Männer unter dem Messer

OPs für schöne Augen

München - Schlupflider? Tränensäcke? Immer mehr Männer legen sich unters Messer, um ihre "Problemzonen" im Gesicht loszuwerden. Ein Experte über Möglicheiten und Risiken von Schönheits-Operationen:

Die meisten kommen wegen sogenannter Tränensäcke oder Schlupflider zu uns“, berichtet der Münchner Schönheitschirurg Dr. Markus Klöppel. „Solche Probleme kann man mit einer Augenlidstraffung lösen.“ Mediziner sprechen von einer Blepharoplastik. „Hinterher wirkt das Auge des Patienten wieder wacher und offener“, so Dr. Klöppel.

Diese Schönheits-OP ist die zweithäufigste bei Männern. Wie aus einer Analyse der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) hervorgeht, ließen sich 15,8 Prozent der Patienten die Augenlider straffen, nur zum Fettabsaugen kamen noch mehr Männer (23,3 Prozent). In der tz-Serie über Schönheits-OPs erklärt der Spezialist Dr. Klöppel, was bei den Eingriffen rund um die Augen genau geschieht.

Das Grundproblem: Das Alter geht auch an den Augenpartien nicht spurlos vorbei. „Zunächst kommt es zur Ausdünnung der Haut und Faltenbildung, später lässt die Bindegewebsspannung nach und der Augenringmuskel erschlafft“, erklärt Dr. Klöppel. „Fettgewebe drängt von innen nach vorne durch. An den Oberlidern tritt eine Vorwölbung auf, an den Unterlidern entstehen Schwellungen und Tränensäcke – letztere können auch erblich bedingt sein. Es entsteht ein trauriger und müder Gesamteindruck.“

Wer lässt den Eingriff durchführen? „Meine Patienten sind 45 bis 55 Jahre alt“, berichtet Dr. Klöppel. Laut DGÄPC beträgt das statistische Durchschnittsalter bei einer Augenlidstraffung 51,6 Jahre.

So funktioniert die Unterlidstraffung zum Entfernen von Tränensäcken: Der Patient bekommt eine leichte Narkose, befindet sich in einem sogenannten Dämmerschlaf. Dann setzt der Chirurg winzige Hautschnitte unter die Wimpernkante des Unterlids. „Durch eine spezielle Muskelstraffung werden die Bindegewebsstrukturen des Unterlides gestärkt, anschließend werden Hautüberschüsse und Fettgewebedepots entfernt“, erklärt Dr. Klöppel. Die OP dauert 45 bis 55 Minuten. Die Kosten inklusive Narkose: circa 2700 Euro – sie können allerdings je nach Arzt und Praxisstandort schwanken.

Die Oberlidstraffung gegen Schlupflider: „Der Hautschnitt wird in die vorhandene Lidumschlagsfalte des Oberlides gelegt, sodass die hauchfeinen Narben später nicht zu sehen sind. Überschüssiges Muskel- und Fettgewebe werden entfernt“, erklärt Dr. Klöppel. Der Eingriff dauert 45 Minuten, kostet etwa 2200 Euro. Man kann sich auch Ober- und Unterlid in einer OP straffen lassen. Für die chirurgische Kombi braucht ein erfahrener Operateur etwa eineinhalb Stunden. Gesamtkosten etwa 4400 Euro.

Die Nachbehandlung: Auf die Wunden kommen nur drei Millimeter kleine Spezialpflaster. Die Fäden werden nach etwa fünf Tagen entfernt.

Die Risiken: „Beide Eingriffe gehören in die Hände eines erfahrenen Chirurgen“, betont Klöppel. „Sonst besteht die Gefahr, dass Nerven oder Muskeln verletzt werden. Dieses Risiko lässt sich aber durch exaktes Arbeiten minimieren.“ Bei der OP können schon mal blaue Flecken und Schwellungen entstehen. „Wir behandeln das mit Lymphdrainagen und Heparinsalbe“, erklärt Dr. Klöppel.

Andreas Beez

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