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Viele Männer entscheiden sich gegen eine Teilzeit-Beschäftigung, weil sie Nachteile im Job fürchten. Foto: Federico Gambarini/dpa

Eine Studie deckt auf

Gleichberechtigung ja, Teilzeit nein: Was Männer wollen

Gleichberechtigt arbeiten und sich um die Kinder kümmern - dem stimmen viele Männer zu. Das stößt aber in einem Punkt an eine Grenze: selber bei der Arbeitszeit zurückzustecken. In Teilzeit zu arbeiten, ist für die meisten Männer immer noch undenkbar.

Berlin (dpa/tmn) - Beim Thema gleichberechtigt arbeiten gibt es einen großen Unterschied zwischen Wunsch und Wirklichkeit: So befürworten es Männer zwar, dass sie als Väter kleiner Kinder ihre Arbeitszeit reduzieren sollten. Doch in der Realität sind sie standardmäßig Vollzeit tätig.

Die meisten Männer befürworten es, wenn in einer Partnerschaft beide arbeiten. So sind 82 Prozent dafür, davon 32 Prozent sehr nachdrücklich, wie eine Erhebung des Bundesfamilienministeriums zeigt. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren vertraten diese Auffassung erst 71 Prozent der Männer, nachdrücklich taten es damals 20 Prozent.

Es gibt aber auch Widerstand: 18 Prozent aller Männer sind der Auffassung, dass es grundsätzlich nicht gut ist, wenn beide Partner arbeiten - 5 Prozent der Männer vertreten diese Meinung mit Nachdruck.

Solange die Kinder noch klein sind, finden vor allem jüngere Männer, dass Väter ihre Arbeitszeit reduzieren sollten: Dem stimmen 59 Prozent der unter 29-Jährigen zu. Die Zustimmung nimmt mit dem Alter aber ab, in der Altersgruppe der 40- bis 49-Jährigen sind es noch 45 Prozent, bei den über 70-Jährigen nur 20 Prozent.

Die meisten Männer arbeiten standardmäßig Vollzeit - egal, ob sie Single, verheiratet oder geschieden sind, in welchem Umfang ihre Partnerin arbeitet oder wie viele Kinder sie haben. Der Anteil der Vollzeiterwerbstätigkeit liegt bei Männern bei über 85 Prozent. Gegen Teilzeitarbeit gibt es bei den meisten weiterhin Vorbehalte: Sie erscheint Männern zwar theoretisch möglich, jedoch finanziell riskant und mit Makeln verbunden. Viele glauben, dass sie im Unternehmen keine Karriere machen, wenn sie in Teilzeit arbeiten oder den Wunsch danach äußern.

Das führt zu einer selektiven Wahrnehmung des Teilzeitangebots, heißt es in der Studie. Die Mehrheit der vollzeitarbeitenden Männer ist überzeugt, dass es für ihre Funktion und Position keine Möglichkeit zur Teilzeit gibt - dagegen zeigen Untersuchungen und Unternehmensdaten, dass es sehr wohl Teilzeitoptionen gibt.

Für die Studie wurden mit denselben Untersuchungsmethoden wie 2007 rund 3000 Männer und Frauen ab 18 Jahren befragt, davon 1550 Männer. Außerdem gab es 18 qualitative Gruppendiskussionen und 80 Einzelinterviews, in denen die Einstellungen und Motive der Männer tiefergehend untersucht wurden.

Studie des BMFSFJ

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