+
Alleinerziehende sollten sich gut überlegen, ob sie sich den gesamten Kinderfreibtrag übertragen lassen. Foto: Andrea Warnecke

Steuer-Tipp

Getrennte Eltern können Kinderfreibetrag übertragen

Der Kinderfreibetrag macht sich für viele Eltern steuerlich bezahlt. Trennen sich Eltern, können sie den Kinderfreibetrag komplett auf einen von ihnen übertragen. Allerdings lohnt sich das nicht immer.

Berlin (dpa/tmn) - Getrennte Eltern können den Kinderfreibetrag bei der Steuer komplett auf ein Elternteil übertragen. Steuerlich geltend machen kann den Freibetrag auf Antrag derjenige, der das Kind betreut und versorgt.

Voraussetzung für eine Übertragung ist, dass der andere Elternteil für weniger als 75 Prozent der Unterhaltskosten aufkommt. Darauf macht der Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine (BVL) in Berlin aufmerksam.

Zu beachten ist, dass der Kinderfreibetrag aus zwei Komponenten besteht: dem Freibetrag für das sogenannte sächliche Existenzminimum des Kindes in Höhe von 2358 Euro sowie dem Freibetrag für den Betreuungs-, Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf des Kindes in Höhe von 1320 Euro pro Elternteil.

"Die Übertragung des gesamten Kinderfreibetrages auf den Alleinerziehenden ist aus steuerlicher Sicht jedoch in vielen Fällen nicht zu empfehlen", erklärt BVL-Geschäftsführer Uwe Rauhöft. Der Grund: Der Freibetrag bringt oft erst bei einem höheren Einkommen einen Steuervorteil. Häufig sei es günstiger, nur den Freibetrag von 1320 Euro für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf zu übertragen. Möglich ist dies, wenn das Kind noch nicht volljährig und beim anderen Elternteil nicht gemeldet ist. Der andere Elternteil kann der Übertragung nur widersprechen, wenn er selbst Kinderbetreuungskosten trägt oder das Kind regelmäßig selbst betreut.

"Bei der Übertragung nur des Freibetrags für den Betreuungs-, Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf wird bei der Günstigerprüfung nur das halbe und nicht das gesamte Kindergeld in die Berechnung einbezogen", erläutert Rauhöft. Das führe dazu, dass bereits von einem Jahreseinkommen von rund 17 000 Euro an der Ansatz der Kinderfreibeträge günstiger sei als das Kindergeld.

Die Übertragung des Freibetrags ist selbst dann möglich, wenn der Elternteil, der das Kind betreut, wieder verheiratet ist.

Wenn der andere Elternteil tot ist oder im Ausland lebt und deshalb nicht unbeschränkt steuerpflichtig ist, wird automatisch der gesamte Kinderfreibetrag beim verbleibenden Elternteil berücksichtigt. Eine gesonderte Übertragung nur des Freibetrags für den Betreuungs-, Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf ist dann nicht möglich.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bahnbrechend: Kann Herzinfarkt jetzt vorab verhindert werden? 
US-Forscher haben ein neues und sicheres Anzeichen für Herzinfarkt entdeckt. Wird diese Erkenntnis dabei helfen, Herzinfarkte in Zukunft vorzubeugen?
Bahnbrechend: Kann Herzinfarkt jetzt vorab verhindert werden? 
An diesen Unis studieren Sie am günstigsten
Die Semestergebühren für das Wintersemester 2017/2018 sind fällig und je nach Uni variieren die Kosten beträchtlich. Hier können Sie über 200 Euro sparen.
An diesen Unis studieren Sie am günstigsten
ARD und ZDF: Bericht über Erhöhung des Rundfunkbeitrages ist "erfunden"
Laut einem Bericht der FAS wollen ARD & Co. den Rundfunkbeitrag zukünftig bis auf 21 Euro erhöhen. Doch die weisen die Absicht zurück: Der Bericht sei "frei erfunden".
ARD und ZDF: Bericht über Erhöhung des Rundfunkbeitrages ist "erfunden"
Geldanlage mit dem Schwarm - Crowdfunding birgt Risiken
Mit kleinen Beträgen etwas Großes auf die Beine stellen. Das ist die Idee, die sich hinter dem Begriff Crowdfunding verbirgt. Für Anleger ist das aber nicht ganz ohne …
Geldanlage mit dem Schwarm - Crowdfunding birgt Risiken

Kommentare