+
17,7 Prozent der jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 25 Jahren gaben bei einer Umfrage an, in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal Cannabis konsumiert zu haben.

Beunruhigende Zahlen

Immer mehr junge Kiffer

Köln - Die Zahl der jungen Cannabis-Konsumenten hat sich in Deutschland stark erhöht. Die Drogenbeauftragte des Bundes sieht eine Ursache in der Legalisierungs-Debatte. Sie warnt auch vor Folgeschäden.

In Deutschland ist die Zahl der jungen Cannabis-Konsumenten stark gestiegen. Das geht aus einer Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Köln) hervor, für die bundesweit 7000 Menschen repräsentativ befragt wurden.

Demnach breitete sich der Konsum in diesen Altersgruppen in den vergangenen sechs Jahren um rund 50 Prozent aus. So gaben 17,7 Prozent der jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 25 Jahren an, in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal Cannabis konsumiert zu haben. Im Jahr 2008 waren es noch 11,6 Prozent (plus 53 Prozent).

Der Anteil der regelmäßigen Konsumenten (mehr als zehnmal in den letzten zwölf Monaten) stieg von 3,1 Prozent im Jahr 2008 auf 4,6 Prozent. Bei den gesamten Befragten im Alter von 12 bis 25 Jahren stieg die Zahl der regelmäßigen Kiffer von 2,3 auf 3,5 Prozent.

"Offenbar wirkt sich die Gesundheitsgefahren verharmlosende Argumentation der Befürworter einer Legalisierung von Cannabis bereits negativ aus", befand die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler. "Der Konsum von Cannabis kann gerade für Jugendliche und junge Erwachsene zu erheblichen gesundheitlichen Problemen führen."

Besonders deutlich ist der Anstieg des Cannabiskonsums in der Gruppe der 18- bis 25-jährigen Männer. Während 2008 noch jeder siebte junge Mann (14,8 Prozent) angab, in den letzten zwölf Monaten mindestens einmal Cannabis konsumiert zu haben, war es 2014 fast jeder vierte (23,9 Prozent) - eine Zunahme um 61 Prozent. Bei den 12- bis 17-jährigen Jugendlichen schnellte der Anteil der gelegentlichen Kiffer sogar binnen drei Jahren um etwa 50 Prozent nach oben: Von 4,6 Prozent (2011) auf 7,7 Prozent (2014).

Die Zunahme sei aus gesundheitlicher Sicht bedenklich, so Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale. Forschungsergebnissen zufolge leide die Hirnleistung mit zunehmender Dauer und Intensität des Konsums.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Methadon gegen Krebs? Patienten dürfen auf Heilung hoffen
Könnte Methadon das Mittel zur Heilung vieler Krebspatienten werden? Einige Erkrankte berichten von wahren Wunderwirkungen – doch klinische Studien fehlen noch.
Methadon gegen Krebs? Patienten dürfen auf Heilung hoffen
Krebsheilerin löst mit Wunder-Versprechen Shitstorm aus
Diese Anzeige empört das Netz: Eine Frau aus Niedersachsen behauptet, mit Heilkräften Krebs behandeln zu können – Jesus selbst soll ihr die Gabe verliehen haben.
Krebsheilerin löst mit Wunder-Versprechen Shitstorm aus
Gefahr für Gesundheit: Hersteller ruft Fidget Spinner zurück
Fidget Spinner sind aktuell sehr gefragt. Doch Vorsicht: Spielzeuge dieses Herstellers sollten Sie zurückgeben - sie können die Gesundheit Ihrer Kinder gefährden.
Gefahr für Gesundheit: Hersteller ruft Fidget Spinner zurück
2017 geborene Mädchen könnten über 90 werden
Unsere Kinder und Enkel könnten steinalt werden. Dafür müsste die Medizin aber weiter Fortschritte machen. Und Katastrophen müssten ausbleiben.
2017 geborene Mädchen könnten über 90 werden

Kommentare