Das steckt dahinter

WhatsApp-Video über „Ingrids Schlaganfall“ sorgt für Verwirrung

Immer wieder verbreitet sich ein Video über den Messenger-Dienst WhatsApp. Es geht um eine Ingrid und das Thema Schlaganfall. Ist das Video sinnvoll oder einfach grober Unfug?

Immer wieder tauchen via WhatApp Botschaften auf, die Empfänger weiterleiten sollen. Die Gründe, warum wir eine Audiodatei, einen Kettenbrief oder ein Video verteilen sollen oder es gedankenlos dann auch tun, sind recht unterschiedlich. Das Teilen verspricht Glück, ein neues Smartphone oder könne sogar Leben retten. 

In den meisten Fällen handelt es sich aber bei diesen „Warnungen“ um sogenannte Hoaxes. Der Begriff Hoax stammt aus dem englischen Wort „hoax“ (zu deutsch: Scherz) und altenglischen „hocus“ (zu deutsch: Falschmeldung). So ist ein Hoax ist eine Falschmeldung, die sich schnell verbreiten soll.

Hilft die Geschichte von Ingrid gegen Unwissen?

In dem aktuellen Clip wird die Geschichte von einer Ingrid erzählt, die bei Grillen plötzlich umgefallen sei, dann fröhlich weiterfeierte und später an einem Schlaganfall starb.

Das Video ist mit Musik unterlegt, und der Text läuft in weißer Schrift über ein Foto mit knackigen Grillwürstchen.

Am Ende wird im Clip behauptet, dass jeder mit einem einfachen Test einen Schlaganfall sicher erkennen könne. Um nun dieses Wissen zu verbreiten, sollen alle Empfänger das Video mindestens an zehn Leute schicken. 

„Wir senden täglich so viel ‘Schrott‘ durch die Gegend, da können wir auch die Leitungen mal mit etwas Sinnvollem verstopfen, findet Ihr nicht auch??“, heißt es am Ende des Clips. 

Ist dieses Ketten-Video sinnvoll? 

Schon 2007 setzte die Technische Universität Berlin eine Mail mit dem Titel „Schlaganfallerkennung“ auf seine Hoax-Liste. Und warnt Leute davor, diese Mail gutgläubig zu teilen. 

Das Urteil über diesen Kettenbrief ist hart: Niemandem wäre mit dieser Mail zur „Schlaganfallerkennung“ geholfen. Im Gegenteil. 

  • Die Webseite warnt davor, medizinische „Ratschläge“ weiterzuleiten, weil Laien den Inhalt kaum beurteilen können. Gerade, wenn es um die Gesundheit oder gar das Leben von Menschen gehe, solle man diese Verantwortung nicht mit ungesundem Halbwissen auf die leichte Schulter nehmen.
  • Selbst ernst gemeinte Kettenbriefe könnten falsche Textanteile enthalten, die dann beim Leser hängen blieben.
  • Außerdem neigen Kettenbriefe zu einer Art Mutation, ist auf dem Online-Portal der TU Berlin zu lesen: Sie verändern sich demnach im Laufe der Weiterleitungen. Der Inhalt würde erweitert, gekürzt, geändert – bis zur Unkenntlichkeit.

Die ausführliche Begründung der TU Berlin finden Sie hier.

Zwar ist es diesmal keine Mail, sondern ein Video, das WhatsApp-User teilen. Aber Textinhalt, Botschaft sowie die Aufforderung, es zu verbreiten, sind fast identisch.

Schlaganfall: Im Notfall sofort 112 wählen

Wählen Sie bei einem Verdacht auf Schlaganfall sofort die Notrufnummer 112. 

Melden Sie der Rettungsleitstelle: „Verdacht auf Schlaganfall"!

Denn nur im Krankenhaus kann Diagnose und Ursache eines Schlaganfalls ermittelt und die richtige Therapie eingeleitet werden.  

Die Notrufnummer 112 ist aus dem Festnetz und dem Mobilfunknetz zu erreichen und gilt in 28 EU-Ländern.

Informieren Sie sich über das Thema Schlaganfall bei der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Wenn Sie im Notfall helfen wollen, ergibt es Sinn, einen Erste-Hilfe-Kurs zu absolvieren. 

Schlaganfall lässt sich an den FAST-Regel erkennen

  • F steht für Face (Gesicht): Man sollte die Person bitten zu lächeln. Wenn das Gesicht einseitig verzogen ist, deutet das auf eine halbseitige Lähmung hin. 
  • A steht für Arms (Arme): Dabei bittet man die Person, die Arme nach vorne zu strecken und dabei die Handflächen nach oben zu drehen. Bei einer Lähmung können nicht beide Arme gehoben werden, sie sinken wieder herunter oder drehen sich. 
  • S steht für Speech: Ist der Betroffene nicht in der Lage, einen einfachen Satz nachzusprechen oder klingt seine Stimme dabei verwaschen, ist das ein Zeichen für Sprachstörungen. 
  • T steht für Time (Zeit) und besagt, dass man unverzüglich die 112 wählen und die Symptome schildern soll.

So erkennen Sie einen Schlaganfall

Wie erkenne ich einen Hoax?

Seit Jahren kursieren dubiose Kettenbriefe per Mail. Nun werden erfundene Dinge, Petitionen oder Glücksspiele auch via WhatsApp verteilt. 

  • Teilen Sie nicht einfach Nachrichten, die Sie erhalten. 
  • Klicken Sie auf keinen Fall auf einen Link, den Sie mit der Nachricht erhalten haben. 
  • Informieren Sie sich auf Verbraucherschutz-Webseiten wie Mimikama, einer Verbraucherzentrale oder nutzen Sie den Hoax-Info-Service der TU Berlin.

ml

Rubriklistenbild: © Screenshot via WhatsApp

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