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Die Preise für Nahrungsmittel sind im April leicht angestiegen. Auch das Benzin hat sich im Monatsvergleich leicht verteuert. Foto: Armin Weigel

Inflationsrate steigt auf niedrigem Niveau

Der Preisauftrieb in Deutschland hat sich erneut etwas beschleunigt. Trotzdem bewegt sich die Inflationsrate weiter auf niedrigem Niveau. Das stärkt die Kaufkraft der Verbraucher.

Wiesbaden (dpa) - Steigende Preise für Nahrungsmittel haben die Inflation in Deutschland im April auf niedrigem Niveau etwas anziehen lassen. Die jährliche Inflationsrate erhöhte sich von 0,3 Prozent im März auf 0,5 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte.

Die Behörde war in einer ersten Schätzung noch von einer Jahresteuerung um 0,4 Prozent ausgegangen. Im Vergleich zum März blieben die Verbraucherpreise konstant.

Ausgebremst wird die Jahresteuerung weiterhin von sinkenden Mineralölpreisen. Im April war leichtes Heizöl 20,1 Prozent günstiger als vor einem Jahr, Kraftstoffe verbilligten sich um 8,1 Prozent. Energie insgesamt verbilligte sich binnen Jahresfrist um 5,9 Prozent. Die Verbraucher müssen also weniger für Energie ausgeben und haben mehr Geld für andere Dinge. Bereinigt um Energieprodukte wären die Verbraucherpreise um 1,2 Prozent gestiegen.

Im Monatsvergleich verteuerte sich Energie allerdings um 0,5 Prozent - das spürten vor allem Autofahrer, die an der Tankstelle 2,3 Prozent mehr für Sprit bezahlen mussten als noch im März. Nach Angaben des ADAC kostete der Liter Super E10 im April durchschnittlich 142,4 Cent - nach 138,1 Cent im März. Im Januar war der Liter nach den Angaben noch für 126,5 Cent zu haben.

Getrieben wurden die jährliche Inflationsrate vor allem durch Preissteigerungen bei Nahrungsmitteln - sie verteuerten sich gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,1 Prozent. So wurden etwa Gemüse (um 6,1 Prozent) und Süßwaren (um 4,1 Prozent) teurer. Besonders kräftig zogen die Preise für Gurken an, für die Verbraucher 55 Prozent mehr bezahlen mussten als vor einem Jahr. Schokoladentafeln verteuerten sich binnen Jahresfrist um fast 16 Prozent.

Überdurchschnittlich stiegen auch die Preise für Dienstleistungen (plus 1,2 Prozent zum Vorjahr). Wohnungsmieten, deren Gewicht im Verbraucherpreisindex gut ein Fünftel beträgt, verteuerten sich binnen Jahresfrist um 1,3 Prozent. Deutlich mehr kostete auch die Fahrt im Taxi (+ 11,9 Prozent) oder der Haarschnitt beim Friseur (plus 3,6 Prozent). Das dürfte nicht zuletzt an der Einführung des Mindestlohns liegen, wie auch Frederik Wilhelmsmeyer vom Deutschen Taxi- und Mietwagenverband erklärte.

Noch im Januar war die Teuerungsrate erstmals seit 2009 wieder ins Minus gerutscht. Seither kletterten das Preisniveau zwar drei Monate in Folge. Vom Zielwert der Europäischen Zentralbank (EZB), die eine Teuerungsrate von knapp zwei Prozent anstrebt, ist die Inflation aber noch weit entfernt. Durch den im März gestarteten Kauf von Staatsanleihen in Billionenhöhe sollen die Verbraucherpreise in die Höhe getrieben werden.

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