Wie ist das möglich?

Faszinierendes Experiment: Rausch allein durch Augenkontakt

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Urbino - Was passiert, wenn man sich zehn Minuten lang in die Augen sieht? Italienische Forscher haben das getestet - und Erstaunliches herausgefunden.

"Schau mir in die Augen, Kleines!" Spätestens seit Humphrey Bogarts berühmtem Zitat aus "Casablanca" wissen wir: Augenkontakt kann Wunder bewirken. Viel mehr noch: Er versetzt Menschen in einen regelrechten Rausch. Forscher fanden das bei einem einfachen Experiment heraus, wie verschiedene Fachmedien, unter anderem Scientific American, berichten: Sie setzten zwei Menschen einander gegenüber und ließen sie zehn Minuten in die Augen des anderen schauen. Was dann passierte, ist erstaunlich: Ein weißer Schleier legte sich über die Augen, die Gesichter verformten sich zu gruseligen Grimassen, Zeit und Raum wurden eins.

Klingt nach seltsamem Esoterikritus? Ist es aber nicht. Die italienischen Wissenschaftler unter der Leitung von Giovanni Caputohaben herausgefunden: Man braucht keine Drogen, um Bewusstseinsveränderungen hervorzurufen. Man muss einem anderen Menschen nur lange genug in die Augen schauen.

Aus Mensch wird Monster

Für das Experiment wurden 20 Versuchspersonen zu zehn Paaren gruppiert und in einen lichtgedimmten Raum gesetzt. Die Forscher gaben ihnen die Aufgabe, sich zehn Minuten in die Augen zu schauen. Nach dem Versuch wurden die Teilnehmer befragt. Erstaunlich: Fast alle Probanden sagten aus, dass sie sich am Ende des Experiments wie in Trance gefühlt haben. Noch erstaunlicher: 75 Prozent gaben an, im Gesicht des anderen ein Monster gesehen zu haben. Oder sie erkannten ihr eigenes Gesicht in dem des Partners.

Wie ist das möglich? Die Forscher sprechen in solch einem Fall von einer Dissoziation. Dabei wird die Funktion des Bewusstseins, inklusive des Gedächtnisses und der Identität, beeinflusst. Die Menschen verlieren so jeglichen Bezug zur Realität. In der Wissenschaft ist das Phänomen durchaus bekannt: Versuche, bei denen Probanden minutenlang auf einen Punkt starren sollten, riefen ähnliche Ergebnisse hervor. Die Ursache können Forscher bislang jedoch noch nicht erklären.

sb

Rubriklistenbild: © dpa

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