, Botschaft sowie die Aufforderung, es zu verbreiten, sind fast identisch.

Schlaganfall: Im Notfall sofort 112 wählen

Wählen Sie bei einem Verdacht auf Schlaganfall sofort die Notrufnummer 112. 

Melden Sie der Rettungsleitstelle: „Verdacht auf Schlaganfall"!

Denn nur im Krankenhaus kann Diagnose und Ursache eines Schlaganfalls ermittelt und die richtige Therapie eingeleitet werden.  

Die Notrufnummer 112 ist aus dem Festnetz und dem Mobilfunknetz zu erreichen und gilt in 28 EU-Ländern.

Informieren Sie sich über das Thema Schlaganfall bei der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Wenn Sie im Notfall helfen wollen, ergibt es Sinn, einen Erste-Hilfe-Kurs zu absolvieren. 

Schlaganfall lässt sich an den FAST-Regel erkennen

Wie erkenne ich einen Hoax?

Seit Jahren kursieren dubiose Kettenbriefe per Mail. Nun werden erfundene Dinge, Petitionen oder Glücksspiele auch via WhatsApp verteilt. 

ml

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