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Wer eine neue Matratze benötigt, sollte sich beim Kauf in jedem Fall viel Zeit nehmen und ein möglichst weitgehendes Rückgaberecht vereinbaren.

Endlich gut schlafen

Wie finde ich die richtige Matratze?

München - Ein Drittel ihres Lebens verbringen die Deutschen im Schlaf – oft jedoch auf abgenutzten Unterlagen. Doch wie finde ich die richtige Matratze für mich?

Die Stiftung Warentest untersuchte in ihrem Aprilheft 19 sogenannte Taschenkernmatrazen – nur zwei von ihnen wurden allen Anforderungen der Verbrauscherschützer gerecht. Und auch bei anderen Matrazen-Typen gab es zuletzt bei Tests der Verbraucherschützer nur wenige Modelle, die überzeugten.

Nur drei Matratzen-Modelle überzeugen

Nur zwei der 19 aktuell getesteten Taschenfederkernmatrazen-Matratzen eignen sich tatsächlich für jeden Körperbautypen in Rücken- wie in Seitenlage. Testsieger ist die „Mustering Orthomatic Perfect TT“ mit dem Urteil „Gut“ (2,3). Sie kostet etwa 600 Euro, hat jedoch laut den Warentestern die besten Liegeeigenschaften. Auch schlägt sie die beiden anderen „guten“ Matratzen mit der Note 2,2 im Punkt Haltbarkeit. Die Matratze ist den Verbraucherschützern zufolge eine der wenigen Schlafutensilien, die beim Härtegrad den Angaben des Herstellers entsprechen. Die Matratze sei lange haltbar, rieche aber „anfangs etwas stark“.

In der Gesamtwertung gleichauf mit der Mustering-Matratze (Note 2,3) ist die „Schlarraffia Viva Plus Aqua“ für 450 Euro. Die Matratze sei so hart wie vom Hersteller angegeben. Den Testern zufolge neigt sie jedoch „unter Feucht- und Wärmeeinwirkung zum Beispiel durch Schwitzen zur Kuhlenbildung“. Die beiden Testsieger eigneten sich auch bestens für Doppelbetten von gemischten Doppeln. Etwas günstiger und für Rückenschläfer ideal ist die „Matratzen Direct / MFO“. Für Seitenschläfer sei das mit 400 Euro vergleichsweise günstige Modell jedoch ungeeignet. Die Matratze kam in der Gesamtwertung immerhin auf Platz drei.

Mitunter können aber auch andere Modelle für den Kunden infrage kommen. Denn es gilt: Je nach Körperbau des Menschen muss eine Matratze unterschiedliche Eigenschaften haben. Am schwierigsten ist die Matratzen-Suche für Menschen mit breiten Schultern und breitem Bauch. Sie lagen den Verbraucherschützern zufolge nur auf den beiden Testsiegern in jeder Lage gut.

Probleme mit der Feuchtigkeit

Taschenfederkern-Matratzen werden im Vergleich zu Kaltschaum- oder Latex-Matratzen gerne für Menschen, die viel schwitzen, empfohlen. Feuchtigkeit wird durch die bestehenden Hohlräume meist besser abtransportiert, die Matratze besser durchlüftet. Ausgerechnet die getesteten Taschenfederkern-Matratzen haben jedoch Probleme mit feuchter Umgebung. „Viele waren später nicht mehr so fest wie zuvor und bildeten Kuhlen aus“, schreiben die Verbraucherschützer.

Vor dem Kauf Probeliegen auf der Matratze

Probeliegen ist ein absolutes Muss. Doch obwohl eine falsche Matratze fatale Folgen wie Rückenleiden haben kann, nimmt so mancher Käufer die Unterlage anders als etwa ein neues Fahrrad ungeprüft mit nach Hause. Die Warentester raten jedoch zwingend: „Nehmen Sie sich die Zeit, das Liegegefühl vor dem Kauf zu ergründen.“ Auch sollte man die Testphase unbedingt auf mehrere Nächte nach dem Kauf ausweiten. Deshalb sei es unerlässlich, eine unkomplizierte Rückgabemöglichkeit zu vereinbaren. Denn nur ein Teil der Händler ermöglicht 14 Tage lang eine Rückgabe der Ware, auch wenn diese keine Herstellerfehler aufweist.

Vorsicht bei den Härtegraden

Nicht nur die Liegeeigenschaften einer Matratze sind wichtig. Auch der Härtegrad sollte beim Kauf beachtet werden. Bei der Härteangabe kann sich der Kunde laut „Stiftung Warentest“ nicht auf die Angaben der Hersteller verlassen. Viele Firmen würden sich nicht nach den nomierten Härtegraden richten, was zu großen Abweichungen führe. Zwar waren alle Matratzen vom Hersteller mit der Härteangabe „drei“ beziehungsweise der Titulierung „fest“ gekennzeichnet worden. Doch ergab die Prüfung der Warentester, dass diese Deklaration nur bei fünf Produkten zutraf. Vor allem bei (im aktuellen Test nicht berücksichtigten) Kaltschaummatrazen könne sich die Härte produktionsbedingt sogar bei zwei Exemplaren des selben Typs unterscheiden.

Ebenso wichtig ist die Haltbarkeit der Matratze. Auch hier weisen manche Modelle Defizite auf.

Das richtige Material für die Matratze finden

Gibt es das perfekte Matratzen-Material? „Nein! Das müssen Sie für sich herausfinden“, schreibt die „Apotheken Umschau“ zutreffend. Zu den gängigen Materialien gehören Federkern, Kaltschaum und Latex. Federkern-Matratzen bestehen aus zahlreichen Metallfedern, die miteinander verbunden sind. Handelt es sich um eine Bonellfederkern-Matratze, befindet sich zwischen den Federn Luft. Bei einer Taschenfederkern-Matratze umhüllen kleine Stoffsäckchen die Federn. Beide Typen sollen Feuchtigkeit und Wärme schnell ableiten und für eine gute Durchlüftung sorgen.

Wer nicht viel schwitzt, für den können Kaltschaum-Matratzen eine Option sein. Sie bestehen aus Schaumstoff. Früher galt dieser als bretthart und unbequem. Ein großer Vorteil: Obwohl das Material Feuchtigkeit abtransportiert, hält es Wärme besser zurück als die Federkernvarianten. Latex-Matratzen wiederum passen sich dem Körper des Liegenden sehr gut an. Sie sind jedoch schwer, schwierig zu pflegen und zudem teuer.

Keine Schnäppchen bei Boxspringbetten

Besonders neugierig waren die Tester auf die „4-Sterne Boxspring-Matratze“ von der Firma f.a.n. Sogenannte Boxspringbetten sind ein teurer Trend in der Möbelbranche – dabei wird eine Holzbox mit Federkern, eine daraufliegende Federkern-Matratze und obenauf ein Schaumstoff-Topper von den Händlern als Einheit verkauft. Üblicherweise kosten komplette Boxspringbetten mehr als 1000 Euro. Mit 600 Euro wäre die Matratze geradezu ein Schnäppchen. Allerdings erhielt das Modell von den Testern nur ein schwaches „befriedigend“ für die Qualität. Von einem „Schnäppchen“ könne keine Rede sein.

Tobias Lill

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