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Kaffee als Medizin? Einer neuen Studie zufolge senken schon 2 Tassen am Tag das Risiko auf Leberkrebs um 35 Prozent.

Neue Studie

Zwei Tassen Kaffee pro Tag senken das Leberkrebsrisiko

Kaffeeliebhaber erkranken seltener an Leberkrebs. Dies ergab eine Analyse von Daten aus 26 wissenschaftlichen Studien.

Ohne eine gute Tasse Kaffee am Morgen läuft bei vielen Deutschen nichts. Manche brauchen sogar eine zweite, um so richtig in die Gänge zu kommen. Der aromatisch-bittere Geschmack der Kaffeebohne kurbelt den Puls an, macht wach und startklar für die Herausforderungen des Tages. 

Selbst entkoffeinierter Kaffee reduziert das Krebsrisiko

Schon oft wurde das koffeinhaltige Gebräu verteufelt: Es entziehe dem Körper Flüssigkeit und mache nervös. Doch jetzt fanden Wissenschaftler der Universitäten in Southampton und Edinburgh Erstaunliches heraus: Ein hoher Kaffeekonsum senkt das Leberkrebsrisiko. Eine gute Nachricht für alle Liebhaber des köstlichen Wachmacher-Getränks.

Und zwar fanden die Forscher heraus, dass Menschen, die regelmäßig Kaffee trinken, seltener ein sogenanntes Hepatozelluläres Karzinom (HCC) entwickelten, eine bösartige Krebserkrankung der Leberzellen. Mehr noch: Entkoffeinierter Kaffee hatte eine ähnliche Wirkung! 

Bei fünf Tassen am Tag halbiert sich das Leberkrebsrisiko

Im Rahmen ihrer Studie, die im medizinischen Fachmagazin BMJ Open erschien, untersuchten die Forscher die Daten aus 26 vorangegangenen Studien, an denen mehr als 2,25 Millionen Personen teilgenommen hatten. Dabei kamen sie zu folgendem Ergebnis: Im Vergleich zu Probanden, die keinen Kaffee konsumierten, war das Risiko, ein Leberkarzinom zu entwickeln, bei jenen, die eine Tasse am Tag tranken, bereits um 20 Prozent gesunken.

Bei Probanden, die zwei Tassen Kaffee pro Tag tranken, waren es bereits 35 Prozent, bei jenen, die fünf Tassen tranken, war das Leberkrebsrisiko sogar halbiert. Der Effekt von entkoffeiniertem Kaffee fiel zwar etwas geringer aus. Dennoch können Menschen, die aufgrund bestimmter Vorindikationen auf Koffein verzichten müssen, von den positiven Eigenschaften des entkoffeinierten Kaffees in Bezug auf das Leberkrebsrisiko also ebenfalls profitieren. 

Koffein nicht für jeden gut

Der Leiter der Studie, Dr. Oliver Kennedy von der Universität Southampton, warnte jedoch vor einer voreiligen Aufstockung des eigenen Kaffee-Verbrauchs: „Wir wollen mit der Studie nicht pauschal jedem raten, fünf Tassen Kaffee am Tag zu trinken, denn es müssen erst weitere Untersuchungen durchgeführt werden, welche negativen Auswirkungen oder gesundheitliche Schäden ein hoher Koffein-Konsums eventuell haben kann. Und manche Personengruppen sollten Kaffee sogar möglichst meiden, wie zum Beispiel Schwangere".

Zahl der Leberkrebs-Fälle steigt weltweit

"Dennoch bringen uns die Ergebnisse einen großen Schritt voran, denn die Zahl der HCC-Fälle nimmt weltweit rasant zu“, so Kennedy. So wurden alleine in England im Jahr 2015 4.673 neue Fälle von Leberkrebs bekannt, wie das Amt für Nationale Statistiken meldete.

Peter Hayes, Professor an der Universität Edinburgh, fügte hinzu: „Wir konnten zeigen, dass Kaffee, abhängig von der Dosis, vor Leberzirrhose und Leberkrebs schützen kann. Unsere Ergebnisse tragen zu der Erkenntnis bei, dass Kaffee, in gewissen Mengen, eine wunderbare natürliche Medizin sein kann“.

Von Franziska Grosswald

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