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Zecken sind zähe Zeitgenossen. Sie beherbergen die verschiedensten Erreger und können Krankheiten wie Frühsommer-Meningoenzephalitis und Borreliose übertragen.

Fiese Blutsauger

Die Zecken kommen! So schützen Sie sich

Die Winterruhe der Zecken ist vorbei. Ist es tagsüber wärmer als sechs Grad werden die Blutsauger aktiv. Vorsicht! Zecken können FSME und Borreliose übertragen. So schützen Sie sich vor einem Zeckenbiss und den Folgen.

Jedes Jahr warnen Experten im Frühjahr vor Zecken. Denn ein Zeckenbiss kann schwere Krankheiten auslösen. Beim Blutsaugen können die Spinnentiere Erreger vom Lyme-Borreliose und Hirnhautentzündungen übertragen.

In Deutschland ist eine Zeckenart für Mensch und Tier besonders gefährlich: der Gemeine Holzbock. Der Holzbock lebt vor allem in Wäldern, Stadtparks und Gärten.

FSME Frühsommer-Menigoenzephalitis

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine durch das FSME-Virus ausgelöste Krankheit. Sie kann Entzündungen von Hirnhaut, Gehirn oder Rückenmark hervorrufen und in schweren Fällen bleibende Schäden wie Lähmungen zur Folge haben.

Die Infektionszahlen schwanken allerdings von Jahr zu Jahr. Rund die Hälfte der vom Robert Koch-Institut (RKI) erfassten Patienten erkrankte schwer.

Zeckenimpfung - wie oft?

  • Gegen FSME gibt es eine Schutzimpfung. Nach den ersten drei Impfungen muss die Immunität durch eine Auffrischung - alle 3 bis 5 Jahre aufrechterhalten werden.

Zeckenbiss: Symptome einer FSME-Infektion

Nach 7 bis 14 Tagen treten bei einer FSME-Infektion Krankheitssymptome auf. Zunächst kommt es bei 30 Prozent der Infizierten zu grippeähnliche Symptome mit Fieber, Abgeschlagenheit, Unwohlsein, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen. Dann klingen die Beschwerden kurzeitig ab und die zweite Phase der Krankheit - mit neurologischer Symptomatik beginnt. 

Borrelios (Lyme-Borreliose)

Die häufigste durch Zecken verursachte Krankheit in Deutschland ist die Lyme-Borreliose, die erst seit Ende der 80er Jahre bekannt ist. Die Borreliose ist eine Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Borrelia burgdorferi ausgelöst wird.

Die Bakterien können das Nervensystem, die Gelenke und Organe sowie das Gewebe befallen.

Eine Infektion beginnt meist mit einer Rötung im Bereich der Stichstelle und ist in diesem Stadium noch gut mit Antibiotika zu behandeln. Später kann sie zu Gelenkentzündungen und Erkrankungen des Nervensystems führen. Auch dann werden Antibiotika gegeben.

  • Gegen die Lyme-Borreliose gibt es keine Impfung. Doch wer Zecken rechtzeitig entfernt, kann sich vor Borreliose schützen.

Was tun bei einem Zeckenbiss

  1. Zecke richtig entfernen: Zecke an ihren Mundwerkzeugen langsam und gerade aus der Haut ziehen. Dabei die Zecke nicht drehen. Auf keinen Fall mit Öl oder Klebstoff beträufeln. Möglichst alle Teile entfernen.
  2. Desinfektion der Wunde nach dem Entfernen.
  3. Einstichstelle mit einem Kugelschreiber markieren und beobachten. Eventuell die Stelle fotografieren.
  4. Bei einer deutlichen ringförmigen Hautrötung oder Infektion, bitte den Hausarzt aufsuchen. Bei grippeähnlichen Symtomen (siehe oben FSME-Infektion) in den nächsten 7 bis 14 Tagen nach einem Zeckenstich auch sofort den Arzt aufsuchen. 

Zecken sind Überlebenskünstler

Über Zecken existieren zahlreiche Mythen, die sich hartnäckig halten. Das wichtigste über das sechsbeinige Spinnentier sollten Sie wissen:

  • Zecken sind ziemlich hart im Nehmen: Zwischen ihren Blutmahlzeiten können sie zwei bis drei Jahre lang hungern.
  • Im Gefrierfach bei minus acht Grad ist die Hälfte der Zecken nach 24 Stunden noch am Leben. Erst Temperaturen unter minus 20 Grad Celsius töten Zecken zuverlässig.
  • Selbst den Vollwaschgang in der Waschmaschine bei 40 Grad Celsius überleben die Parasiten. Waschgänge bei 60 Grad und der Weg durch den Trockner töten sie jedoch zuverlässig ab.

Zecken: Die häufigsten Irrtümer

Zecken: So können Sie sich gegen Zeckenbisse schützen

dpa/ml

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