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Niemand sagt etwas gegen ein Schnaps in Ehren. Übertreiben sollte es Narren aber nicht. 

Schnaps war sein letztes Wort

Zum Karneval: Mythen und Fakten zu Alkohol

Bier auf Wein, das lass' sein. Was ist dran an den Volksweisheiten über Alkoholgenuss? Ein paar Nachfragen zur Karnevalszeit.

Im Karneval herrscht Narrenfreiheit - oft auch beim Alkohol. Der Psychiater und Suchtexperte Darius Chahmoradi Tabatabai will keine Spaßbremse sein. Doch dürften Risiken nicht verharmlost werden. Und längst nicht jede Volksweisheit ist wahr.

Bier, Wein oder Schnaps?

Was man zuerst trinkt, spielt überhaupt keine Rolle. Es geht immer um die Menge. Wein reizt den Magen mehr durch die höhere Alkoholkonzentration. Von Schnaps ganz zu schweigen. Und die Kombination aus allem kann Übelkeit beschleunigen.

Wie viel Alkohol vertrage ich?

Die Verträglichkeit ist sehr individuell. Das liegt an den Genen. Die Leber und Enzymsysteme spielen dabei eine große Rolle. Es gibt Menschen, die nach zwei Gläsern Wein richtig einen im Tee haben. Andere merken da subjektiv noch gar nichts. Viele sind aber überrascht, wie niedrig risikoarme Mengen angesetzt sind. Bei Frauen ist das ein Glas Weißwein, bei Männern sind es zwei - bei mindestens zwei alkoholfreien Tagen in der Woche.

Lesen Sie hier: So wirken Promille auf unseren Körper.

Alkohol ist ein Nervengift

Ja, da ist die Studienlage recht klar. Das Risiko für Fehlgeburten und Schädigungen dieser Kinder ist erhöht. Auch während der Schwangerschaft erhöhen bereits geringe Mengen von Alkohol Fehlbildungsrisiken. Deshalb sollten auch Schwangere im Karneval keine Ausnahme machen.

Es gibt keine Formel, auch das ist sehr individuell. Alkohol ist letztlich ein Nervengift, das einzelne Zellen negativ beeinflussen kann. Bis hin zur Zerstörung. Es ist ebenfalls genetisch bedingt, wie viele nervenschützende Faktoren ein Mensch hat. Es spielt auch eine Rolle, ob Erkrankungen angelegt sind. Wer zum Beispiel familiär belastet ist, später eine Demenz zu entwickeln, für den können wiederholte Alkoholexzesse mehr ins Gewicht fallen als für andere. Ein Vollrausch ist trotzdem immer eine arge Belastung für das Gehirn.

Im Grunde ist das wie eine Narkose. Auch häufige Operationen sind ja nicht günstig, weil jede Narkose Stress für das Gehirn darstellt. Der Rausch an Karneval hat eine gesellschaftliche Akzeptanz. Wenn Menschen es schaffen, danach wieder zum Tagesalltag zurückzufinden, ist ein einzelner Rausch in der Summe des Lebens sicher nicht gefährlich. Doch da hängt ja noch mehr dran.

Viele Menschen machen sich die Risiken des Kontrollverlusts nicht klar. Da geht es nicht nur um gestohlene Brieftaschen. Es geht um Verkehrsunfälle. Und auch der Anteil schwerer Körperverletzungen unter Alkoholeinfluss ist erschreckend hoch. Da geht es nicht allein um Schlägereien, auch Vergewaltigungen kommen vor. Es gibt auch Alkoholvergiftungen, die tödlich enden. Nicht nur bei Teenagern, die bei diesem Thema unsere besondere Aufmerksamkeit brauchen. Auch Erwachsene verschätzen sich. Wir leben in einer Gesellschaft, die nicht mehr reinweg Alkohol konsumiert. Die Schwelle zu illegalen Drogen ist dabei zu sinken. Die Mischung mit Alkohol potenziert die Wirkung und kann zum Beispiel zur Atemlähmung führen.

Was ein Kater am nächsten Tag bedeutet

Im Grunde ja. Das ist eine Warnung des Körpers: Mach das bitte nicht mehr, das vertrag ich nicht. Dieses Katergefühl wird durch Abbauprodukte des Alkohols hervorgerufen. Man fühlt sich krank - Übelkeit, Mattigkeit, Kopfschmerzen. Die Enzyme, die Zwischenprodukte abbauen, sind wiederum sehr individuell ausgeprägt. Es gibt Menschen, die kriegen einfach keinen Kater. Statistisch gesehen haben sie ein höheres Risiko, Probleme mit Alkohol zu bekommen, weil ihnen eine natürliche Bremse fehlt.

Was bedeuten erhöhte Leberwerte - Gamma-GT, GOT und GPT -? Das können laut tz.de die Ursachen sein.

ABC der Laborwerte: Das steckt in unserem Blut

Kleines Blutbild? Großes Blutbild? Viele Patienten kennen diese Ausdrücke, wissen aber nicht so genau, was dahinter steckt – und geraten in Panik, wenn mal ein Wert zu hoch erscheint. Dabei gibt es dafür oft keinen Grund. Hier bei Merkur.de finden Sie die wichtigsten Fakten.

dpa

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