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Unzählige Medizin- und Gesundheits-Apps stehen zum Download bereit. Skepsis ist bei Apps angebracht, die ganz konkrete Behandlungsempfehlungen geben.

Puls, Schritte oder Kalorien

Gesundheits-App: Daran erkennen Sie eine gute! 

Unzählige Medizin- und Gesundheits-Apps stehen zum Download bereit. Manche von ihnen können hilfreich sein, von anderen lässt man besser die Finger. Ein Experte erklärt, worauf Nutzer achten sollten.

Den Puls mit dem Smartphone messen oder Ernährungstagebuch auf dem Tablet führen: Gesundheits- und Medizin-Apps machen vieles möglich. Laut einer Studie des Universitätsklinikums Freiburg im Auftrag der Techniker Krankenkasse ist die Bereitschaft groß, Gesundheits-Apps zu nutzen.

Jeder fünfte Verbraucher hat eine Gesundheits- und Medizin-App auf seinem Smartphone installiert. Und die Anwendungen verbreiten sich rasant. Da kann man als Nutzer leicht den Überblick verlieren. Urs-Vito Albrecht vom Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik an der Medizinischen Hochschule Hannover beschäftigt sich seit Jahren mit solchen Angeboten. Er gibt wichtige Ratschläge.

Wie erkenne ich eine vertrauenswürdige App?

Die Hersteller sind angehalten, transparent und umfassend über die jeweilige App zu informieren. Es muss klar und deutlich angegeben sein, wozu die App gedacht ist und wozu nicht, wie Albrecht betont. Auch Angaben zu Risiken und Einschränkungen der App, Verlässlichkeit der Inhalte, Datenschutzaspekten und zu den Geldgebern gehören in die Beschreibung. Einige Fragen und Aspekte, über die die Herstellerinformation Auskunft geben sollte:

  • Welchen Zweck hat die App?
  • Welche Grenzen, Risiken und Einschränkungen hat sie?
  • Sind die Autoren qualifiziert und sind die verwendeten Informationsquellen zuverlässig?
  • Erfolgt die Eingabe, Verwendung und Speicherung der Daten auf freiwilliger Basis?
  • Gibt es ein ausführliches Impressum mit Angaben zum Hersteller und Kontaktinformationen?

Von welchen Angeboten ist eher abzuraten?

Gesunde Skepsis ist bei Gesundheits-Apps angebracht, die vorgeben, selbstständig Diagnosen zu stellen, wie Albrecht sagt. Auch Apps, die konkrete Behandlungsempfehlungen geben, meidet man besser. Anwendungen, die nur unklare Angaben zum Umgang mit den anvertrauten Daten machen, sollte ebenfalls mit Vorsicht begegnet werden. Die gesammelten, hochsensiblen Daten könnten für kommerzielle Zwecke genutzt werden, die nicht im Interesse des Nutzers sind.

Welche Apps sind für Verbraucher sinnvoll?

Dazu gehören zum einen Anwendungen, die über Gesundheitsthemen informieren, Anwender für ihre Gesundheit sensibilisieren und gesundheitsbewusstes Verhalten unterstützen. Außerdem können chronisch kranke Menschen von Apps profitieren, die sie beim Management ihrer Erkrankung unterstützen. Zum Beispiel, indem sie relevante Messwerte, Medikamente und Aktivitäten leicht erfassbar machen oder die Verwaltung von Arztbesuchen komfortabel ermöglichen. Blutdruck- und Blutzucker-Apps sind Beispiele.

dpa/tmn

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