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Schon jetzt bereitet das Abitur 2014 nicht nur den Prüflingen Kopfzerbrechen.

Sechs Länder prüfen parallel

Frühjahr 2014: Zentralabi auf Probe

München - Erstmals schreiben Schüler in Bayern und weiteren fünf Bundesländern im Frühjahr ein gemeinsames Abitur: Zeitgleich und mit teilweise gleichen Aufgaben. Wie klappt das?

Der Auftakt ist schon mal leicht missraten: Mit drei Übungsklausuren wollten Bayern, Niedersachsen, Hamburg, Schleswig- Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen länderübergreifende gemeinsame Aufgaben testen. Die Mathe- Klausur fiel in Bayern überraschend bescheiden aus – nach Gesprächen mit Eltern und dem Philologenverband ordnete Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) am Dienstag an, dass Schüler anders als eigentlich vereinbart alle drei Klausuren nicht nur als kleinen oder großen Leistungsnachweis werten können, sondern auch die komplette Streichung ihrer Note verlangen dürfen.

Am Mittwochabend wurden die Schulen per Rundschreiben informiert. Damit hat er freilich neuen Unmut erregt: Kurz vor Notenschluss fehlt jetzt unter Umständen eine Note – Lehrer sind jetzt gezwungen, kurzfristig mündliche Noten einzutreiben oder gar eine weitere Mathe-Klausur anzusetzen. „Die Kollegen sind extrem verärgert über den Zickzack- Kurs“, sagt Max Schmidt, Chef der bayerischen Philologen. „Das stärkt nicht gerade das Vertrauen in den Dienstherrn.“

Teil A ist identisch, Teil B gibt's nur in Bayern

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Im Kultusministerium reagiert auf diesen Vorwurf verwundert. Schmidt habe schließlich mit am Tisch gesessen, sagt Spaenle. Doch das Klausuren-Chaos ist nur ein Problem. Ein Weiteres droht am 13. Mai. Dann ist, Punkt 9 Uhr, das länderübergreifende Mathe-Abitur angesetzt. Ein Teil A enthält Aufgaben, die in den sechs Bundesländern identisch sind. Ein Teil B ist bayernspezifisch. Für bayerische Schüler wird es kompliziert. Sie müssen sich entscheiden, ob sie in die Prüfung mit oder ohne Hilfsmittel wie Formelsammlung („Merkhilfe“) und Taschenrechner gehen.

Verzichten sie auf Hilfsmittel, dann haben sie für den Prüfungsteil A 90 Minuten Zeit. Weil im anschließenden bayern- spezifischen Teil B aber die Hilfsmittel zugelassen sind, müssen die Lehrer ihren Schülern vorher den Aufgabenteil A wegnehmen – denn sonst könnten die Schüler ja rückwirkend ihre Taschenrechner auch für den Teil A einsetzen. Wer sich von vorneherein für die Hilfsmittel entscheidet, hat für Teil A nur 60 Minuten Zeit, darf aber diese Aufgaben auch während der Bearbeitungszeit für den Teil B behalten, so dass rückwirkende Korrekturen möglich sind. Das könne Gerechtigkeitsfragen aufwerfen, befürchtet man unter Lehrern.

Erstes Zentralabitur kommt 2017

Philologenchef Schmidt stellt weitere Fragen: In einigen der sechs Bundesländer hätten die Schüler beim Deutsch-Abitur (am 6. Mai) zusätzliche Einlesezeit – bis zu 30 Minuten. In Bayern hingegen nicht. Im Hamburg und Sachsen wiederum schreiben auch Leistungskursler das Sechs-Länder-Abitur. Also: So ganz vergleichbar sei das wegen dieser „Tricksereien“ (Schmidt) alles nicht. Schmidt stellt sogar die Frage, ob es denn den Aufwand lohnt.

Schließlich sei für 2017 ohnehin vereinbart, dass alle Bundesländer ein vergleichbares Abitur schreiben – dann allerdings gibt es, wegen unterschiedlicher Termine, keine identischen Aufgaben, sondern einen gemeinsamen Aufgabenpool. „Ohne die Entschließung der sechs Bundesländer wäre das 16-Länder-Abitur nie gekommen“, antwortet Kultusminister Spaenle auf diesen Einwand. Am Sinn der Übung hegt Susanne Arndt, Vorsitzende der Landeselternvereinigung, auch keinen Zweifel. „Wir Eltern wünschen uns doch ein Abitur, das von Kiel bis München vergleichbar ist.“ Der Weg sei freilich „etwas holprig“.

Dirk Walter

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