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Jürgen Kehlenbeck kann trotz seines Schlaganfalls wieder Radfahren.

Erfahrungsbericht: „Es gab immer einen Weg“

Jürgen Kehlenbeck erzählt sein Schicksal. Der Tischlermeister erlitt einen Schlaganfall und schaffte es, wieder sprechen, gehen und Autofahren zu lernen. Er macht anderen Betroffenen Mut.

„Und plötzlich stand ich auf der anderen Seite der Tische“, erinnert sich Jürgen Kehlenbeck nicht ohne Bitterkeit. Denn für den Tischlermeister aus Schwarme, der bis zu seinem 42. Lebensjahr in einer Werkstatt für Behinderte gearbeitet hatte, änderte sich 1993 sein Leben radikal und dramatisch.

Jörg Kehlenbeck aus Schwarme gründete die Schlaganfall-Selbsthilfegruppe vor 14 Jahren und leitet sie bis heute.

Ein entgegenkommendes Auto hatte seinen Wagen auf der Heimfahrt frontal gerammt und den Handwerker schwer verletzt. Auch seine Halsschlagader war getroffen, was dann kurz darauf einen folgenschweren Schlaganfall auslöste. Kehlenbeck war seitlich gelähmt, konnte nicht mehr sprechen, ein Leben im Rollstuhl begann. Doch der Tischler nahm mit großer Unterstützung seiner Ehefrau Helga den Kampf auf. „Ich habe mich nie verkrochen und immer alles versucht“, blickt er heute zurück. Mit Erfolg: Er lernte wieder zu sprechen, zu gehen, ja auch Rad und sogar wieder Auto zu fahren. Und er drechselt gern – wahre Kunstwerke. In der von ihm gegründeten Selbsthilfegruppe macht er anderen Mut, gibt immer wieder Tipps.

Es gibt immer einen Weg

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„Stroke Unit“ - Was ist das?

Für mich war es wichtig zu sehen, dass es immer einen Weg gibt, die Situation zu meistern. Trotz der langer Zeit nach dem Ereignis gibt es immer noch, wenn auch in kleinen Schritten, Verbesserungen der Behinderungen. Man muss sich nur bemühen, diese Dinge auch zu erkennen und sich selbst zu motivieren. Außerdem habe ich festgestellt: Die größten Heilungskräfte gehen von mir selbst aus.
Besonders schwierig ist es, die durch verschiedene Behinderungen bedingten Hürden zu überwinden und die Behinderung als eine andere Form von Gesundheit zu akzeptieren.

Anderen Betroffenen rate ich: Akzeptieren Sie die Behinderung(en), nutzen Sie die Therapiemöglichkeiten, lernen Sie mit der Behinderung umzugehen. Ein Austausch mit anderen Betroffenen ist dabei sehr hilfreich.

Spezialeinheiten: „Stroke Unit“

Die Familie spielt eine wichtige Rolle bei der Bewältigung der Situation. Für mich bietet sie den seelischen Rückhalt und ermutigt mich immer wieder, nicht aufzugeben. Meine Frau ist so wirklich zur „besseren Hälfte“ geworden.

Die Medizin hat die Möglichkeit, durch frühzeitige Behandlung eines akuten Schlaganfalls auf einer so genannten „Stroke Unit“ die Sterblichkeitsrate und den Grad der Behinderung zu minimieren. Moderne, Technik gestützte Therapieverfahren können bei der Behandlung der verschiedenen Symptome hilfreich sein, lassen jedoch keine Wunder erwarten.

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